BMW & Toyota bauen Kooperation aus – und gemeinsam Sportwagen?

News | 29.06.2012 von 40

Am heutigen Freitag machten die BMW Group und die Toyota Motor Cooperation Nägel mit Köpfen und beendeten die Spekulationen rund um einen Ausbau der bestehenden …

Am heutigen Freitag machten die BMW Group und die Toyota Motor Cooperation Nägel mit Köpfen und beendeten die Spekulationen rund um einen Ausbau der bestehenden Kooperation mit einer gemeinsamen Pressekonferenz in München. Vor Ort waren die wichtigsten Köpfe beider Unternehmen, was viel über den Stellenwert der künftigen Allianz aussagt und die Hoffnungen der beiden in ihrem Segment weltweit führenden Autobauer unterstreicht.

Konkret werden sich die beiden Firmen in den kommenden Monaten über die Entwicklung von Brennstoffzellen, die Elektrifizierung und Hybridisierung von Antriebssträngen und Leichtbau in all seinen Facetten unterhalten – und auch über einen gemeinsam entwickelten Sportwagen.

Norbert Reithofer (Vorsitzender des Vorstands der BMW AG): “Wir wollen unsere führende Position in nachhaltigen Zukunftstechnologien weiter stärken. Toyota und die BMW Group teilen die gleiche strategische Vision über eine nachhaltige individuelle Mobilität der Zukunft. Durch die Zusammenarbeit schaffen wir die Voraussetzung, damit beide Unternehmen in puncto Innovationen und Nachhaltigkeit auch in Zukunft in ihrem jeweiligen Segment führend sind.”

Akio Toyoda (Präsident der Toyota Motor Cooperation): “Sowohl BMW als auch Toyota wollen immer bessere Fahrzeuge bauen. Der gegenseitige Respekt füreinander zeigt sich auch darin, dass wir nur sechs Monate nach Unterzeichnung des ersten Abkommens nun den nächsten Schritt machen. Toyota ist stark bei umweltfreundlicher Hybrid-Technologie sowie im Bereich Brennstoffzelle. Die Stärke von BMW liegt nach meiner Überzeugung in der Entwicklung von Sportwagen. Ich bin voller Vorfreude bei dem Gedanken, welche Fahrzeuge aus dieser Zusammenarbeit entstehen werden.”

Die Rede von Dr. Norbert Reithofer im vollständigen Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Toyoda,
sehr geehrter Herr Uchiyamada,
sehr geehrter Herr Ihara,
sehr geehrter Herr Leroy,
meine Damen und Herren,
herzlich willkommen in der BMW Welt.

Es ist uns eine große Ehre, dass Sie, Herr Toyoda, heute unser Gast sind.

Hier in München schlägt das Herz unseres Unternehmens – mit unserer Konzernzentrale, dem Stammwerk München, dem BMW Museum und der BMW Welt.

Jeden Tag übergeben wir hier Automobile an Kunden aus aller Welt. Die Leidenschaft für Mobilität – sie liegt uns in den Genen. Das haben wir mit der Toyota Motor Corporation gemeinsam.

Doch das ist längst nicht alles. Es gibt viel mehr, das unsere Unternehmen verbindet:

  • Beide Hersteller, die BMW Group und Toyota, haben den Anspruch, führend zu sein – bei allem, was sie tun.
  • Unsere Eigenständigkeit gibt uns die Freiheit, langfristig zu denken und zu handeln.
  • Beide Unternehmen sind ingenieurgetrieben. Wir geben uns mit dem Erreichten nie zufrieden. Unsere Kreativität, unser Pioniergeist und die Lust am Neuen lassen uns nicht ruhen.
  • Wir besitzen eine Kultur des Machens und des Anpackens. Flexibilität beginnt bei uns im Kleinen, bei der persönlichen Einstellung jedes Mitarbeiters, und setzt sich fort bei unseren Strukturen und Prozessen.
  • Beide Unternehmen sind in ihrer Heimat fest verwurzelt. Wir wissen, woher wir kommen. Das macht uns in der Welt erfolgreich.
  • Und was mir besonders wichtig ist: Wir teilen die gleiche strategische Vision, wie eine nachhaltige Mobilität von morgen aussehen kann.

Mobil zu sein, das ist und bleibt ein Grundbedürfnis. Ein Alltag ohne Automobil – für viele von uns undenkbar.Doch die Mobilität von morgen wird eine andere sein als wir sie heute kennen.

