Automatisierte Autobahn-Fahrt: BMW macht den 5er F10 selbständig

BMW 5er | 30.08.2011 von 20

Für manchen Autofahrer klingt es nach einem Traum, für andere ist es ein Albtraum: Autos, die praktisch ohne Fahrer fahren können. Bis vor wenigen Jahren …

Für manchen Autofahrer klingt es nach einem Traum, für andere ist es ein Albtraum: Autos, die praktisch ohne Fahrer fahren können. Bis vor wenigen Jahren handelte es sich hier noch um ferne Zukunftsmusik, die vor allem in Hollywood-Filmen zu finden war, aber in den letzten Jahren haben viele Hersteller an entsprechender Technik gearbeitet und dabei enorme Fortschritte gemacht.

Auf abgesperrtem Terrain haben fast alle Anbieter schon Versuchsfahrzeuge getestet und Google betreibt in den USA sogar eine kleine Flotte von umgebauten Toyota Prius, die ohne Fahrer unterwegs sind und ihre Passagiere meistens unfallfrei ans Ziel bringen – allerdings nicht immer. Auch bei BMW hat die Anzahl der Assistenzsysteme in den letzten Jahren rasant zugenommen, was auch zu mehr Erfahrungswerten mit der immer leistungsfähigeren Sensorik an allen Ecken eines modernen Automobils geführt hat.

Das gestern vorgestellte Ergebnis ist insofern weder eine Überraschung noch eine Revolution, sondern lediglich der logische nächste Schritt: Einige Journalisten durften sich auf einer Autobahn-Fahrt von München nach Nürnberg von den Fähigkeiten der Technik überzeugen und es sich auf dem Fahrersitz eines speziell umgerüsteten BMW 5er F10 bequem machen. Sobald die Autobahn erreicht war, konnte sich der Fahrer per Knopfdruck weitestgehend überflüssig machen und dem Auto das Beschleunigen, Bremsen und auch Spurwechsel überlassen.

Der Mensch am Steuer wird hier zur Kontrollinstanz, die nur noch darüber wachen muss, dass die komplexe Technik keine Fehler macht. Greift der Fahrer stärker ins Lenkrad oder benutzt die Pedale, erhält er sofort die Kontrolle über das Fahrzeug, aber auf einer normalen Autobahnfahrt sind solche Eingriffe nicht notwendig. Die Autobahn ist hierbei übrigens der bevorzugte öffentliche Verkehrsraum, weil sich die Verkehrssituation am einfachsten erfassen lässt und Dinge wie Gegenverkehr, Fußgänger oder Radfahrer in der Regel keine Rolle spielen. Bis die Technik auch den Verkehr einer belebten Großstadt richtig analysieren und sicher daran teilnehmen kann, wird noch etwas Zeit vergehen.

Für einige Anwendungsgebiete soll die Technik allerdings schon in absehbarer Zeit serienreif sein: Der BMW i3 soll bereits ab 2013 in der Lage sein, im zähfließenden Verkehr bei bis zu 40 km/h selbständig zu fahren, so lange der Fahrer mindestens eine Hand am Lenkrad hält. So muss der Fahrer nicht eingreifen, signalisiert dem Auto aber seine Handlungsbereitschaft, falls die Technik irgendetwas übersieht.

Nico Kämpchen (Projektleiter Hochautomatisiertes Fahren bei der BMW Group Forschung und Technik): “Für den Fahrer ist es eine völlig neue und ungewohnte Situation, die Fahraufgabe komplett in die Hände eines Systems zu legen. Aufgrund der sehr geschmeidigen, souveränen und sicheren Fahrweise hat man jedoch bereits nach einigen Minuten Vertrauen in das selbstständig fahrende Fahrzeug. Nichtsdestotrotz bleibe ich – der Fahrer – natürlich in der Verantwortung und beobachte jederzeit aufmerksam meine Umgebung.
Das Nächste, die wir unserem Prototyp ‚beibringen‘ wollen, sind der Umgang mit Baustellen und Autobahnkreuzen. Gerade bei Baustellen stellt sich uns noch die Frage, wie wir alle vielfältigen Formen zuverlässig erkennen, lokalisieren und die jeweils entsprechende Handlungsstrategie ableiten.”

