US-Automarkt: Infiniti holt auf, Dreikampf an der Spitze

News | 28.04.2011 von 1

Auch wenn wir in den letzten Wochen und Monaten vermehrt über den Markt in China gesprochen haben, bleibt Nordamerika natürlich eine der wichtigsten Regionen für …

Auch wenn wir in den letzten Wochen und Monaten vermehrt über den Markt in China gesprochen haben, bleibt Nordamerika natürlich eine der wichtigsten Regionen für die deutschen Premium-Hersteller. Im Jahr 2010 lagen die USA bei den Stückzahlen prozentuel direkt hinter Deutschland und noch relativ deutlich vor China: 18,3 Prozent der verkauften Fahrzeuge gingen an Kunden in Deutschland, die USA liegen mit 18,2 Prozent praktisch auf Augenhöhe. China lag mit 12,5 Prozent noch relativ deutlich zurück, kommt aber mit großen Schritten näher an die etablierten Märkte heran.

Auf dem US-Premiummarkt dominierte in den letzten Jahren die japanische Toyota-Tochter Lexus die Verkaufszahlen, was vor allem an den sehr populären Geländewagen lag. In den letzten Monaten kamen die deutschen Hersteller BMW und Mercedes dem Platzhirsch allerdings immer näher und lagen in manchen Monaten auch schon vor den Japanern.

Im Jahr 2011 wird Lexus die Spitzenposition aller Voraussicht nach verlieren und gegenüber Automotive News hat Mark Templin von Lexus auch schon die Ursache dafür ausgemacht: Das katastrophale Erdbeben und dessen Folgen verhindern, dass Lexus den Platz an der Sonne verteidigen kann. So berichtet Templin von Problemen bei der Produktion und langen Lieferzeiten, die zu Verstimmungen bei den Kunden führen.

Ob die Ursache für den Wechsel an der Spitze wirklich in der Naturkatastrophe zu sehen ist oder ob dieses Ereignis den Ablauf nur beschleunigt hat, wird sich nicht abschließend beurteilen lassen, aber der Machtwechsel ist auf jeden Fall interessant zu beobachten. Neben dem Blick auf Lexus lohnt aber auch die Beobachtung der Verfolger, denn Mercedes konnte die Lücke zu BMW immer weiter schließen und liegt nun praktisch gleichauf mit den Münchnern.

Die weiteren Verfolger Audi und Infiniti sind derzeit noch etwas abgeschlagen, aber zumindest die Nissan-Tochter Infiniti kann sich in den letzten Monaten ebenfalls über große Zuwächse freuen. Im Jahr 2010 lag Infiniti mit etwas mehr als 100.000 Einheiten noch vor Audi und wird mittlerweile auch von den anderen Wettbewerbern als echte Bedrohung wahrgenommen. Mit sportlich positionierten Fahrzeugen zielt Infiniti auf dieselbe Klientel wie Audi und BMW und punktet dort mit niedrigeren Preisen bei vergleichbarer Qualität.

Die Entwicklung auf dem Automarkt in den USA bleibt also spannend und während in Deutschland ein Dreikampf zwischen BMW, Mercedes und Audi tobt scheinen in den USA in absehbarer Zeit nur BMW, Mercedes und Infiniti gute Chancen auf den Platz an der Sonne zu haben.

(Bild: Lexus)

One response to “US-Automarkt: Infiniti holt auf, Dreikampf an der Spitze”

  1. Anonymous says:

    Der US Premiummarkt ist in der Tat immer recht interessant zu beobachten, weil dort etwas andere Spielregeln herrschen, als bei uns.

    Allerdings sollte man die bei uns so häufig genannte Bedeutung von Lexus im Premiummarkt nicht überschätzen. Ich habe einige Zeit in Kalifornien gelebt und nach meiner Erfahrung wird Lexus zwar als Hersteller gehobener Fahrzeuge wahrgenommen, aber wird bei weitem nicht mit BMW und Mercedes gleichgesetzt. Die deutschen Hersteller sind auch dort vom Image her noch einmal eine Liga höher. Dichter an Porsche, als an Lexus. Dazu sind die Unterschiede in Design und Qualitätsanmutung zu Lexus auch für Amerikaner noch zu hoch. Die Japaner fallen auch dort auf der Straße genauso wenig auf wie hier. Auch preislich ist der Lexus in aller Regel immer am unteren Ende positioniert.

    In Statistiken werden die Hersteller zwar immer zusammengeworfen und es gibt ohne Zweifel auch einen Konkurrenzkampf, aber insbesondere die Baureihen 5er, 6er und 7er, sowie der X5, sind vom Ansehen her deutlich vor jedem japanischen Hersteller.
    Es wäre insofern mal interessant eine Statistik zu sehen, die die einzelnen Umsätze in den verschiedenen Segmenten vergleicht. Das sagt mehr aus, als reine Stückzahlen.

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