  • Veränderte Kundenwünsche,
  • die fortschreitende Urbanisierung,
  • knappe Ressourcen oder
  • die zunehmende gesetzliche Regulierung

– die Herausforderungen sind vielfältig.

Die Mobilität und ihre Industrialisierung befinden sich in einem technologischen Umbruch. Bei der BMW Group nennen wir das „Iconic Change“. Ich halte es für die größte Zäsur, die unsere Branche je erlebt hat.

Vergleichbare Entwicklungen kennen wir aus anderen Bereichen:

  • Der Übergang von der Schreibmaschine zu Laptop und iPad.
  • Der Übergang von der analogen zur digitalen Fotografie.

Beide Unternehmen, die BMW Group und Toyota, sind heute überaus erfolgreiche Key Player der weltweiten Automobilindustrie. Beide sind Innovationsführer und die nachhaltigsten Hersteller in ihrem Segment.

  • Die Toyota Motor Corporation hat der Hybridtechnologie zum weltweiten Durchbruch verholfen.
  • Die BMW Group ist Vorreiter auf dem Gebiet hoch effizienter Verbrennungsmotoren und überaus erfolgreich beim Aufbau und Führen emotionaler Marken.

Für uns steht fest:

Wir wollen auch diesen Wandel als Vorreiter und Treiber gestalten. Wir tun dies verantwortungsvoll und nachhaltig. Gemeinsam haben wir die besten Chancen, auch in der nächsten technologischen Phase führend in unserer Branche sein. Deshalb bündeln wir unsere Kompetenzen.

Was haben wir vor?

Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatten wir eine erste Absichtserklärung unterzeichnet.

Daraufhin haben wir im März einen Kooperationsvertrag über die gemeinsame Grundlagenforschung im Bereich der Lithium-Ionen-Batterietechnologie geschlossen. Die Batterie ist eine der Schlüsselkomponenten für nachhaltiges Fahren. Sie hat maßgeblichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, die Reichweite und auch die Kosten des Fahrzeugs.

Darüber hinaus wird die BMW Group ab 2014 verbrauchseffiziente Dieselmotoren an Toyota Motor Europe liefern.

Jetzt gehen wir den nächsten Schritt.

Wir wollen unsere Wettbewerbsposition bei nachhaltigen Zukunftstechnologien weiter stärken. Eine entsprechende Absichtserklärung haben wir heute unterzeichnet. In den kommenden Monaten werden wir Möglichkeiten für eine weiterführende Zusammenarbeit prüfen –

  • bei der Entwicklung elektrifizierter Antriebe,
  • bei der Forschung im Bereich Leichtbau,
  • bei der Entwicklung von Brennstoffzellen und
  • bei künftigen Fahrzeugarchitekturen, beispielsweise für einen Sportwagen.

Für die BMW Group sind strategische Partnerschaften ein wesentlicher Teil unserer Strategie Number ONE. Damit sichern wir uns langfristig den Zugang zu Kunden und Technologien. All unsere Partnerschaften sind an drei Bedingungen geknüpft:

  • Erstens: Sie stehen auf der Grundlage gegenseitigen Vertrauens und Commitments.
  • Zweitens: Sie stellen eine Win-win-Situation dar.
  • Drittens: Der Premium-Charakter und die Eigenständigkeit unserer BMW Group Marken bleiben gewahrt.

Alle drei Kriterien sind bei der Zusammenarbeit mit der Toyota Motor Corporation erfüllt.

Lieber Herr Toyoda,
noch einmal vielen Dank, dass Sie heute zu uns nach München gekommen sind.
Ich persönlich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.

Die individuelle Mobilität in ein neues Zeitalter zu führen – das ist eine ebenso spannende wie anspruchsvolle Aufgabe.

Wir stellen uns dieser Herausforderung.
Mehr noch: Wir gestalten sie aktiv – aus einer Position der Stärke.
Gemeinsam werden wir in unserer Branche Maßstäbe setzen.

Vielen Dank!

  • MFetischist

    “Drittens: Der Premium-Charakter und die Eigenständigkeit unserer BMW Group Marken bleiben gewahrt.”

    Über die äußere Wahrnehmung entscheiden zum Glück die Kunden. So wie der i3 aussieht, besteht die Kooperation eh seit Jahren.