  • Anonymous

    Benny, wird das Fahren des Fahrzeugs von GPS oder von am Fahrzeug befindlichen Sensoren gesteuert?! Weißt du da was?? GPS find ich eindeutig die bessere Lösung…

    • http://www.BimmerToday.de Benny

      Sowohl als auch. GPS ist für die Routenplanung und -führung unerlässlich, dazu kommen natürlich Sensoren zum Erfassen der Verkehrssituation. Hier werden die Daten von Spurverlassenswarnung, Spurwechselassistent, aktiver Geschwindigkeitsregelung, Verkehrszeichenerkennung und Notbremsassistent miteinander verknüpft, um ein realistisches Gesamtbild zu erzeugen. Für das selbständige Fahren sind aber auch noch zusätzliche Sensoren notwendig, die in der Serie noch keine Verwendung finden, weil der Fahrer ja *noch* fürs Fahren zuständig ist und die Assistenten ihn lediglich dabei unterstützen.

      • Anonymous

        dachte mir schon das beides zum tragen kommt, GPS für die den Straßenverlauf und die Sensoren für den bewegenden Verkehr. Danke

      • Anonymous

        dachte mir schon das beides zum tragen kommt, GPS für die den Straßenverlauf und die Sensoren für den bewegenden Verkehr. Danke

    • iQP

      Die Genauigkeit von GPS kann zwar mittlerweile sehr genau sein, aber auch hier gibts natürlich Messfehler, besonders bei schlechtem Empfang und auch die Karten haben Messfehler, außerdem ändern sich Straßenführungen (z.B. Baustellen). Eine genaue Spurerkennung und Sensoren für die Fahrzeuge drumherum in Kombination mit den Kartendaten und GPS machts möglich.

      • Anonymous

        ja das stimmt, spüre es ja jeden Tag, das Navi brauch 1. lange zum erkennen und 2. nicht immer genau. Weiß jemand wie weit die Sensoren die Gegend ertasten können?? 50m 100m??

        Über einen Berg sicher schwer, da muss das GPS mit den Sensoren am Auto ein Team sein, sonst gibt es, -wenn man sich zu viel auf das ” weniger selber fahren” oder “unkonzentriert ist” freien lauf für einen evt Unfall wenn Stau ist! Naja, bis das wirklich reif ist vergehen noch Jahre…

        find es aber trotzdem Interessant, gerade für das Busines wenn man lange uinterwegs ist, sicher der Renner wenn man auf der Autobahn noch ein paar Prasentationen fertig machen kann.

      • Anonymous

        ja das stimmt, spüre es ja jeden Tag, das Navi brauch 1. lange zum erkennen und 2. nicht immer genau. Weiß jemand wie weit die Sensoren die Gegend ertasten können?? 50m 100m??

        Über einen Berg sicher schwer, da muss das GPS mit den Sensoren am Auto ein Team sein, sonst gibt es, -wenn man sich zu viel auf das ” weniger selber fahren” oder “unkonzentriert ist” freien lauf für einen evt Unfall wenn Stau ist! Naja, bis das wirklich reif ist vergehen noch Jahre…

        find es aber trotzdem Interessant, gerade für das Busines wenn man lange uinterwegs ist, sicher der Renner wenn man auf der Autobahn noch ein paar Prasentationen fertig machen kann.

        • Anonymous

          Wenn man sich die Bilder genau ansieht, erkennt man, dass an dem Fahrzeug etliche zusätzliche Sensoren verbaut wurden. GPS dürfte dabei wohl eher nebensächlich sein und so wie heute nur zur Navigation und eventuell zur zusätzlichen Kontrolle verwendet werden.

          Der Hauptteil wird bei den meisten Fahrzeugen dieser Art von Kameras oder Laserscannern erledigt. Die Kamera sieht man unter dem Rückspiegel, einen Laserscanner scheint man hier nicht einzusetzen. Eine Bilderkennungssoftware verarbeitet diese Daten und hält das Fahrzeug entsprechend auf der Spur.
          Damit erübrigt sich auch die Frage nach der Reichweite, denn die wird, so wie beim menschlichen Fahrer, durch die Sichtweite begrenzt, wobei ich vermuten würde, dass die Software einen bestimmten Bereich vor dem Fahrzeug hat, auf den sie sich konzentriert. Über einen Berg kann das System natürlich nicht sehen, aber das kannst Du ja auch nicht.
          Mit Laser und Radar wäre es aber möglich Systeme zu bauen, die durch dichten Nebel, Regen oder Schnee sehen. Außerdem wäre es dem System egal ob es Tag oder Nacht ist.

        • Anonymous

          Wenn man sich die Bilder genau ansieht, erkennt man, dass an dem Fahrzeug etliche zusätzliche Sensoren verbaut wurden. GPS dürfte dabei wohl eher nebensächlich sein und so wie heute nur zur Navigation und eventuell zur zusätzlichen Kontrolle verwendet werden.

