AutoCar: BMW X4 kommt später oder ist komplett gestrichen (?)

BMW X4 | 18.06.2011 von 28

Mit unseren Infos können wir einen neuen Artikel der AutoCar zwar nicht bestätigen, aber da die Briten für gewöhnlich gut informiert sind, wollen wir ihre …

Mit unseren Infos können wir einen neuen Artikel der AutoCar zwar nicht bestätigen, aber da die Briten für gewöhnlich gut informiert sind, wollen wir ihre Aussagen auch nicht unerwähnt lassen. Wie wir bereits berichtet haben, arbeitet man in München intensiv an einem BMW X4, bei dem es sich genau wie beim weltweit erfolgreichen X6 um einen Geländewagen mit dynamischer Linienführung und coupéartiger Dachlinie handeln soll.

Während der X6 auf dem X5 basiert, soll der X4 auf dem kleineren X3 F25 aufbauen und dementsprechend kleiner und erschwinglicher ausfallen. Einer der Hauptgegner könnte dabei der für 2013 geplante Porsche Cajun sein, der auf dem Audi Q5 aufbauen und ebenfalls sehr dynamisch gestaltet sein soll.

Bis zur B-Säule könnte der X4 weitestgehend identisch mit dem X3 sein, wenn wir von etwas sportlicher gestalteten Schürzen und eventuell anderen Scheinwerfern absehen. Die Dachlinie des viertürigen Fahrzeugs soll dann ähnlich wie beim X6 aussehen, weshalb bei der Kopffreiheit im Fond und auch beim Ladevolumen Einschränkungen zu erwarten sind.

Im Artikel von AutoCar.co.uk geht es eigentlich um einen potentiellen Audi Q4, der einen ähnlich Ansatz verfolgt wie der X4. In diesem Zusammenhang wird eher beiläufig erwähnt, dass der X4 nicht auf der Plattform des X3 kommen solle, weil man bei BMW stattdessen an einer gemeinsamen Plattform für X3 und X5 arbeiten würde.

Da die Planungen für den neuen BMW X5 F15 intern bereits weit fortgeschritten und der X3 F25 erst vor ein paar Monaten auf den Markt gekommen ist, erscheinen uns diese Überlegungen aber eher unwahrscheinlich. Der Start des BMW X4 würde sich in diesem Fall erheblich verzögern und man würde die ohnehin vorhandene Plattform des X3 ohne Not nicht vollständig ausnutzen.

Wir gehen daher weiterhin davon aus, dass wir innerhalb der nächsten drei Jahre einen BMW X4 bei den Händlern sehen werden. Sollte es neue Infos oder Gerüchte geben, werden wir natürlich darüber berichten.

28 responses to “AutoCar: BMW X4 kommt später oder ist komplett gestrichen (?)”

  1. Anonymous says:

    Heee der X4 muss kommen, ich kenn genügend die sich den wünschen, weil X6 einfach a tick zu groß!

    • Cecotto says:

      du kennst also 20.000+ menschen weltweit, die sich ein derartiges derivat wünschen und auch definitiv kaufen? glückwunsch. dann hast du bmw sicher etwas voraus.

      _________________
      man darf hier nicht vergessen, dass die tatsächlichen marktpreise eines X3/X4 deutlich unter denen eines X5/X6 liegen. im höherwertigen segment ist die tendenz zu mehr häkchen in der aufpreisliste einfach größer. d.h. es liegt hier auch mehr rendite.fakt ist aber parallel auch, dass die teile der fixen aufwendungen (kapazitativ bei entwicklung, erprobung, etc.) gleich bleiben, ob es sich nun um einen X6 oder einen X4 als derivat handelt. daraus ableitend – und unter berücksichtigung das umsatz = preis x menge -, lässt sich feststellen, dass die avisierte nischenzielgruppe im fall X4 bedeutend größer sein muss als beim X6. denn der erlös ist geringer, die entwicklungskosten hingegen ähnlich hoch.in sofern liegt eben auch die kritische masse eines solchen derivats ungleich höher und ist deshalb nur eingeschränkt mit dem X6 vergleichbar. dennoch helfen hier die erfahrungen, die man in genereller hinsicht beim X6 machen konnte. so gesehen, dass die kannibalisierung fast ausschließlich positiv ausfiel, da die bisherigen X6 kunden die tendenz zur maximalen ausstattung mit den größten motoren hatten.