  • GoSilla

    geschmack Sache hat der affe gesagt, als er in die Schmierseife gebissen hat. 

    ich find es sehr gelungen und eine gute Interpretation des BMW Designs, aber trotzdem stark eigenständig.

  • simons700

    “bei künftigen Fahrzeugarchitekturen, beispielsweise für einen Sportwagen”

  • quickjohn

    “Die Stärke von BMW liegt nach meiner Überzeugung in der Entwicklung von Sportwagen ….”

    Ich finde es ja gut dass Herr Toyoda das so einschätzt – aber es fehlt halt (derzeit) an dem körperlich vorhandenen Beweis. Wahrscheinlich liegt aber nur eine Übersetzungsschwäche vor und er meinte ‘sportliche Wagen’ – wenngleich er ‘sportcars’ sagte.

    Semantik beiseite, wenn sich die Ingenieure nun auch noch verstehen sollten – und darin liegt wohl der Knackpunkt (sh. daimler ./. bmw) – dann hat diese Koop gewaltiges Potential. Wirklichen Wettbewerb zwischen den Beiden gibts nur in USA mit Lexus wobei m.E. es dort min. 2 Premium-Marktsegmente gibt – nämlich das der Deutschen und das der Japanischen Anbieter mit dem Focus auf jeweils dem Wettbewerb mit den Heimatmarken.

    BMW wird auch sofort fesstellen können ob Toyota evtl. falsch spielen möchte; die Hybrid-Technologie ist ad hoc verfügbar – das Carbon-Know How eher noch in den Kinderschuhen.

    Strategisch betrachtet steckt jedenfalls in dieser Munic-Toyota Connection mehr Potential als in der Daimler-Renault/Nissan Beziehung. Hoch sinnvoll ist auch der Verzicht auf jegliche Kapitalverflechtung.

    • MFetischist

      In erster Linie zeigt es jedoch deutlich auf, was BMW – wie auch die dt. Mitwettbewerber – über Jahre verpennt hat -> Den Zukunftsmarkt des Hybrids zu sehen, ernstzunehmen und in BMW-Güte zu entwickeln und interpretieren.

      Dieser “Fehler” wäre verschmerzbar gewesen, wenn man die Entwicklung des Wasserstoffantriebs über ein paar marketingwirksame Kleinprojekte hinaus vorangetrieben und zur Serienreife gebracht hätte. Keine Tankstelleninfrastruktur? Auch Elektrotankstellen mussten geschaffen werden. Im Wasserstoff hätte durchaus die automobile Zukunft liegen können.

      Jetzt auf japanisches Know-How Zugriff bekommen zu wollen, um Jahre des Entwicklungsrückstandes wettmachen zu können, ist eher eine Tragödie für das dt. Ingenieurswesen und wirft einen Schatten auf die Innovationskraft und -lust benannter und bekannter Marken.

      Warum auch entwickeln, wenn sich mit dem Bestehenden munter Dividenden für die Aktionäre erwirtschaften lässt? Für einen Mehrwert für die Kunden? Echten (er)fahrbaren Fortschritt und keine weitgehende technische Stagnation in den letzten 5 Jahren?

      Du hast den AMS Artikel zum X1 gelesen. Die latent angebrachte Kritik ist berechtigt. ~ 1,7 Tonnen in einem X1 25d? 

      Ja die Japaner mögen bei Raumkonzepten seit Jahren führend sein, technische Marktführerschaft kam fast ausschließlich aus Deutschland.

      Masse statt Klasse. 

      Aber für Massenware steht ja auch die japanische Autoindustrie.

      Als ich letzte Woche aus München meinen Rückrufbrief erhielt, fühlte ich mich ebenfalls an Toyotas Turbulenzen in dieser Hinsicht erinnert. 

      Grund zur Freude?

      BMW’s Werbestrategie hingegen erinnert eher an an einen bayrischen Mitbewerber. Ein Feuerwerk der i-Promo. Warum? Um den Marktstart vorzubereiten? 

      Eher um darüber wegzutäuschen, dass man die Fahrzeuge Jahre zu spät auf die Straßen bringt und Öko-Lobbyisten zu beruhigen. Clever aber es verfängt nicht. 

      Stand deswegen der i3 in Leipzig in der hintersten Ecke? Abgeschottet vom Scheinwerferlicht der großen Bühne und – meinem Eindruck nach – auch weitestgehend außerhalb des Interesses der Messebesucher? Den i8 zeigte man da schon eher her. Zum einen weil man mit dem ja nicht Volumen machen muss und zum anderen weil man so optisch darüber hinwegtäuschen kann, dass man auf dem Gebiet der Supersportwagen der Konkurrenz nichts entgegenzusetzen hat. 

