Streit um SGL Carbon zwischen VW und BMW geht in die nächste Runde

BMW i | 16.10.2011 von 19

In den letzten Monaten stand die SGL Group mehrfach im Fokus der Öffentlichkeit, denn mit BMW und Volkswagen würden sich gleich zwei große deutsche Autobauer …

In den letzten Monaten stand die SGL Group mehrfach im Fokus der Öffentlichkeit, denn mit BMW und Volkswagen würden sich gleich zwei große deutsche Autobauer gerne die Dienste der Firma aus Wiesbaden sichern. Nachdem sich Volkswagen zu Beginn des Jahres 2011 überraschend ein großes Aktienpaket gesichert hat, erhöhte auch die SKion GmbH von BMW-Großaktionärin Susanne Klatten ihre Anteile an SGL.

Mit der Voith GmbH gibt es noch einen dritten großen Aktionär, der mittlerweile 9,14 Prozent an der SGL Group hält und außerdem enge Kontakte zur Volkswagen-Tochter Audi unterhält. Nach Informationen des Spiegel bereiten nun sowohl Volkswagen als auch BMW den Kauf weiterer Aktienpakete vor, um sich die Vorherrschaft oder zumindest gewisse Mitspracherechte innerhalb der SGL Group zu sichern.

Für BMW ist die Partnerschaft mit der SGL Group von essentieller Bedeutung, denn die Modelle der Submarke BMW i werden zu großen Teilen mit dem leichten Werkstoff Carbon gefertigt. Gemeinsam mit SGL unterhält BMW im amerikanischen Moses Lake ein Joint-Venture zur Produktion von Kohlefasern, die dann an verschiedenen Standorten weiterverarbeitet und schließlich im Werk Leipzig beim Bau von BMW i3 und BMW i8 verwendet werden sollen.

Sobald es neue Erkenntnisse hinsichtlich der zukünftigen Aktionärsstruktur der SGL Group gibt, werden wir natürlich darüber berichten. In München ist man sich der Bedeutung von SGL in jedem Fall bewusst und wird mit allen Mitteln versuchen, eine Mehrheit für Volkswagen zu verhindern.

(Bild: 2010 © SGL Group | Quelle: Der Spiegel via Manager-Magazin.de)

19 responses to “Streit um SGL Carbon zwischen VW und BMW geht in die nächste Runde”

  1. Gibtsnicht says:

    dieser vw Konzern wird mir immer unsympathischer gibt’s ja nicht dass die überall die Finger drin haben

    hoffe es geht für BMW u Frau klatten gut aus sie sollen mit allen Mitteln kämpfen hat hier jemand eine Idee wie man am besten Vorgehen könnte ?

    • Tobi says:

      Hoffe natürlich auch auf die Gunst seitens BMW aber wenn man das ein wenig neutraler sieht muss man ggf. sogar VW gute Arbeit bescheinigen da genau das im Grunde genommen deren Aufgabe ist überall wo es lukrativ scheint ihre Finger im Spiel zu haben … wie auch immer wir wartens ab!

      • Anonymous says:

        “VW gute Arbeit bescheinigen da genau das im Grunde genommen deren Aufgabe ist überall wo es lukrativ scheint ihre Finger im Spiel zu haben … wie auch immer wir wartens ab!”

        Naja zumindestens sollte es in ihrem Interesse sein keine Trends zu verpennen. Geld ist eh wie Heu da, da können sie es auch in solche Projekte schaufeln. Touché und soweit richtig. Trotzdem bleibt natürlich auch immer ein fader Beigeschmack, wenn jemand eine Idee vordenkt und dann munter in Torschlusspanik auf fahrende Züge aufgesprungen wird. Aber warum soll VW diesbezüglich nicht auch seine “follower” Position ausleben!? =)

        Solangs nicht in Betriebsspionage endet ist es wie gesagt legitim. Konkurrenz belebt das Geschäft und das schlägt sich hoffentlich in noch besseren Produkten nieder. =)

    • Anonymous says:

      Das VW handelt wie sie handeln ist ja nichts neues. Ich freu mich auch das der Skandal mit dem VFL wieder hochkocht. 

      http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,791926,00.html

      Trotzdem sind BMW und Frau Klatten keine “Opfer”. Die Beteiligungssituation wie sie sich aktuell bei SGL darstellt, liegt ja an SGL – und auch an Klatten – selbst, weil sie eben nicht alleiniger Zulieferer von einem Unternehmen sein wollen.

      Das ist auch gut so. Vor allem wenn BMW mal wieder Kosten im Einkauf senken will…

      Da kann ich SGL sehr gut verstehen und würde ich an ihrer Stelle auch nicht anders machen. Wichtig ist nur das man diese Schraube des “gegeneinander auspielens” nicht überdreht. Die Interessen von VW sind ebenso verständlich. Wenn untereinander keine Geschäftsgeheimnisse weitergeflüstert werden, seh ich da kaum Probleme am Horizont. 