      einen strategischen vorteil hätte das ganze in jedem fall: bmw agierte. denn bringt bmw ein derartiges derivat nicht, bringt es audi. dann muss bmw früher oder später nachziehen. in einer agierenden rolle lebt es sich für bmw besser. 

      einen strategischen nachteil hat das ganze aber auch: auch wenn die X-modellle sportlich ausfallen, entsprechen sie nicht dem naturell bmws. die balance verschiebt sich zunehmend weg von der sportlich, dynamischen modellpalette hin zu den dominanten und schweren modellen, die mit viel aufwand auf einigermaßen sportlich getrimmt werden. die frage wird sein, wieviel derartige modelle sich bmw als der eigentlich sportlichste premiumanbieter von großserienmodellen noch leisten möchte, während parallel die sportlichsten markenschärfer seit jahren kürzer treten (alle modelle werden schwerer und schwerer, kein sportwagen, m-modelle werden ebenfalls schwerer, bekommen x-drive, bekommen großserienmotoren und keine eigenentwicklungen mehr, etc.). die frage wird also sein, wie lange akzeptiert der kunde, dass die bmw dynamik vermehrt durch leistung erkauft wird, um die negative gewichtsspirale – dem element, was sport und tatsächliche dynamik eigentlich konterkarriert – zu kaschieren. 

      je mehr bmw in anderen bzw. auch neuen gefilden räubern möchte, desto mehr entsteht eigentlich der bedarf nach der betonung des bmw ureigenen. von porsche weiß ich, dass man diese frage gerade intensivst auf vorstandsebene diskutiert, um hier die marke im zuge des programmierten wachstumskurses nicht irreparabel zu bschädigen. bei bmw bin ich mir aktuell nicht so sicher.

      • Anonymous says:

        “du kennst also 20.000+ menschen weltweit, die sich ein derartiges
        derivat wünschen und auch definitiv kaufen? glückwunsch. dann hast du
        bmw sicher etwas voraus.” 

        Was ist denn für Dich genügend? Hmmm?
        Lass es einfach, du hast einfach keine freundliche Art und das wird sich auch nicht ändern. Ich kenne sicher paar Interessenten die sich so einen wünschen und auch kaufen würden.

        Es war auch das Design vom X6 das wie so oft umstritten war, aber er läuft, speziell in den USA! Ich bin mir sicher das auch der X4 kommen wird, denn der Markt an SUVs ist gefragter denn je, das weiß auch BMW….

        • Cecotto says:

          ich wollte damit auf dein “genügend” anspielen. eine platform, ein derivat oder ähnliches haben immer eine kritische masse (stückzahl), die gebraucht wird, damit es überhaupt lohnend ist sie zu bauen.

          du kommst wieder an und sagst, du kennst genügend die einen X4 wollen. du kommst immer an mit persönlichen beispielen. das ist natürlich wissenschaftlicher unsinn. denn du bist sicher nicht repräsentativ für bmw mit der auswahl deines bekanntenkreises.

          ich gehe schwer davon aus, dass du eben nicht 20.000+ menschen kennst, die ein solches derivat kaufen würden, was ich als kritische masse tippen würde. in sofern, legst du hier immer deine wünsche basierend auf deinen persönlichen erfahrungen dar, verkaufst diese gleichwohl aber als wahrheiten und erkenntnisse.

      • manuelf says:

        In vielerlei Hinsicht teile ich deine Ansichten.
        Trotzdem sehe ich kein so hohes Risiko für BMW bzgl. X4:
        Ja – das Thema Entwicklungskosten/Absicherung für ein X3 Derivat muss einkalkuliert werden. Aber grundsätzlich ist BMW inzwischen bzgl. seiner Produktlinien und Wiederverwendung bereits sehr effizient geworden. Ein X4 wird bis auf die Karosserievariante identisch zum X3 sein – so aufwändige Zusatzentwicklungen wie die DPC beim X6 wird es hier nicht geben. Nachdem auch der X4 preislich höher positioniert werden kann, ist BMW auch nicht ganz so drauf angewisen, dass ein Kunde quer durch die Aufpreisliste klickt. Herstellkosten sind identisch zum X3 – das Fahrzeug wird aber sicher ca. 7-10% höheren Grundpreis haben….
        Deine Meinung, dass BMW aufpassen muss, nicht zum SUV/SAV Hersteller zu mutieren, teile ich. Ich schaue diesbezüglich momentan mit Argusaugen auf die M-GmbH! Im Prinzip muss die BMW AG ihre Tochter als Gegenpol nützen, um die sportlichen Gene hochzuhalten. Die ///M hätte das Potential die Großserienfertigungs-Technologie, die mit SGL für Leichtbau der BMW i Palette entwickelt wird, für Fahrzeuge anzuwenden, die wie ein klassischer BMW aussehen…. ich persönlich kann es hier ja verschmerzen, wenn die M gut gemachte Turbo-Motoren verbaut, solange das Gesamtpaket perfekt ist.
        Der F10 (der optisch in meinen Augen ein großer Wurf ist) ist leider sportlich unter Druck geraten ob des doch relativ hohen Gewichtes. Dies fällt vor allem im Vergleich zu Audi auf, die das Gewichtsziel beim neuen A6 wohl deutlich weiter oben im Lastenheft hatten.
        Ich glaube aber, dass BMW da inzwischen aufgewacht ist und alle Fahrzeuge, die nach F10/F11/F12/F13 rauskommen das Gewichtsthema ernsthaft aufgreifent. F20/F25 sind Beispiele: Diese Fahrzeuge sind jeweils gleich schwer/leichter als die Vorgänger trotz mehr Raum/Größe, Komfort, Torsionssteifigkeit…

        • Cecotto says:

          ich warte da einfach mal den neuen a3 ab. ich wette, dass audi auch hier für staunen sorgen wird und ein gutes stück leichter ist als der 1er.

          beim a6 war ich auch schon negativ überrascht, wie weit audi da enteilt ist.

  2. “weil man bei BMW stattdessen an einer gemeinsamen Plattform für X3 und X5 arbeiten würde.”

    Piech lässt grüßen!
    BMW verspielt schön langsam wirklich alle Alleinstellungsmerkmale, schade!

    • Cecotto says:

      ich dachte auch mal so. fakt ist leider, dass 98% der kunden völlig egal ist, was unter der karosse steckt. das ding muss tun und gut aussehen. hier wurde doch mal die statistik beim altern 1er zitiert, dass ein gros der kunden nichtmals weiß, dass die kiste heckantrieb hat.

      audi macht es ja vor. da interessiert es auch keinen, dass es nur noch zwei autos gibt: die quer- und die längsmodulare plattorm, jeweils in anderen radständen.

      die betriebswirtschaftliche bewertung ist da eindeutig. die moralische fällt sicher anders aus…

      • Anonymous says:

        da sind wir mal wieder bei einer Statistik, die immer aber auch immer nicht stimmen muss. Mir kann keiner erzählen, das er nicht weiß wo die Räder angetrieben werden. Sogar meine Mutter, die von Autos 0 Ahnung hat weiß das und fährt nicht mal selber.

        Und das dem Kunden egal ist, was unter der Haube steckt ist schlicht und ergreifend völliger Blödsinn. Ja, evt eine Frau legt sicher mehr “WERT” auf das Design, nicht grundlegend die Technik, aber ein Mann oder technisch orientierte Frauen werden zu 100% wissen wollen was er kann und technisch möglich ist.

        • Cecotto says:

          derlei statistiken werden von intelligenten, darauf spezialisierten menschen erstellt. derlei marktforschungen sind überhaupt der grund, warum es bmw gelang die ein oder andere nische zu etablieren. 

          und diese studie, wissenschaftlich und wohl auch repräsentativ für die bmw 1er käuferschaft erstellt –  sagt genau aus, dass die kunden eben – entgegen deiner persönlichen, unrepräsentativen meinung – nicht wissen, bzw. sie es auch nicht interessiert, bzw. nicht von größerer bedeutung ist, was genau unter dem kleid steckt. es muss gut aussehen, es muss tun und es muss spaß bereiten. in nicht wenigen fällen, soll es auch ein image transportieren. 

          dass du, oder deine mutter oder sonstwer in deinem bekanntenkreis weiß, was wo angetrieben wird, liegt daran, dass du dich eben augenscheinlich sehr für die oberflächliche materie interessierst und dich unter nahezu jedem bmw artikel in nahezu jedem größeren forum verewigst.

          so sind aber eben nicht alle bmw käufer, bzw. alle potenziellen bmw käufer veranlagt.