      Wenigstens sind Entwicklungen wie die der “Carbonkarosserie” ein Schritt in die richtige Richtung, um auf den “German-Way” zurückzukommen. 

      Bleibt zu hoffen das der i3 so revolutionär sein wird, dass “German-Engineering” auch auf dem Gebiet den Rang bekommt, der ihm zusteht.

      • der_ardt

        Ich stimme dir allgemein zu, bis auf folgende Punkte:
        “Jetzt auf japanisches Know-How Zugriff bekommen zu wollen, um Jahre des
        Entwicklungsrückstandes wettmachen zu können, ist eher eine Tragödie für
        das dt. Ingenieurswesen und wirft einen Schatten auf die
        Innovationskraft und -lust benannter und bekannter Marken.” Meine Meinung dazu:

        Das ist in meinen Augen eher das Versagen von Vorständen als von den Ingeneuren.

        Wasserstoff-Infrastruktur wäre machbar gewesen, aber nicht für BMW allein, zumal vor einem Jahrzehnt das Image von BMW nicht so grün war wie es jetzt (zu recht?) ist, dementsprechend wären abgesehen von den 7ern eh keine Verkäufe zu erwarten gewesen. Elektroautos kann man notfalls zuhause über Nacht laden, das ist bei den Menschen präsenter.

        • MFetischist

          Sers ‘Ardt,

          Völlig richtig.

          Natürlich liegt es nicht an den Ingenieuren, sondern an den Vorständen. Trotzdem ist es auch ernüchternd das es diesbezüglich alle dt. Premiumhersteller mit den “drei Affen” gehalten haben und uns die Japaner vormachen müssen, wie es geht. -.-

          Und auch wenn die Ingenieure nichts zu entscheiden haben, muss es irgendwo Rückkopplungsschnittstellen geben, die es ermöglichen den trockenen Zahlenmenschen die Augen zu öffnen. Wer solche Trends verschläft, spart auf dem ersten Blick vll. Investitionsmittel aber zahlt hintenraus kräftig drauf.

          Lieber jede Nische mit billig zu entwickelnden Derivaten fluten und das “Neuerung” nennen als wirklich Innovationen und Visionen voran zu treiben.

          Ich drifte ab.

          Und ja das “über-Nacht-laden” ist auch alles richtig. Nützt dem Langstreckenfahrer aber nichts, der vom Öl loskommen aber trotzdem mit seinem Fahrzeug auch außerhalb von Städten Kilometer machen will.

          Der kann nicht zig Stunden an der E-Tanke warten, bis sein Hobel wieder für 100 km Saft hat.

          Da ist der Wasserstoff – trotz seines Gefahrenpotentials – eine interessante Alternative.

          Und ob es möglich gewesen wäre? Hm die Autoindustrie hat genug Lobbyisten, die die Entscheidungsträger in der Politik zur Förderung und Forderung solcher Anlagen hätten “überreden” können.

          Der Wille dazu war nicht da. Aber das ist ja immer so ;).

          Grüße

          =) Feti

          • Steve8178

            “Nützt dem Langstreckenfahrer aber nichts,” Welcher Langstreckenfahrer (privater Bereich, oder gewerblichen Bereich?) fährt einen Stromer auf der BA??

            Bis jetzt sind Stromer ausschließlich nur für den Urbanen Bereich gebaut, auch die vom Hersteller Toyota.

            Für mich ist hier der Kompromiss, Plug in, die beste Lösung die einem “Langstreckenfahrer” -der unbedingt von Öl loskommen will/möchte- entgegenkommen wird und der auch am meisten Sinn machen wird.

             “Der kann nicht zig Stunden an der E-Tanke warten, bis sein Hobel wieder für 100 km Saft hat.” Eine volle Tankladung mit Strom dauert mit einer Wallbox 32 A ./Ladeleistung 22kW und 400V Drehstrom weniger als 1 Stunde, sozusagen eine Zwischenmalzeit ist möglich.

