Kaum bekannt: BMW M3 DTM auf E36-Basis war für 1993 geplant

Motorsport | 30.05.2012 von 18

Mit großem Tumult feierte BMW in diesem Jahr seinen erneuten Einstieg in die DTM. Zwanzig Jahre mussten die Fans warten, um bayerische Werkswagen in der …

Mit großem Tumult feierte BMW in diesem Jahr seinen erneuten Einstieg in die DTM. Zwanzig Jahre mussten die Fans warten, um bayerische Werkswagen in der Rennserie wieder siegen sehen zu können. Was so gut wie niemand weiß: Bereits für die Saison 1993 wurde ein BMW M3 auf E36-Basis nach dem damaligen DTM-Reglement aufgebaut und nahezu fertig entwickelt.

Doch hinter den Kulissen entfachte zwischen den Herstellern innerhalb der Serie ein handfester Streit. Während die Konkurrenz (Alfa Romeo, Audi, Mercedes und Opel) in den Hightech-Rennwagen kompakte Sechszylinder in V-Anordnung einsetzte, hielt BMW traditionsbewusst am Reihensechszylinder fest. Im Sinne einer ausgewogenen Gewichtsverteilung und Chancengleichheit der Fahrzeuge sollte der länger bauende Motor im M3 ein wenig in Richtung Innenraum versetzt werden. Eine Einigung untereinander wurde nicht gefunden. Wutentbrannt zog der damalige Motorsportchef Paul Rosche noch im Dezember 1992 dem Projekt den Stecker.

Das Fahrzeug wurde bis dahin gewissenhaft konstruiert und ausgiebig getestet. Der Motor wies, wie es das Reglement forderte, einen Hubraum von 2,5 Litern auf. Das Serientriebwerk auf Basis des M50B25 leistete im 3er und 5er etwas weniger als 200 PS und drehte maximal 6500/min. Selbst in der M-Spezifikation mit 3,0 Litern Hubraum, Einzeldrosselklappenanlage und Fächerkrümmer “nur” 286 PS bei maximal 7280/min. In der DTM-Konfiguration gespickt mit feinster Renntechnik waren es dann um die 400 PS bei Drehzahlen weit jenseits von 10000/min.

Der Werkswagen wäre im Startflaggen-Design angetreten. Das Design erbten dann die Modelle in den anderen Rennserien. Nach dem Ausstieg konzentrierte sich BMW auf den Einsatz des M3 im Warsteiner-ADAC GT Cup. Die dort BMW M3 GTR genannte Version war in Anlehnung an die Gruppe N technisch weniger kompromisslos, aber nicht minder schön anzusehen.

Der seriennahe, leicht aufgebohrte Motor mit 3,1 Litern Hubraum leistete statt 286 nunmehr 325 PS. Auf Anhieb konnte der dort eingesetzte Wagen die Meisterschaft mit Johnny Cecotto als Fahrer für sich entscheiden. Der Erfolg im Motorsport ging für den M3 also auch nach 1992 zügig weiter.

(Bilder & Infos: BMW)

  • quickjohn

    Naja, es gab eine Menge techn. Probleme um den Motor, die BMW damals den DTM-Verzicht ebenfalls rel. nahe legten.

    Zum Einen traten kaum beherrschbare, zerstörerische Drehschwingungen bei Höchstdrehzahlen an der langbauenden Kurbelwelle des Reihensechser auf – diese waren bereits beim M1-Sechszylinder (bei niedrigerem Drehzahlniveau) ein bekanntes Problem gewesen.

    Zum Anderen war die Bohrung mit max. 86 mm (Mercedes u. Alfa arbeiteten mit ca. 94 mm) im Sinne einer optimalen Zylinderfüllung/Leistungsausbeute zu gering und im R6 auch nicht vergrösserbar.

    Einen V6 zu konstruieren und einzubauen war für BMW – wegen des Serienbezuges zum R6 – keine Option (so wie heute beim F30 M3 …..)

    • M-Crack

      Rosche ist doch kein Noob! Der hat schon ganz anderen Motoren ordentlich Beine gemacht. Selbst der uralte, vom Eisenschwein abstammende M1-Motor dreht als Procar schon um die 10.000 Umdrehungen.

      • quickjohn

        …. es waren 9.200/min. um korrekt zu sein und die Schwingungsdämpfer flogen bekanntlich den Piloten in der Procar-Version (Gruppe 4 mit ca. 470 PS) nur so um die Ohren …

        Das hatte halt weniger mit den Qualitäten von P. Rosche als Konstrukteur zu tun sondern mit den physikalischen Drehschwingungsproblemen einer langbauenden R6-Kurbelwelle ….

        Und bei der Bohrung – resp. den daraus resultierenden mögl. Ventilquerschnitten – konnte auch Rosche nicht zaubern ….