          • Anonymous says:

            Diese Menschen die die Statistiken erstellen müssen aber auch zusehen, dass ihre Auftraggeber zufrieden sind. Es gibt bestimmte Gruppen, die man gezielt befragen kann, um eine Umfrage auf ein bestimmtes Ergebnis zu lenken. Und wenns darum geht einen bevorstehenden Wechsel auf Frontantrieb vorzubereiten ist so eine Statistik natürlich sehr gelegen.

            • Cecotto says:

              henne oder ei? frontantrieb gezielt vorbereiten oder vorherrschende egalität über das antriebskonzept erforschen?

              zumal diese statistiken sicherlich bmw intern erstellt werden. für was hat man sonst eine marketingabteilung…

              • Anonymous says:

                “zumal diese statistiken sicherlich bmw intern erstellt werden. für was hat man sonst eine marketingabteilung…”
                –>
                “Und wenns darum geht einen bevorstehenden Wechsel auf Frontantrieb vorzubereiten ist so eine Statistik natürlich sehr gelegen.”
                Die Statistik ist ja nicht geleaked sondern wurde veröffentlicht. Und es war ganz sicher nicht diese eine Statistik die plötzlich dazu geführt hat das man bei BMW jetzt mit Frontantrieb plant. Die Diskussion ist eh überflüssig, die FA-Modelle werden kommen und sich vermutlich auf mehrere Modelle auswirken (leider)

              • Anonymous says:

                “zumal diese statistiken sicherlich bmw intern erstellt werden. für was hat man sonst eine marketingabteilung…”
                –>
                “Und wenns darum geht einen bevorstehenden Wechsel auf Frontantrieb vorzubereiten ist so eine Statistik natürlich sehr gelegen.”
                Die Statistik ist ja nicht geleaked sondern wurde veröffentlicht. Und es war ganz sicher nicht diese eine Statistik die plötzlich dazu geführt hat das man bei BMW jetzt mit Frontantrieb plant. Die Diskussion ist eh überflüssig, die FA-Modelle werden kommen und sich vermutlich auf mehrere Modelle auswirken (leider)

          • Anonymous says:

            Diese Menschen die die Statistiken erstellen müssen aber auch zusehen, dass ihre Auftraggeber zufrieden sind. Es gibt bestimmte Gruppen, die man gezielt befragen kann, um eine Umfrage auf ein bestimmtes Ergebnis zu lenken. Und wenns darum geht einen bevorstehenden Wechsel auf Frontantrieb vorzubereiten ist so eine Statistik natürlich sehr gelegen.

      • Dass es günstiger/effizienter ist eine ganze modellpallette auf ein einziges chassis zu bauen ist mir auch klar. Aber der grund warum ich mir (derzeit) einen BMW kaufen würde ist nicht, dass BMW so effiziente Fertigungsstraßen hat.

        Und wenn ich den Preis zB eines 760Li in Deutschland und den USA vergleiche und davon ausgehe, dass die die Autos in den US nicht verschenken werden, dann zahl ich in Europa schlappe 50k€ direkt in die Tasche von BMW.
        Sollte ich das machen will ich aber auch was geboten für mein Geld, sonnst kauf ich mir ja gleich das verm. Passat- Derivat “Superb” und kann mir zum Preis vom 7er noch einen Chaffeur dazu bestellen.

        • Cecotto says:

          moralisch sind wir doch vollkommen einer meinung.

          ich habe auch keine lust auf diese gleichmacherei. betriebswirtschaftlich führt aber kein weg daran vorbei. und da audi genau dies in reinkultur betreibt, entsteht eben auch ein druck auf vergleichbare hersteller.

          wir sind aber auch in der unterzahl. kaum ein mensch weiß, welches modell auf welcher plattform läuft und welche modelle ebenfalls. selbst der porsche cayenne verkauft sich, obwohl er nichts anderes als ein vw tuareg ist. und die porsche kundschaft hat eigentlich ein hohes involvement niveau, was automobiles angeht.

          • Anonymous says:

            “obwohl er nichts anderes als ein vw tuareg ist”

            Sowas zu sagen ist mehr als weit gegriffen….denn soviel ist nun nicht am Porsche vom VW! 