            • MFetischist

              1. Hybrid ist nur eine Brückentechnologie außer man kombiniert ihn mit Wasserstoff.

              2. Dem Elektroauto müsste nicht die Zukunft gehören, wenn Wasserstoff als Energieträger gefördert werden würde.

              3. Plug-in nützt dir nichts, wenn irgendwann das Öl zur Neige geht, sprich unbezahlbar wird.

              4. “Eine volle Tankladung mit Strom dauert mit einer Wallbox 32 A ./Ladeleistung 22kW und 400V Drehstrom weniger als 1 Stunde, sozusagen eine Zwischenmalzeit ist möglich. ”

              In unserer durchgetakteten und beschleunigten Welt sind 1 Stunde schlicht eine zu lange Zeit.

              Deswegen zeige ich mich bei dem Thema allgemein sehr skeptisch. 

              Nicht Leichtbau wird der Schlüssel zum Erfolg sein, sondern grundlegende Innovationen im Bereich der Akkutechnik. Hinsichtlich der Kosten, der Größe, dem Gewicht, nicht zuletzt der Ladegeschwindigkeit und vor allem(!) der Ladekapazität.

              Wenn man mit einem Stromer mit einer Ladung 500 – 1000 km weit kommen würde, wäre das wichtigste geschafft.

              Klingt heute noch utopisch aber wenn das nicht das Ziel ist und sein sollte, brauch man die Fahrzeuge gar nicht weiterentwickeln.

              Der Wasserstoffler hat den Vorteil, dass er auf weitestgehend konventioneller Technik beruht, zeitnah zu entwickeln wäre und die ganzen Probleme der Stromer nicht kennt.

              Verbrennerflair mit Ökolabel. Hallelujah singen die Engel. 

          • der_ardt

            Salute Feti!

            Die Autolobby besteht nunmal nicht nur aus BMWlern, dementsprechend schwer wäre es gewesen die Autolobby überhaupt erstmal für Wasserstoff zu gewinnen. Gegen Wasserstoff spricht neben der Handhabung auch der miese Wirkungsgrad, zumindest solange die Produktion nicht mit regenerativer Energie bewerkstelligt wird. Ich würde Wasserstoff zwar an sich auch den Alternativen vorhziehen, aber bis damit ernsthaft fossile Brennstoffe in nennenswertem Maße ersetzbar sind, werden noch einige Jahrzehnte ins Land gehen.
            Mit Elektroautos kannst du mich jagen, ich sehe darin weder die endgültige noch eine ernstzunehmende Übergangslösung.. Bin mal gespannt wie das mit BMW i so weitergeht, das Projekt ist sicherlich nicht das bei den Aktionären gern gesehenste.

            Grüße zurück! :-0

            • MFetischist

              Ja der Flair der Maschine geht irgendwie verloren. Ist wohl wie mit den Loks. Heute ist alles E aber die echten Bahner schwören auf die Dampfloks. 

              Die Dinger haben auch ihren ganz eigenen Charme. =)

              • der_ardt

                Bin zwar kein Bahner, aber ich bin was diese alte, störrische Technik angeht absolut gleichgesinnt. Durch meinen Stiefvater habe ich die Möglichkeit alte BMWs (R60/R100, solo und als Gespann), Triumphs (Tiger 750) sowie Norton zu fahren und mit den viel neueren Maschinen (SpeedTriple usw.) von bekannten zu vergleichen. Sprotzende, fehlzündende und zickige Bikes verlieren ihren Reiz im Gegensatz zu den modernen Bikes ohne Marotten nicht.
                Und die guten Heizer hatten damals wenigstens nicht mit Übergewicht zu kämpfen ;-)

        • Steve8178

           “Wasserstoff-Infrastruktur wäre machbar gewesen, aber nicht für BMW allein”
          sehe ich genauso, damals noch mit dem 7er Hydrogen 7 unterwegs, war leider keiner gewillt mit zu machen. Leider hat man in diese Richtung schon viel gearbeitet und beim Elektroauto eben nicht. Der Hype zum Elektro war zu groß, das sich BMW davon abwenden möchte, aber auch der Rückstand ist nun größer.

          Man weiß ja selber das man sich lieber auf eine Sache konzentrieren soll und nicht auf mehrere gleichzeitig.  

          Trotzdem war der Ansatz von BMW beim Wasserstoff schon extrem gut, aber alleine diese Aufgabe bewerkstelligen war impossible.

          • MFetischist

            Eigentlich müsste auch die Tankstellenlobby Interesse am Wasserstoff haben. :D So könnten sie ihre Monopolstellung auf dem Gebiet behalten. 

