In den letzten Tagen machte die BMW i Born Electric Tour Station in Düsseldorf, um über die neuen Modelle BMW i3 und BMW i8 sowie die Mobilitätskonzepte im Hintergrund zu informieren. Unser Leser Daniel war vor Ort und hat neben einigen Bildern auch einen ausführlichen Erfahrungsbericht mitgebracht, der vor allem alltägliche Fragen wie die Durchsichtigkeit der Türen oder die Unterhaltskosten nach dem Erwerb eines Fahrzeugs der BMW i-Serie im Blick hat. Viel Spaß beim Lesen!

Vom 5. bis 9. September legte die Born Electric Tour von BMW i einen Halt in Düsseldorf ein. Anlässlich der Ausstellung in den Schwanenhöfen hatte ich die Möglichkeit, nochmals ein paar Informationen rund um die kommenden BMW i-Modelle zu erhalten, die jedoch, so viel sei vorab gesagt, für die aufmerksamen Leser dieser Seite und anderer Blogs keine völlig neuen Erkenntnisse bringen dürften.

Zunächst einmal stellte ich die Frage, warum Düsseldorf als einzige deutsche Stadt ausgewählt wurde und nicht z.B. München oder Berlin. Antwort des BMW i-Mitarbeiters: Zum einen war die Lage in unmittelbarer Nähe zum Ruhrgebiet mit ausschlaggebend. Das Ruhrgebiet ist der größte urbane Raum in Deutschland, wodurch auch gleichzeitig viele Menschen und zukünftige BMW i-Kunden die Möglichkeit bekommen, die Ausstellung zu besuchen. Zudem steht er für den Wandel von einem Industriezentrum, unter dem die Natur in der Vergangenheit leiden musste, hin zu einem Ballungsraum, der zunehmend grüner wird, nachdem der Bergbau in der Region immens abgenommen hat. Zudem stehen die Schwanenhöfe in Düsseldorf für Nachhaltigkeit, genauso wie BMW i – ein Komplex einer ehemaligen Seifenfabrik, der nach seiner industriellen Nutzung einer anderen Verwendung als Ausstellungsraum zugeführt wurde.

Mir fiel jedoch auf, dass die Anzahl der Besucher der Ausstellung recht überschaubar war. Dies mag eventuell an dem guten Wetter am Wochenende gelegen haben oder vielleicht an der spärlichen Werbung zur Tour. Ich hatte erwartet, dass es so überlaufen werden würde wie auf diversen Automessen. Laut dem Mitarbeiter war es allerdings durchaus gewollt, die Werbung so zu gestalten, dass die Ausstellung nicht überlaufen wird. So hat jeder interessierte Besucher Zeit, ausführlich Fragen an die Experten zu stellen und die Ausstellung in Ruhe zu genießen.

Die Fakten zu den Modellen BMW i3 und BMW i8 sind im Allgemeinen schon bekannt. Deshalb möchte ich darauf nicht weiter eingehen. Jedoch möchte ich gerne ein paar Informationen teilen, die das Gesamtbild etwas abrunden und die ich im Gespräch mit dem BMWi-Mitarbeiter bekommen habe:

Das Design des BMW i3 Concept entspricht beim Exterieur und Interieur zu 80% dem späteren Serienauto. Dies wird auf der IAA 2013 im nächsten Jahr vorgestellt und kommt im November 2013 in den Handel. Insbesondere beim Interieur wird es noch ein paar Änderungen geben, da z.B. noch ein Beifahrer-Airbag in die Armaturen integriert werden muss. Zudem wird es eine Art Handschuh- bzw. Funktionsfach geben, welches zurzeit noch nicht im Innenraum integriert ist.

Die Türen werden ebenfalls noch überarbeitet. Im i3 Concept lassen sich z.B. keine Fenster öffnen. Zudem wird darüber nachgedacht, ob und wie der untere Teil der Tür abgedunkelt oder verkleidet wird. Eine Überlegung ist, die Entscheidung dem Fahrer selbst zu überlassen. So wäre die elektrische Verdunkelung des Glases auf Knopfdruck eine denkbare Lösung. Würde man den unteren Teil der Türen generell verkleiden, würde auch ein Teil des großzügigen Raumgefühls verloren gehen. Insbesondere im i8 würde eine generelle Türunterverkleidung bei gleichzeitig niedriger Sitzposition einen Teil der Rundumsicht rauben.

Es wird wohl auch beim i3 Zubehör wie z.B. Dachboxen geben, die eine Mitnahme von mehr Gepäck erlauben. Jedoch muss der Fahrer dann mit einem höheren Luftwiderstand und einem höheren Gewicht leben, was den Verbrauch steigert und die elektrische Reichweite von maximal 160 Kilometern senkt.

Ein Range-Extender wird, wie auch schon offiziell verkündet, ebenfalls für den BMW i3 erhältlich sein. Dieser kleine Verbrennungsmotor zum Aufladen der Batterie wird im Bauraum neben dem Elektromotor Platz finden und somit das Kofferraumvolumen von 200 Litern nicht schmälern.

Die Reifen des i3 und i8 sind Sonderanfertigungen von Bridgestone und ermöglichen durch einen großen Durchmesser und eine geringe Breite einen geringeren Rollwiderstand und damit einen geringeren Verbrauch. Zum Preis dieser „exklusiven“ Reifen konnte ich leider keine Aussage bekommen.