            • Cecotto says:

              bei dir fällt mir immer nur eines ein:
              “wer mit den großen hunden pissen will, sollte das bein heben können.”.

              bodengruppe, elektronik, getriebe, alle 6 zylinder motoren: alles vw ag. jetzt würde ich gerne deine definition von “nicht soviel” wissen! zumal wir ja hier über platformen diskutiert haben, die sie sich zweifelsohne teilen…

              also beim 1er ist es wichtig, was drunter steckt – das hast du ja eben versucht mir zu erklären – und beim cayenne sind diese komponenten und ihre teilegleichheit beim tuareg vernachlässigbar?

              • Guest says:

                Trotzdem würde ich auch nicht so lapidar sagen, dass der cayenne ein touareg ist. Man kann ja auch schlecht sagen, dass der continental gtc ein phaeton ist, obwohl sie sich die Plattform, den Allradantrieb, die Luftfederung und weitestgehend den Motor teilen. Außerdem ist die Aussage, dass alle wichtigen Teile von der vw ag stammen nicht besonders zielführend, da Porsche ja zu rund 50% vw gehört.
                Zudem weist du doch selbst darauf hin, dass der vw Konzern einzelne Plattformen für eine Vielzahl von Modellen verwendet und du willst ja wohl nicht behaupten, dass diese Fahrzeuge dann die gleichen sind? Ich würde zum Beispiel auch nicht sagen, dass der q3 ein eos ist, nur weil sie sich die pq35 Plattform teilen…

              • Anonymous says:

                Allgemein muss ich Cecotto auch zustimmen und zudem denke ich auch, dass Steve ziemlich viel schreibt, aber vergleichsweise wenig qualitativen/konstruktiven Inhalt liefert. Sorry, aber manchmal nerven einige Kommentare schon etwas.

                Zu dem X4 und der Marktforschung wollte ich aber noch mal erwähnen, dass man gerade bei solchen Produkten die Ergebnisse der Marktforschung etwas mit Vorsicht genießen sollte. Wer selber mal an entsprechenden Untersuchungen gearbeitet hat, weiß wie einfach es ist, ein Ergebnis in die eine oder andere Richtung zu beeinflussen und es dabei noch wissenschaftlich korrekt aussehen zu lassen. Alleine die richtige Fragestellung ist schon ein Problem, dass die wenigsten so genannten “Spezialisten” beherrschen. Auch wenn ich persönlich davon ausgehe, dass BMW über hochqualifizierte Leute auf diesem Gebiet verfügt.

                Trotzdem ist es zum Beispiel gerade bei oben genannter Untersuchung über den Heckantrieb des 1er schon fragwürdig, ob das Ergebnis irgendeinen Wert liefert. Für mich als strategischen Produktentwickler eigentlich keinen. Man könnte die Frage danach, welche Räder angetrieben werden, auch so stellen: interessiert es überhaupt jemanden, welche Räder angetrieben werden? Und da wage ich zu behaupten es interessiert eigentlich niemanden. Auch Steve, M-Fetischist etc… nicht. Wichtig ist, dass das Produkt am Ende Spaß bringt und die Erwartungen erfüllt. Wie das technisch umgesetzt wird, ist völlig nebensächlich. Wir wissen bloß zufällig, dass in aller Regel der Hinterradantrieb das beste Ergebnis liefert, das heißt aber nicht, dass es ein Muss ist.
                Wichtig in diesem Zusammenhang ist also: was erwartet der Kunde von seinem Produkt? Wenn diese Erwartungen zum Beispiel mit einem Frontantrieb nicht zu erfüllen sind, muss das Produkt einen Hinterradantrieb erhalten, völlig egal ob dem Kunden das bewusst ist oder nicht.

                Möchte man ein innovatives Produkt entwickeln, das neue Wege beschreitet, kann man sich in aller Regel nicht auf die bisherigen Erfahrungen verlassen, die meistens mit der Marktforschung untersucht werden. Das Ergebnis wird höchstwahrscheinlich falsch sein, denn in aller Regel ist es im Rahmen einer repräsentativen Untersuchung nicht möglich alle Auswirkungen eines noch nicht vorhandenen, bahnbrechenden Produktes vorherzusagen. Damit ist auch der Erfolg schwer abzuschätzen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, aber die kommen fast immer von englischen oder amerikanischen Eliteunis. Mag sein, dass BMW über entsprechende Ressourcen verfügt, aber für das durchschnittliche mittelständische Unternehmen sind solche Ergebnisse noch schwer zu erhalten. Mag sein, dass sich das in Zukunft ändert, denn auf dem Gebiet wird viel geforscht.