            Hätten sich da mal die richtigen Leute zusammengesetzt.

            Grüße an den Familienvater.

            • Steve8178

               Ths Feti. Vater zu sein ist was tolles und wunderbares. Ich wills nie wieder missen wollen..

              Tropic: Ja die richtigen Leute hätten “gemeinsam” was erreichen, aber leider arbeiten ja alle für sich. Ich Wette, würden sich ein PAAR Hersteller zusammen schließen und man würde nur auf dem Gebiet Elektro Arbeiten, so wäre man schon viel weiter. Oder: Ein paar Experten von jedem Hersteller. Naja, so belebt auch der Wettbewerb das Geschäft. ;)

          • der_ardt

            Extrem gut finde ich den Ansatz nicht, für mich war die Wasserstoff-Flotte eher ein Technikbeispiel des machbaren, ohne die Infrastruktur eben einfach nicht attraktiv für Leute die ihr Auto wirklich brauchen. Als solches ist die Flotte bzw. das Know-How ja nicht verloren

            • Steve8178

               …soweit wie ich weiß abeitet ja Daimler an 3 Baustellen, Brennstoffzelle, Wasserstoff und wie jeder andere auch am Elektroauto. Naja ob man sich nicht auf eine Sache spezialisieren sollte, bleibt dahin gestellt.

    • CSL E46

       Hallo Quickjohn,

      wie meinst du das ->”BMW wird auch sofort fesstellen können ob Toyota evtl. falsch spielen”

      Dass Toyota event. nur die Karbontechnologie haben möchte, aber im Gegenzug nicht die Hybridtechnik raurückt oder nur teilweise hergibt?

      • quickjohn

        Ja – ich denke dass diese Konstellation für BMW einen gewissen Vorteil beinhaltet. Sollte Toyota mit dem know-how Transfer in Sachen Hybridtechnologie zögern so ist dies für BMW sofort verifizierbar – für Toyota ist dies im Carbon-Bereich nicht so klar erkennbar …..

        Sollten bei Toyota also weniger partnerschaftlicher Überlegungen im Spiel sein – woran ich aber nicht glaube – ist das Risiko für BMW, auf der Einbahnstrasse rel. kow-how abzugeben, doch eher gering.

  • quickjohn

    Der hier breit vorgetragenen Homage an die Wasserstofftechnologie – incl. der daraus seitens BMW nicht genutzten Chancen – kann ich mich nicht anschliessen.

    Meiner Auffassung nach war dies schlicht ein Irrweg seitens BMW. Es war der Versuch, bekannte und bewährte Antriebstechnologie – nämlich Hubkolben-Verbrennungsmotoren – nur durch Wechsel der Primärenergie langfristig am Leben zu erhalten. Am grundsätzlich schlechten Wirkungsgrad dieses Antriebssystemes verbesserte sich dabei nichts – der ohnehin bescheidene Wirkungsgrad des Ottomotors wurde per Wasserstoff noch nicht einmal annähernd erreicht; bei gleichzeitig deutlich höherem Energieeinsatz für die Produktion des Wasserstoffes.

    Die Brennstoffzelle hingegen – als überzeugender Energieumwandler für den Wasserstoff – löst zwar auch nicht das Problem auf der Herstellungsseite, zeigt aber bei der Abgabe der Sekundärenergie Elektrizität einen ausgezeichneten Wirkungsgrad.

    Also, das Wasserstoff-Hubkolben-Experiment zu beerdigen war die absolut richtige Handlungsalternative seitens BMW. 

  • quickjohn

    Ich gehe einmal davon aus, dass hier hinsichtlich der Auffassung dass es sich beim Hybridantrieb in heutiger Form (Benzin/Diesel + Elektroantrieb aus Batteriespeicher) nur um eine Übergangstechnologie handelt, Konsens herrscht. Sobald ausreichend elektrische Energie im Fahrzeug transportiert (gespeichert oder hergestellt) werden kann, entfällt die Sinnhaftigkeit des Verbrennungsmotors in diesem Konzept.

    Für die gewaltigen Entwicklungskosten bleibt also in jedem Fall nur eine kurze Amortisationsfrist und auf der anderen Seite ist time-to-market ein noch limitierendererFaktor. Deshalb verfolgt BMW genau das richtige Ziel – möglichst schnell und ‘kostengünstig’ an, bei Toyota vorhandene, Technologie zu kommen.