Für die i-Modelle wird es wohl kein Leasing der Batterie geben, so wie es gerade Smart und Renault anbieten. Dafür wird es beim Kauf eine dementsprechend lange Gewährleistung auf die Batterien (und das gesamte Auto?) geben, um den Käufern die Angst vor hohen Folgekosten zu nehmen. Die Batteriemodule sind so verbaut, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt durch neue und effizientere Batterien ausgetauscht werden können. Schließlich arbeitet man mit Hochdruck an neuen Batterie- bzw. Speichertechnologien, um höheren Energiedichten, ein geringeres Gewicht des Batteriepaketes und damit höhere Reichweiten zu erreichen. Damit können die i-Modelle bei Verfügbarkeit von besseren Energiespeichern in Zukunft „hochgerüstet“ werden.

Zur Reparatur der Fahrzeuge macht man sich ebenfalls viele Gedanken. Durch die höhere Steifigkeit von CFK wird es bei einem Rempler zu viel weniger Verformungen kommen als bei Blechen. Kleine Beulen dürfte es somit kaum geben. Ist die Aufprallenergie jedoch zu groß, wird es natürlich zu Schäden kommen, hier jedoch insbesondere zu Brüchen. Die betroffenen Teile sollen, je nach Unfallschwere, ausgesägt, neu angefertigt und verklebt werden, falls eine Reparatur durch das Auswechseln der betroffenen Teile nicht einfacher und günstiger ist.

Gerade auf das Thema Betriebs- und Folgekosten sollte in Zukunft geachtet werden. Hier könnten hohe Kosten bei eventuellen Reparaturen, der Wartung, dem Austausch von Batterien, sowie der Anschaffung von Reifen versteckt sein.

Des Weiteren wird es mit der Einführung der i-Modelle nicht nur um Autos gehen, sondern um Mobilitätskonzepte der Zukunft. Da man sich über die geringe Reichweite und den verhältnismäßig geringen Stauraum im Klaren ist, bestätigte der BMW i-Mitarbeiter, dass man über das Angebot von Leihwagen für längere Strecken z.B. für die Urlaubsreise nachdenkt. Eine planmäßige Durchsicht seines i-Fahrzeuges kann man z.B. mit 2 Wochen Urlaub mit einem geleasten 320d Efficient Dynamics verbinden. Dafür soll es dann für BMW i-Kunden spezielle Angebote und Pakete geben.

Außerdem wurde die Einführung von ParkNow in Deutschland bestätigt. Ob diese genauso aussehen wird wie in San Francisco wird sich zeigen. Man will den Städten zugeschnittene Lösungen bieten und prüft deshalb das Konzept für die verschiedenen Standorte von DriveNow, in denen es wohl zunächst ParkNow geben wird. Parken mit dem eigenen Auto soll, wenn es nach BMW i geht, ebenfalls einfacher werden – mit www.parkatmyhouse.com ! Dieses „Park-Sharing/Renting“-Projekt ist sehr erfolgreich in England und wird es wohl auch bald nach Deutschland und andere Länder schaffen.

DriveNow war natürlich ebenfalls bei der Ausstellung vertreten. Kleine Info, die ich mitbekommen habe: Der „neue“ BMW 1er (F20) wird ab kommender Woche an den DriveNow-Standorten eingeführt und steht dann ebenfalls zur Miete bereit. DriveNow wird ab Ende 2013 auch den BMW i3 in die Flotte aufnehmen

Wer sich die BMW i-Modelle auf sein iPhone holen will – es gibt eine neue BMW i-App!

Abschließend kann ich nur sagen, dass es eine kleine aber sehr interessante Ausstellung war / ist. Wer die Möglichkeit hat und zufällig in der Nähe ist, sie eventuell in London oder Paris zu sehen, sollte die Gelegenheit wahrnehmen. Aber nur deswegen nach London oder Paris zu fahren, wird sich nicht lohnen. Denn bei der IAA 2013 wird bereits das Serienmodell vorgestellt. Der Ausstellungsort war mit Bedacht gewählt, vermittelte Exklusivität und gleichzeitig die angestrebte Nachhaltigkeit. Die Veranstaltung punktete zudem mit kostenlosem Eintritt und Parken, einer kostenlosen Kaffee-Bar und einem DriveNow-Shuttle, der einen in einem der neuen 1er F20 sicher in Düsseldorf nach Hause brachte.
So verwöhnt man BMW(i)-Fans und steigert die Begeisterung für die kommenden Fahrzeuge.
Ich freue mich schon auf die IAA 2013 und die Einführung des i3 im November 2013!

PS: Zum i8 habe ich eigentlich nicht viel Neues in Erfahrung bringen können. Was ich jedoch noch nicht offiziell im Informationsmaterial gefunden habe, ist die Info, dass der i8 einen Stau- bzw. Kofferraum von 150 Litern für Gepäck erhalten soll. Ansonsten sind alle weiteren Details bekannt – Plug-in-Hybrid, Systemleistung von 260kW, Laserlicht-Scheinwerfer, 2+2-Sitzer (wird hinten aber sicher eng), Preis jenseits der 100.000 Euro-Marke, etc.
Auf jeden Fall ein absolutes Traumauto!!! Geniales und wunderschönes Design von Exterieur und Interieur! Und die technischen Daten begeistern ebenfalls – BMW zeigt einmal wieder, dass sportliches Fahren und ein grünes Gewissen vereinbar sind.

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