                Beim X4 ist es nun wohl nicht ganz so schwierig, weil dieser nicht so radikal neu ist, wie damals der X6, aber trotzdem wäre ich auch hier mit Umfragen und Studien vorsichtig. Nach meiner persönlichen Beobachtung sind es trotz aller wissenschaftlichen Anstrengungen immer noch charismatische, weitsichtige Führungspersönlichkeiten, die ein Gefühl für den Erfolg eines neuen Produktes haben und dieses gegen Widerstände im Unternehmen durchsetzen. Das gilt umso mehr, wenn ein Produkt bekannte Pfade verlässt. Viele erfolgreiche Produkte, wie zum Beispiel der iPod, hätten noch vor 15 Jahren kaum eine Marktforschung überlebt, weshalb auch Unternehmen wie u. a. Sony diesen Markt völlig verschlafen haben. Damals dachten die Menschen halt, sie würden ihre Musik immer physisch mit einer Hülle kaufen wollen. Die Tatsache, dass Musik an sich schon kein physisches Produkt ist, hat damals einfach keiner berücksichtigt.

                • Cecotto says:

                  so sehe ich das eigentlich auch. am ende macht ein MINI auch spaß, auch wenn er “nur” frontantrieb hat. das auto muss eben gut gemacht sein.

                  am ende wollte ich eben nur diesem “platformen sind (moralisch) schlecht” gerede etwas einhalt gebieten. wie gesagt, hier sind sicher einige versammelt, ich bin ja eigentlich auch so einer, denen es zurecht gegen den strich geht, dass alles immer gleicher wird und sich nur die verpackung ändert, fakt ist aber eben auch, dass dies die breite masse nicht im ansatz so interessiert. als technischer produktmanager in einem großen deutschen mehrmarkenunternehmen stellt man genau dies ja immer wieder fest. da wird sich intern an details und speziellen bauarten aufgehangen und der kunde will einfach nur ein schönes, hervorragend funktionierendes produkt.

                  der tücken der marktforschung bin ich mir durchaus bewusst. dennoch hat bmw hier vergleichweise gut gearbeitet in der vergangenheit.

                • Cecotto says:

                  so sehe ich das eigentlich auch. am ende macht ein MINI auch spaß, auch wenn er “nur” frontantrieb hat. das auto muss eben gut gemacht sein.

                  am ende wollte ich eben nur diesem “platformen sind (moralisch) schlecht” gerede etwas einhalt gebieten. wie gesagt, hier sind sicher einige versammelt, ich bin ja eigentlich auch so einer, denen es zurecht gegen den strich geht, dass alles immer gleicher wird und sich nur die verpackung ändert, fakt ist aber eben auch, dass dies die breite masse nicht im ansatz so interessiert. als technischer produktmanager in einem großen deutschen mehrmarkenunternehmen stellt man genau dies ja immer wieder fest. da wird sich intern an details und speziellen bauarten aufgehangen und der kunde will einfach nur ein schönes, hervorragend funktionierendes produkt.

                  der tücken der marktforschung bin ich mir durchaus bewusst. dennoch hat bmw hier vergleichweise gut gearbeitet in der vergangenheit.

                • Anonymous says:

                  “interessiert es überhaupt jemanden, welche Räder angetrieben werden? Und
                  da wage ich zu behaupten es interessiert eigentlich niemanden. Auch
                  Steve, M-Fetischist etc… nicht. Wichtig ist, dass das Produkt am Ende
                  Spaß bringt und die Erwartungen erfüllt.” Ich lege meine Hand dafür ins Feuer das Steve und der Fetischist dir da widersprechen werden 😉
                  Genauso könnte man fragen obs überhaupt jemanden interessiert, wenn der Wagen 10 Tonnen wiegt. Das würde mich nicht die Bohne interessieren wenn er sich fährt wie ein Elise. Leider wird das in den nächsten 100 Jahren nicht der Fall sein und ebensowenig wird man mit Frontantrieb z.B. Übersteuern hinkriegen. Ansonsten stimme ich dir aber zu, besonders was die Glaubwürdigkeit von Studien angeht.

  3. Jan says:

    Cecotto merkt man an, was er spricht.

