Zukunftsmusik wird Realität – Szenarien zu BMW ConnectedDrive

Concept Cars | 10.02.2011 von 8

Sowohl optisch als auch technisch scheint es sich beim BMW Vision ConnectedDrive in vielen Punkten noch um Zukunftsmusik zu handeln, die weit von einer möglichen …

Sowohl optisch als auch technisch scheint es sich beim BMW Vision ConnectedDrive in vielen Punkten noch um Zukunftsmusik zu handeln, die weit von einer möglichen Serienfertigung entfernt ist. BMW wäre aber nicht BMW, wenn man ein Concept Car für eine der wichtigsten Automessen des Jahres ohne konkrete Bezüge zu realen Projekten auf die Räder stellen würde.

Um einen Eindruck davon zu vermitteln, woran man in München derzeit arbeitet, hat BMW auch drei fiktive Geschichten in die Pressemitteilung integriert, die den Nutzen der Interaktion von Fahrer, Fahrzeug und Umwelt verdeutlichen sollen. Die dargestellten Funktionen werden heute teilweise schon in Forschungsprojekten erprobt und stehen somit relativ kurz vor einer Markteinführung. Als Beispiel sei das Projekt “Remote Controlled Parking” genannt, mit dem das automatische Einparken in Parklücken oder Garagen in der Praxis erprobt wird.

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Das Komfort-Szenario:

Im ersten Funktionsszenario des BMW Vision ConnectedDrive sind Sie alleine im Auto. Nachdem Sie eingestiegen sind, verbindet sich Ihr Smartphone automatisch mit dem Fahrzeug, die fahrzeugspezifischen Apps aktivieren sich und sind über das Hauptmenü des Fahrzeugs im frei programmierbaren Kombiinstrument zugänglich. Sofort synchronisiert sich das Auto mit Ihrem Terminkalender und weiß so, dass Sie gleich mit einem Kollegen zum Mittagessen in der Stadt verabredet sind. Es übernimmt die hinterlegte Adresse des Restaurants in die Zielführung und sucht eine geeignete Route, um das Ziel pünktlich zu erreichen. Dabei bezieht es aktuelle Verkehrsdaten in die Routenberechnung mit ein, ebenso eventuell voreingestellte Präferenzen wie besonders schnell oder besonders effizient das Ziel zu erreichen. Außerdem berücksichtigt es Parkmöglichkeiten sowie Mobilitätsalternativen über öffentliche Verkehrsmittel.

Auf dem Weg ins Restaurant erhalten sie eine SMS von Ihrem Kollegen. Das Head-Up Display informiert sie über den Eingang der SMS, die Nachricht selbst können Sie im Kombi nachlesen oder sich einfach per Text-to-Speech-Funktion vorlesen lassen. Ihr Kollege schreibt, dass er bereits an dem vereinbarten Treffpunkt ist, es dort jedoch viel zu voll ist. Er fragt Sie nach einer Alternative. Daraufhin aktivieren Sie den Auskunftsdienst von BMW Assist. Ihr persönlicher Ansprechpartner im BMW ConnectedDrive Call Center sucht Ihnen eine gleichwertige Option in der Nähe und tätigt, nach Ihrer Bestätigung des Vorschlags, eine Reservierung für Sie. Dieser Concierge Service sendet Ihnen auch die neuen Adressdaten an Ihr Navigationsgerät, Sie bestätigen das neue Ziel in der Routenplanung und die Zielführung beginnt. Danach aktivieren Sie die SMS Funktion des Fahrzeugs und formulieren über Speech-to-Text eine SMS an Ihren Kollegen mit der Adresse des neuen Restaurants.

Das als Alternative gewählte Restaurant liegt im 25. Stock eines Hochhauses mit integriertem Parkhaus. Dort angekommen schlägt Ihnen das Fahrzeug die nächstgelegene freie Parkmöglichkeit vor und hebt diese über das Head-Up Display in Augmented Reality hervor. Bevor Sie aussteigen und Ihr Smartphone die Verbindung trennt, überträgt das Fahrzeug die letzten Meter der Wegbeschreibung durch das Gebäude zum Restaurant als MicroMap auf Ihr Handy, das den Rest der Zielführung übernimmt. Nachdem Sie bequem ausgestiegen sind, parkt das Auto selbstständig ein.

Schon heute ist man bei BMW ein gutes Stück des Weges zur Realisierung des dargestellten Szenarios gegangen. In einem Pilotprojekt beteiligen sich über 820 Parkhäuser in ganz Deutschland an einer Parkhaussuche, bei dem der Fahrer neben der Navigation zum Parkhaus auch die dort vorhandenen freien Plätze angezeigt bekommt.

Die Navigation per Smartphone auf den letzten Metern vom Auto zum Ziel wird unter dem Stichwort microNavigation ebenfalls bereits erforscht. Auch an der Kommunikation von Fahrer und Fahrzeug wird gearbeitet und künftig wird es möglich sein, Emails oder SMS per MessageDictation zu diktieren, ohne die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen.