    Die Frage ob BMW das auch entwickeln könnte stellt sich für mich nicht – das hat man mit hybrid 7 und aktuell 5 und 3 schon bewiesen. Aber die Entwicklungsgeschwindigkeit ist zu gering und die Kosten insgesamt zu hoch.

    Wenn man alle möglichen Fussangeln ignoriert, könnte die Koop Toyota/BMW die Erfolgreichtste in der Automobilgeschichte werden – die Potentiale dafür sind in den beiden Unternehmen vorhanden.

    • Steve8178

      …ich hoffe selbstverständlich das BMW hier ein Goldhändchen bewies und mit Toyota eine Kooperatioen auf die Beine gestellt hat, die seinen Gleichen sucht.

      Toyota ist auf dem Gebiet Hybrid, Hybridpionier, daher muss hier BMW ordentliche Argumente an den Tag gebracht haben um Toyota ins Boot zu holen und die PSA höchstwarscheinlich ab zu stoßen.

      Auch wie du schon richtig geschrieben hast, ist eine Amortisation der richtige Weg. Eine Teilamortisation, wegen der hohen Entwicklungskosten, ein Spaget auf einer Messersklinge.

      Und auch lasse ich mich gerne überzeugen, dass die Kooperation, sicher eine Top-Adresse sein wird, hoffe nur das BMW nicht so viel Know-How auf dem Gebiet vom Carbon Preis geben wird, evt. auch bei den weltbekannten Dieselmotoren.  ;)

  • moehre

    Schöne Diskussion hier :)

    Was vllt. auch noch eine Rolle spielt, aber in der Pressemitteilung nicht genannt wird: toyota hat extrem effiziente Produktionssysteme und -Methoden. Sicherlich gibt es auch dort den Wunsch von Synergieeffektekten und der frühzeitigen Schaffung effizienter Montagelinien.

    • der_ardt

      Ja, schöne Diskussion hier, auch wenn irgendwas fehlt

      Grüße,
      R6-Fahrer  ;-) ;-)

      • Steve8178

         ..erwischt, böser Bub….;p

        • der_ardt

          Ich bin mir keiner Schuld bewusst!

          Gruß,
          325i-Fahrer

          • MFetischist

            :D ach ich mag den alten Hitzkopp… Kenn kaum einen der trotz der neuen Fakten so loyal zur Marke steht.

            • der_ardt

               Ich weiß 1. nicht wovon du/ihr sprichst/t und 2. sind etwaig geweckte Assoziationen gänzlich ungewollt.
              ;-) Ich mag ihn ja auch aber in letzter Zeit flaumt er schon ziemlich rigoros alles an was als Kritik auslegbar ist.

              Gröt yooo,
              ‘ardt

  • simons700

    Akku + Elektromotor ist die einzig sinnvolle Kombination um
    sich mit erneuerbarer Energie fort zu bewegen!
    Wasserstoff im Verbrennungsmotor:

    Wirkungsgrad bei der Erzeugung von Wasserstoff : 0,6-0,8
    Wirkungsgrad bei der Verbrennung: 0,2
    n=16%

    Wasserstoff + Brennstoffzelle + eMaschiene
    Wirkungsgrad bei der Erzeugung von Wasserstoff : 0,6-0,8
    Wirkungsgrad Beim laden und entladen des Akkus 0,95
    Wirkungsgrad der Brennstoffzelle : 0,5-0,7
    Wirkungsgrad eMaschiene 0,9
    n=48%

    Lithium-Ionen-Akkus + eMaschiene
    Wirkungsgrad Beim laden und entladen des Akkus 0,95
    Wirkungsgrad der eMaschiene 0,9
    n=85%

    Es gibt natürlich noch ein paar andere Ansätze z.b. den von solar fuel
    (http://www.solar-fuel.net)
    Sie entwickeln Anlagen, die kurz gesagt Strom in Gas verwandelt.
    Und das mit einem Wirkungsgrad von 80%.
    Audi unterstützt dieses Unternehmen übrigens.
    Gas ist einfach zu speichern und kann sogar ins Gasnetz eingespeist werden!
    Hört sich gut an wenn man das so liest, ist aber leider totaler Schwachsinn.
    Jedem der in Physik aufgepasst hat wird klar sein dass es nicht besonders klug
    ist die höchste Energieform in eine der niedrigsten zu verwandeln. Die einzige
    Energieform in die man Gas praktisch verlustfrei verwandeln kann ist wärme! ;)
    Davon abgesehen das die Herstellung großer Gasmengen noch nicht möglich ist, würde
    sich hier ein ähnlicher Wirkungsgrad wie bei der Wasserstoffverbrennung
    ergeben…

    Da brauche ich doch keine Flottenversuche mit Wasserstoffautos, das liegt auf
    der Hand!

