Erster Eindruck: BMW 328i Touring F31 mit Luxury Line & neuem Navi

BMW 3er | 7.07.2012 von 33

Auf den ersten Blick wirkt der BMW 3er Touring F31 wie eine Evolution des E91, aber spätestens bei einer Fahrt mit dem Kombi aus München …

Auf den ersten Blick wirkt der BMW 3er Touring F31 wie eine Evolution des E91, aber spätestens bei einer Fahrt mit dem Kombi aus München fallen eine Vielzahl von Verbesserungen in Auge und Hände. Insgesamt übertrifft der neue F31 seinen Vorgänger um 9,7 Zentimeter in der Außenlänge, wovon neben dem Laderaum auch die Passagiere im Fond profitieren – in Form von spürbar mehr Kopf- und Kniefreiheit.

Der um 50 Millimeter gewachsene Radstand und die deutlich verbreiterte Spur an Vorder- und Hinterachse tragen ihren Teil dazu bei, dass der neue Touring auch in Sachen Dynamik zulegen konnte. Trotz der größeren Abmessungen, einer Erhöhung der Torsionssteifigkeit um zehn Prozent, einer umfangreicheren Serienausstattung und natürlich einer weiteren Verbesserung der Crash-Sicherheit konnte das Gewicht bei Beibehaltung einer ausgeglichenen Verteilung zwischen Vorder- und Hinterachse je nach Modell um bis zu 40 Kilogramm reduziert werden.

Steigt man ein, empfängt der F31 erwartungsgemäß genau so, wie man es von der aktuellen 3er Limousine F30 kennt. Die von uns getestete Luxury Line betont mit ihren Farben und Materialien die edle Seite des neuen Touring, wirkt dank des freistehenden Infotainment-Displays im iPad-Stil aber keineswegs unmodern.

Haptisch kann das Lenkrad des 3er Touring mit Luxury Line durchaus überzeugen, vor allem die aus anderen Baureihen bekannten Multifunktions-Bedienelemente im Bereich der Daumen lassen keinerlei Wünsche offen. Noch mehr werden die Hände des Fahrers allerdings vom optional erhältlichen M Sportlenkrad geschmeichelt, wobei der dickere Lenkradkranz erfahrungsgemäß nicht jedermanns Geschmack trifft.

Die neue, schnellere Variante des Navigationssystem Professional mit dreidimensionaler Darstellung macht auf unseren rund 200 Testkilometern den Eindruck einer rundum gelungenen Evolution, die mit einer nochmals hochwertigeren Optik und einigen Detail-Verbesserungen punktet. Beispielsweise wurden die Anzeigen im rechten Teil des Splitscreens überarbeitet und bieten nun noch mehr Informationen, außerdem sind Menüführung und Buchstaben-Eingabe optisch ansprechender gestaltet. Für die BMW 3er Limousine F30 wird das neue Navigationssystem ab November zur Verfügung stehen.

Gewohnt famos präsentiert sich das vollfarbige Head Up Display, das dem Fahrer beinahe permanent den Blick auf die Straße ermöglicht und mit einer klar erkennbaren Darstellung aller relevanten Informationen glänzt. Wie auf unseren Bildern erkennbar ist, werden neben Geschwindigkeit und aktuellem Tempolimit beispielsweise auch die empfohlenen Fahrspuren zum Folgen der Navigationshinweise direkt im Blickfeld des Fahrers angezeigt. Mit Hilfe des iDrive-Menüs kann der Fahrer bestimmen, welche Informationen im HUD zu sehen sein sollen und worauf er lieber verzichtet.

Unter der Motorhaube des von uns gefahrenen BMW 328i Touring arbeitet ein aufgeladener Vierzylinder mit 2,0 Liter Hubraum und Turbo-Aufladung (N20B20), der 245 PS an die Hinterräder schickt. Akustisch bleibt der Motor die meiste Zeit im Hintergrund und ist im Innenraum praktisch nur dann zu vernehmen, wenn der Fahrer das Gaspedal deutlich betätigt und ernsthaft nach Beschleunigung verlangt. Der Sound kommt in dieser Situation selbstredend nicht an den Ohrenschmaus eines Reihensechszylinders heran, ist aber auch nicht unangenehm oder aufdringlich.

In Kombination mit der Achtgang-Sportautomatik inklusive Schaltwippen am Lenkrad lassen sich praktisch jederzeit die gewünschten Beschleunigungsmanöver durchführen, wobei der Motor im richtigen Drehzahlbereich sehr spontan antritt und den Fahrer nicht mit einem Turboloch nervt. Fährt man allerdings im auf minimalen Verbrauch optimierten Modus Eco Pro, sind Gaspedalkennlinie und Getriebe-Setup derart zurückhaltend eingestellt, dass beim sponaten Tritt aufs Gaspedal einige Geduld gefragt ist.

In Kurven bietet der BMW 3er Touring für den Normalfahrer das von der neuen Limousine bekannte Niveau und glänzt technisch bedingt auch bei starkem Gaseinsatz durch das völlige “Fehlen” von Antriebseinflüssen in der Lenkung, was nicht alle Wettbewerber von sich behaupten können. Die Lenkung bietet eine Rückmeldung auf angenehmen Niveau, besonders dynamische Fahrer werden sich aber etwas mehr Rückmeldung wünschen.

Der Kofferraum des F31 bietet ein Volumen von bis zu 1.500 Litern, was den 3er Touring zum Lademeister im Vergleich der Mittelklasse-Kombis mit Premium-Anspruch macht. Die Heckklappe lässt sich serienmäßig elektrisch öffnen und schließen, auf Wunsch ist in Kombination mit dem Komfortzugang auch das Öffnen durch eine gerichtete Fußbewegung unter die Heckschürze möglich – zumindest, wenn man genau jenen Bereich trifft, auf den die Sensoren achten.

Wie schon seit der Generation E46 lässt sich auch bei der neuen Generation die Heckscheibe separat öffnen, um kleinere Gegenstände in den Kofferraum laden oder aus ihm herausholen zu können. Um den Raum hinter der großen Heckklappe optimal nutzen zu können, stehen viele clever verstaubare Lösungen zur Verfügung: Abdeckrollo (und Trennnetzrollo (zur Trennung von Gepäckraum und Passagieren) lassen sich separat ein- und ausbauen und müssen nicht mehr gemeinsam bewegt werden, was den Komfort im Zusammenhang mit diesem früher sehr schweren Bauteil erheblich erhöht.

An vier Punkten im Gepäckraum lässt sich außerdem eine Trennschiene zum Segmentieren des Ladebodens befestigen, die außerdem über integrierte Gurte verfügt. Die meisten Beladungsszenarien dürften sich so ohne die Gefahr eines Herumrutschens empfindlicher Gegenstände realisieren lassen.

Fazit: Der neue BMW 3er Touring ist nicht nur optisch auf den ersten Blick als 3er erkennbar, er fährt sich auch genau so, wie man es von einem aktuellen BMW 3er erwartet. Das Fahrerlebnis ist weniger entkoppelt als in einem 5er oder 6er und dürfte den allermeisten Kunden jederzeit ausreichend Rückmeldung geben. Der Gepäckraum lässt sich vielfältig segmentieren und ist so für viele Transportaufgaben gerüstet. Dank des adaptiven Fahrwerks mit seiner weiten Spreizung beherrscht der F31 außerdem den Spagat zwischen gelegentlich gewünschter Sportlichkeit und Komfort im Alltag deutlich besser als alle Vorgänger-Generationen, was ihn zu einem sehr angenehmen Begleiter macht.

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