    Steve … fail

  4. Anonymous says:

    Die Statistik ist die höchste Form der Lüge… 😉

    Ganz klar – Marktforschung hat mehr mit Glauben als mit Wissen zu tun. Die meisten und größten Erfolge, egal in welcher Branche, sind TROTZ der Ergebnisse der Marktforschung auf den Markt gekommen. “JohnVI” hat den wahren Grund genannt – es liegt an den Entscheidern. Und da kommt es einfach darauf an, wie Visionär die denken (und dabei natürlich auch schön daneben greifen können… 😉 ). Gerade in den letzten Jahren mit der “Krise” ist es natürlich, dass sich die Chefs der jeweiligen Vertriesbregionen weltweit mit zu optimistischen Forecasts für neue Modelle zurückhalten. Und schon kann ein Modell kippen. Gerade der X4 wäre betriebswirtschaftlich kein großes Risiko, da er auf der am weitesten verbreiteten Plattform steht und damit schnell und günstig zu bauen wäre ABER die Frage muss lauten: Wer soll den kaufen und zwar weltweit gesehen?
    Für die USA und Asien (vor allem China) könnte er vielleicht zu klein sein aber ganz klar liegt das Moment mit einem solchen Fahrzeug gerade bei BMW, die haben einen Lauf (weltweit gesehen) und auch ganz klar ein glückliches “Händchen” mit dem besetzen von “Nischen”. Also, Arschbacken zusammenkneifen und den X4 bauen… 😉

    BTW:
    Anmerken möchte ich noch, dass die AUDI AG seit Jahren eine Follower Srategie fährt (Q7 nach X5, Q5 nach X3, Q3 nach X1 usw., geplanter Q6 nach X6, geplanter Q4 nach vermutlich geplantem X4). Wobei sich das “Nischenprodukt” X6 z.B. weltweit besser verkauft als der Q7. Gerade in der oberen Liga sollte man mal nicht von Audi als ernsten Wettbewerber sprechen (das gilt nur für A3,A4,A5 und (mit abstrichen) A6). Darüber hat Audi, weltweit gesehen, nichts zu melden und Mercedes ist da der  Wettbewerber.

  5. Anonymous says:

    Die Statistik ist die höchste Form der Lüge… 😉

    Ganz klar – Marktforschung hat mehr mit Glauben als mit Wissen zu tun. Die meisten und größten Erfolge, egal in welcher Branche, sind TROTZ der Ergebnisse der Marktforschung auf den Markt gekommen. “JohnVI” hat den wahren Grund genannt – es liegt an den Entscheidern. Und da kommt es einfach darauf an, wie Visionär die denken (und dabei natürlich auch schön daneben greifen können… 😉 ). Gerade in den letzten Jahren mit der “Krise” ist es natürlich, dass sich die Chefs der jeweiligen Vertriesbregionen weltweit mit zu optimistischen Forecasts für neue Modelle zurückhalten. Und schon kann ein Modell kippen. Gerade der X4 wäre betriebswirtschaftlich kein großes Risiko, da er auf der am weitesten verbreiteten Plattform steht und damit schnell und günstig zu bauen wäre ABER die Frage muss lauten: Wer soll den kaufen und zwar weltweit gesehen?
    Für die USA und Asien (vor allem China) könnte er vielleicht zu klein sein aber ganz klar liegt das Moment mit einem solchen Fahrzeug gerade bei BMW, die haben einen Lauf (weltweit gesehen) und auch ganz klar ein glückliches “Händchen” mit dem besetzen von “Nischen”. Also, Arschbacken zusammenkneifen und den X4 bauen… 😉

    BTW:
    Anmerken möchte ich noch, dass die AUDI AG seit Jahren eine Follower Srategie fährt (Q7 nach X5, Q5 nach X3, Q3 nach X1 usw., geplanter Q6 nach X6, geplanter Q4 nach vermutlich geplantem X4). Wobei sich das “Nischenprodukt” X6 z.B. weltweit besser verkauft als der Q7. Gerade in der oberen Liga sollte man mal nicht von Audi als ernsten Wettbewerber sprechen (das gilt nur für A3,A4,A5 und (mit abstrichen) A6). Darüber hat Audi, weltweit gesehen, nichts zu melden und Mercedes ist da der  Wettbewerber.

  6. […] wenn die britische AutoCar vor ein paar Wochen beiläufig erwähnte, dass sich der Marktstart des kommenden BMW X4 weit nach hinten verschieben könnte, gehen wir […]

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