    • Lordkwel

      Die Wasserstoff Autos waren doch reine PR. Nicht mehr nicht weniger…Die gesamte Autoindustrie (oder jede beliebige Industrie) nutzt sowas einfach um so zu tun, als würde sie was machen.
      Die Elektrorevolution (oder Brennstoffzelle, etc.) wird doch immer noch stiefmütterlich behandelt, weil einfach die immensen Investitionen gescheut werden. BMW hat gottseidank jetzt mal einen Schritt gemacht.
      Generell will aber niemand das Thema zu hoch aufhängen.
      Sonst würde man z.B. endlich mal mit dem Thema Reichweite aufräumen:
      99% aller Leute brauchen keine 500-1000km Reichweite. Das ist reine Angstmacherei. Es gibt Studien, die zeigen dass der Durchschnittsbürger unter 100km pro Tag fährt. Arbeit, Einkaufen und das wars.

      Jedes Elektroauto kann das heute schon. Und für alles andere holt man sich einen Verbrenner aus einem Pool, der mit im Vertrag ist. Die paar Leute die jeden Tag hunderte Kilometer unterwegs sind, brauchen zwar immer noch was anderes, aber 90% der Bürger kommen mit Elektro völlig aus.

      • Steve8178

         …könnte ich so unterschreiben…;)

        • simons700

          Ich auch!
          Ähnlich ist es mit der Höchstgeschwindigkeit.
          Dazu sei erwähnt dass man in keinem Land (außer Deutschland) schneller als
          140kmh fahren darf…

          • MFetischist

            Tja.. Deutschland <3

  • M3-Dreamer

    Wenn ich mir mal den mutigen Ansatz von Toyota mit dem tollen GT86 so ansehe … würdce ich hoffen, dass sich auch die M-GmbH bei ihren richtigen M-Modell da mal ein Scheibschen von abschneidet … wenn ein Großserienhersteller DAS kann (es sich leisten!) wird es ein relativer Nischenhersteller Wie BMW M allemal können … also let´s go !!! Die Kunden würden es danken!

    • Steve8178

      …ja GT86 schaut ja von außen nicht übel aus, aber von innen “für mich” eine unendliche Plastiklandschaft ala 1990. Ansonsten ist der Ansatz Klasse, zumindest vom Exterieur.

      • M3-Dreamer

        Nicht zu vergessen … der Motor !!!

        • Steve8178

           …ja Leistung zum Gewicht find ich auch Klasse. Sind zwar keine Megasprintwerte für die heutige Zeit, aber der Preis ist bei ihm Heiß;P

          • M3-Dreamer

            Und das Beste zur heutigen Zeit … kein Turbo sondern Drehzahl … mutig, da ziehe ich meinen Hut … es wäre wirklich schön, wenn die M-GmbH wäre SO mutig, zumindest was die wirklichen Sportmodelle angeht … Gewicht runter, dann brauchts keinen Turbo um Fahrspaß, –leistung und Verbrauch einigermaßen unter einen Hut zu kriegen … kein Emmifan würde sich über 1.425kg, 440PS, 430Nm und einen NEFZ-Verbrauch von 9,9ltr. beim F80M3 beschweren, wenn es dafür beim 4.0ltr.S65(Tü) V8 bliebe … und auch auf den BMW Gesamtflottenverbrauch hätte das nur marginale Auswirkungen.

            Was man so in der Forenwelt so hört wird der Lexus IS-F Nachfolger wohl beim V8-Sauger bleiben und dafür beim Gewicht deutlich abspecken … wie schon O.Kahn sagt “Eier muß man haben” und Toyota hat sie eindeutig siehe LFA und GT86 … Autos von Fans für Fans … das wofür auch die M-GmbH mal gestanden hat. 

            Naja vielleicht färbt bei der Kooperation etwas von dem Spirit ab.

            Gruß M3-Dreamer

            • MFetischist

              In diesem Sinne:

              Lieber 1.000 kg als 1.000 PS.

  • Pingback: Toyota und BMW: Sportwagen-Baukasten mit Hybrid-Technik?

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