          Der Hauptteil wird bei den meisten Fahrzeugen dieser Art von Kameras oder Laserscannern erledigt. Die Kamera sieht man unter dem Rückspiegel, einen Laserscanner scheint man hier nicht einzusetzen. Eine Bilderkennungssoftware verarbeitet diese Daten und hält das Fahrzeug entsprechend auf der Spur.
          Damit erübrigt sich auch die Frage nach der Reichweite, denn die wird, so wie beim menschlichen Fahrer, durch die Sichtweite begrenzt, wobei ich vermuten würde, dass die Software einen bestimmten Bereich vor dem Fahrzeug hat, auf den sie sich konzentriert. Über einen Berg kann das System natürlich nicht sehen, aber das kannst Du ja auch nicht.
          Mit Laser und Radar wäre es aber möglich Systeme zu bauen, die durch dichten Nebel, Regen oder Schnee sehen. Außerdem wäre es dem System egal ob es Tag oder Nacht ist.

        • Anonymous

          Wenn man sich die Bilder genau ansieht, erkennt man, dass an dem Fahrzeug etliche zusätzliche Sensoren verbaut wurden. GPS dürfte dabei wohl eher nebensächlich sein und so wie heute nur zur Navigation und eventuell zur zusätzlichen Kontrolle verwendet werden.

          Der Hauptteil wird bei den meisten Fahrzeugen dieser Art von Kameras oder Laserscannern erledigt. Die Kamera sieht man unter dem Rückspiegel, einen Laserscanner scheint man hier nicht einzusetzen. Eine Bilderkennungssoftware verarbeitet diese Daten und hält das Fahrzeug entsprechend auf der Spur.
          Damit erübrigt sich auch die Frage nach der Reichweite, denn die wird, so wie beim menschlichen Fahrer, durch die Sichtweite begrenzt, wobei ich vermuten würde, dass die Software einen bestimmten Bereich vor dem Fahrzeug hat, auf den sie sich konzentriert. Über einen Berg kann das System natürlich nicht sehen, aber das kannst Du ja auch nicht.
          Mit Laser und Radar wäre es aber möglich Systeme zu bauen, die durch dichten Nebel, Regen oder Schnee sehen. Außerdem wäre es dem System egal ob es Tag oder Nacht ist.

        • hermann

           dafür könnte man ja aber auch den zug nehmen… da fährt jemand anders, idr schneller als it dem auto, man kann arbeiten und umweltfreundlicher is es auch noch!

        • hermann

           dafür könnte man ja aber auch den zug nehmen… da fährt jemand anders, idr schneller als it dem auto, man kann arbeiten und umweltfreundlicher is es auch noch!

        • Anonymous

          Auf der Autobahn am Steuer eine Präsentation machen finde ich mit einem derartigen System noch zu gefährlich. Fahrer sollte zumindest eine Hand am Lenkrad haben um eingreifen zu können..

          • iQP

            das Problem ist dann auch noch, dass die Reaktionszeit noch länger ist, weil man ja nicht aktiv am Steuer ist …

            • Anonymous

              stimmt, das auch noch.. ich wäre bei so einem System momentan jedenfalls noch sehr skeptisch. Mercedes hat sich mit dem Nebelradar auch tierisch blamiert..

              • iQP

                Ich nutze nicht mal mein Tempomat auf der Autobahn, wozu brauch ich dann das? ;)
                Tempomat höchstens bei einer langen Baustelle und 80, weil man sonst immer zu schnell fährt.

  • Anonymous

    Der Witz an solchen Systemen ist ja der, dass auf der einen Seite versucht wird irgendwo 3% Energie zu sparen und auf der anderen Seite werden Gewicht und Verbraucher ins Auto gepackt das es nur so kracht.

    Das für mich bessere Project ist die “Car to Car” Kommunikation. Dadurch lassen sich viel leichter Autos führen (auch als Kolonne koppeln) und das Problem der eingeschränken “Sicht” der System ist auch geklärt, weil das Auto voraus dem Hintermann einfach die Daten weitergibt. Nur leider müssten sich die Hersteller mal auf ein paar gemeinsame Standarts einigen und alle neuen Autos damit ausstatten…

  • Mitsu

    Prima! Da kann ich ja bald auf meiner Hausstrecke Hannover Berlin meinem Sekundenschlaf ganz entspannt nachkommen… ;-)

  • dsf

    Und im Falle eines Unfalls müssen dann BMW bzw. andere Hersteller für den Schaden aufkommen?

  • Pingback: BMW und Continental: Gemeinsame Forschung an automatisierter Fahrt()

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