      Klar könnte man Klatten “vorwerfen” das sie vll. zu zaghaft agierte und sich von Anfang an zu “gering” an SGL beteiligt hat. Jedoch ist natürlich nicht klar wieviel von ihren bescheidenen ~ 15 Milliarden US Dollar als Kapital in BMW / Altana / Nordex und Co. gebunden sind. 

      Jetzt wurde aufgestockt ( sie hält aktuell durch ihre Beteiligungsfirma gut ~ 27 Prozent an dem Laden ) und das wird nicht das letzte mal gewesen sein. 

      “verbundenen riesigen investitionen gefährdet.”

      Das ist bis zu einem gewissen grad unternehmerisches Risiko… Mein Mitleid hält sich trotz aller Sympathie natürlich in Grenzen, denn BMW ist kein Wohlfahrtsverband. Denn sie wissen ( nicht ? ) was sie tun ;).

  2. Anonymous says:

    Mensch – ist doch egal – BMW wird das schon hinbekommen. Der i3 und i8 stehen ja vor der Tür quasi 🙂

    VW hat nichtmal was im Plan – also bitte, um die mach ich mir schon lange keine Sorgen mehr.

    emirbmw

    • Gibtsnicht says:

      ja nur ging es bmw damals schon um die teils geheimen pläne und infos zwischen ihnen und sgl, wenn hier jetzt vw zugriff erhalten könnte wäre die arbeit der letzten jahre und die damit verbundenen riesigen investitionen gefährdet.

      verstehe nicht warum vw hier jetzt auch bei sgl einsteigen muss, gibt es doch angeblich auch beziehungen ins management von sgl. sollen sich eine andere firma suchen

    • Anonymous says:

      “um die mach ich mir schon lange keine Sorgen mehr.”
      Bei BMW macht man den Fehler zum Glück nicht!

  3. Cecotto says:

    ich verstehe hier einige fanboys nicht, bzw. deren verklärten blick auf die tatsachen nicht.

    ich selbst mag bmw ja auch überaus, ABER:

    wie blöd kann man sich denn bitte anstellen?! 

    bei der strategisch wichtigsten entscheidung – einer intensiven, innovativen, risiko- und chancenreichen zusammenarbeit mit sgl carbon – sich dermaßen wenig, stümperhaft, bzw. scheinbar ja überhaupt nicht gegen den einstieg eines mitbewerbers abzusichern, obwohl gerade deren besonderes interesse nach den ersten strategischen ankündigungen (=>carbon serienproduktion) vollkommen absehbar war und deren finanzielle resourcen ebenso?

    albern ist das. das audi jetzt faktisch mit voith UND indirekt über voith mit sgl zusammenarbeiten kann, setzt dem ganzen nur die krone auf.

    das wird bmw sicherlich nicht den ganzen – teuer erkauften! – vorsprung kosten, aber doch ein gehöriges stück selbst wenn die herren von vw und voith nicht alles sehen würden.

    peinlich, peinlich, bmw!

    chapeau, vw & voith!

    gratulation sgl carbon! 

    • Anonymous says:

      Wie sähe eine solche Absicherung denn deiner Meinung nach aus, mal angenommen SGL wäre (aus welchen Gründen auch immer) einziger in Frage kommender Partner für eine Carbon-Technologie-Beziehung?

  4. Anonymous says:

    Ich verstehe es auch nicht, warum sich da BMW nicht abgesichert hat. Vielleicht sollten Sie von anfang an SGL Carbon direkt uebernehmen und als Tochterunternehmen nur fuer BMW zu fertigen.
    Die werden es schon wissen aber wenn sich BMW noch die Butter vom Brot nehmen laesst ist das echt die Lachnummer.

  5. iQP says:

    SGL darf mit Sicherheit keine Informationen von BMW an VW weitergeben ….

  6. Sax says:

    +11,60 % heute scheint als die runde zu machen 🙂 mal sehen was da noch geht!

    • MarkusS says:

      Wie soll man sich denn absichern? Man kann ja nicht jeden Lieferanten
      aufkaufen, das macht überhaupt keinen Sinn. BMW hat das schon richtig
      gemacht, da ist gar nichts peinlich dran.

      VW hat das Thema Carbon einfach verpennt, und hofft nun, über eine
      Sperrminoität (25%) Einfluss auf SGL Carbon zu bekommen. Eventuell
      streben sie einen Aufsichratsposten an um an Informationen zu kommen.

      Seltsam ist halt, dass VW sich SGL ausgesucht hat. Es gibt genügend
      andere Carbon Hersteller. Das ist schon eine Art Angriff auf BMW, sieht
      aber eher nach ener Verzweiflungstat aus, da man anscheinend die Voith AG im Hintertreffen liegen sieht.

  7. Anonymous says:

    Um VW die Lichter auszuknipsen erwägt BMW nun offenbar selbst in SGL als Anteilseigner einzusteigen und zusammen mit SKION zusammen über die magische 50% Hürde zu hüpfen.

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