  • Jochen Fischer

    Wenn ich mich recht erinnere, wurden aber in der DTM-Saison 1993 trotzdem E 36-Karrossen mit der Vierzylinder-Technik des E 30 zeitweise eingesetzt (Fahrer Schmickler oder Stippler).

    • quickjohn

      Stimmt – es war u.a. ein Fahrzeug des Isert-Teams u.a. pilotiert von Poldi v. Bayern in Jägermeister Farben. Der Motor war eine modifizierte Version des 2,5 ltr. 4-Zylinders mit (dann erlaubter) Trockensumpf-Schmierung und angeblich 380 PS.

      In wieweit das Chassis wirklich mit der Entwicklung der M-GmbH identisch war, wusste bereits damals niemand. 

      • Roland Schöll

        …es war das Team um den Allgäuer Luggi (Ludwig) Linder, der den E36 in England bei Fosstech entwickel ließ und mit den Piloten Schmickler und Stippler eingesetzt hat.
        Der Erfolg hielt sich in Grenzen…

  • Michi

     Coole Sache. Den E36 hätte ich gern mal gesehen und vor allem gehört.

  • Gab es den GTR zufällig auch in Kleinserie für die Straße? Ich meine ich hätte vor Jahren mal einen weißen gesehen. Der hatte ebenfalls den großen Heckflügel mit den Distanzstücken. Der M3 LTW war es jedenfalls nicht, denn er hatte ebenfalls weit ausgestellte Kotflügel wie der GTR.

  • Phil, 318is/4 Classs II

     Den gab es nicht als Kleinserie für die Straße aber es gab/ gibt Breitbau Kits im GTR Look, original ist was anderes 😉

  • M-Crack

    Einen Breitbau-M3 in Serie gab es beim E36 IMHO nie. Sonderserien waren der GT (nur Europa, Motor wie normaler M3 3.0 bloß mit 295 PS) und der Lightweight (nur USA, Standard-US-Motor mit 244 PS).

  • BMW550i

    Wahnsinn, was aus dem M50-Motor rauszuholen ist 🙂

    Grüße

  • BMW550i

    Wahnsinn, was aus dem M50-Motor rauszuholen ist 🙂

    Grüße

  • BUB

    geil 2x M50-Motor kaufen, nachbauen,
    und gleich dazu einen möchtegern P54B20 nachbau dazu, lasst uns mal wieder Geld verballern! 🙂

  • Theo

    Hier drei Fotos der BMW M3 E36 aus der DTM 1993 und 1994. Das sehr schöne Jägermeister Auto wurde damals eingesetzt durch das Team Linder. Armin Hahne war der Fahrer und hat leider nur ein Punkt gesammelt. Er hätte oft Technische Problemen im Rennen.

    In 1994 war Frank Schmickler für das Team Linder am Start der DTM.
    Auch gab es in 1994 das WS-DHL-Team mit Rüdiger Schmitt und Harald Becker am Steuer zwei BMW’s.

    Grüße

  • Szabo

    Vielleicht noch Eins oder Zwei Nachträge dazu:

    bereits 1991 testete BMW mit einem modifizierten BMW Coupe und schmalen Verbreiterungen im MB EVO II Stil den E36 für die DTM, ich habe Bilder davon aus der Auto-Motor-Sport Zeitschrift …

    der “DTM-Prototyp” hat überlebt und wurde dann zum Art Car von “Sandro Chia” umgebaut, es handelt sich 100% um den DTM-Prototyp, ich konnte den während einer Sonderausstellung im BMW-Museum sehr lange unter die Lupe nehmen bevor mich ein Museumsmitarbeiter gebeten hat weiterzugehen und nicht unter das Auto zu liegen 😀 das Modell das man oben sieht im Zielflaggenlook gibt es auch als frühes Modell des Artcars Entwurfs (Bild ebenfalls vorhanden)

    um zum “GTR” es gab eine Kleinserie davon, mit breiten Backen und Flügeln. Laut Reglement des ADAC-GT-Cups mussten mindestens 2 Fahrzeuge für die Strasse hergestellt werden, es entstanden 2 Fahrzeuge, eines davon wurde aussgiebig von Auto-Motor-Sport gestestet und sollte ca. 250.000 DM !!! kosten, Bericht davon ebenfalls vorhanden. Verkauft wurde offiziell niemals ein Wagen davon aber produziert wurden sie! Sie waren nackt, ohne Rennflaggendesign und hatten keine Innenausstattung. Gibt sogar ein Modellauto davon der Fa. UT-Models (existiert nicht mehr) Jahrelang galten die Wagen als verschollen bis zu dem Moment als die Fotos der M-Tiefgarage auftauchten, der “GTR” mit Zielflaggenmuster ist einer davon, zu erkennen an der 5 Loch Anbindung und dem Strassenprofil der Reifen ….

    Ich hatte schon einmal angeboten für Bimmertoday zu schreiben aber keiner meldete sich bei mir, dabei hätte ich Unmengen an Individualdaten usw. zu bieten.

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