BMW-Vision-ConnectedDrive-Concept-Car-Skizze

Das Infotainment-Szenario:

Im zweiten Szenario des BMW Vision ConnectedDrive erfahren Sie, was BMW ConnectedDrive zukünftig an Infotainment im Fahrzeug ermöglichen kann. Ausgangspunkt dieses Szenarios sind Sie als Beifahrer. Auf der Fahrt durch eine Ihnen unbekannte Stadt aktivieren Sie den Emotional Browser über die berührungsempfindliche Fläche der Instrumententafel. Das Passenger Information Display in der Instrumententafel erwacht zum Leben. Sofort erhalten Sie magazinartig eingeblendete Informationen zu Point of Interests wie Cafés, Museen oder Sehenswürdigkeiten, die sich in Ihrer Umgebung befinden. Über den Emotional Browser haben Sie die Möglichkeit, die Informationen einfach nach bestimmten Gesichtspunkten zu filtern und die Anzeigefläche dadurch noch besser zu strukturieren.

Gerade in dem Moment fahren Sie an einem Café vorbei, das bekannt für seine gute Musik ist. Der Emotional Browser zeigt an, dass eine Playlist mit ausgewählten, im Café gespielten Titeln als Audio-Stream zur Verfügung steht. Sie lassen sich die Titel anzeigen und würden die Musik gerne hören. Dazu schicken Sie dem Fahrer die Playlist über eine einfache Geste ins Kombiinstrument, wo sie während dem nächsten Ampelstopp angezeigt wird. Auch ihm sagt die Playlist zu und so bestätigt er die Wiedergabe der Playlist über das Multifunktionslenkrad oder den iDrive-Controller. Das Streaming und die Wiedergabe beginnen. Zeitgleich wandert das Cover der Playlist in die Menüleiste unter den Punkt Entertainment/Multimedia und wird dort während der Wiedergabe angezeigt.

Mit der guten Musik im Hintergrund möchten Sie nun mehr zu den Gebäuden um Sie herum erfahren und aktivieren den Filter „Architektur“. Der Browser blendet Ihnen jetzt nur noch relevante Informationen zu den architektonischen Highlights in der näheren und weiteren Umgebung ein. Während Sie in Ihrem Display ausführliche Informationen erhalten, markieren im Head-Up Display dezente Punkte auf den jeweiligen Gebäuden die architektonischen Sehenswürdigkeiten für den Fahrer.

Ein Gebäude interessiert Sie näher und Sie lassen sich ausführlichere Informationen anzeigen. Es ist ein Museum, dessen aktuelle Ausstellung Sie anspricht. Per Geste leiten Sie dem Fahrer gezielt nähere Informationen dazu ins Kombi weiter und schlagen das Museum als neues Ziel vor. Der Fahrer kann sich kurz genauer informieren oder die Adresse gleich als neues Ziel in die Zielführung übernehmen. Nach Bestätigung des neuen Ziels informiert das Fahrzeug den Fahrer über die Entfernung zum Objekt, die Dauer der Fahrt und alternative Routenvorschläge. Noch auf der Fahrt dorthin kaufen Sie online die Tickets für die Ausstellung. Sobald das Ziel in Sichtweite ist, wird das Gebäude für den Fahrer zur leichteren Zielführung in Augmented Reality hervorgehoben.

Die dargestellten Dienste sind standortbezogen und versorgen den Fahrer mit relevanten Informationen zu seinem aktuellen Aufenthaltsort. Bereits seit Anfang 2002 ermöglicht BMW ConnectedDrive die Nutzung derartiger Dienste über den Auskunftsdienst, der seit 2007 mit dem Google-Dienst Branchensuche sinnvoll erweitert wurde. Seit Herbst 2010 lassen sich auch Bilder vom Zielort über Google StreetView und Google Panoramio im Fahrzeug anzeigen.

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Das Sicherherheits-Szenario:

Für das letzte Szenario begeben wir uns wieder in die Stadt. Sie fahren mit Ihrem Beifahrer durch die belebten Straßen, die Zielführung ist aktiviert. Über das dreidimensionale Head-Up Display haben Sie sämtliche fahrrelevanten Informationen wie Geschwindigkeit, Verbrauch oder Navigationshinweise direkt im Blick. Durch die Darstellung in Augmented Reality scheinen die Navigationshinweise direkt auf der Straße zu liegen und visualisieren Ihnen den weiteren Routenverlauf. Zusätzlich zeigt das frei programmierbare Kombiinstrument eine zweidimensionale Kartenansicht der Umgebung, Ihre Route ist darauf hervorgehoben. Ihr Beifahrer sieht einen Film im Passenger Information Display vor ihm. Parallel erfasst die Sensorik des Fahrzeugs permanent den Raum um das Fahrzeug herum und entlang Ihrer Route.

Achtung! Einige Ampeln auf ihrer Route sind soeben ausgefallen. Sofort blendet Ihnen das Fahrzeug im direkten Sichtfeld des Head-Up Displays eine entsprechende Warnung ein. Zeitgleich bietet Ihnen das Kombiinstrument eine Kartenaufsicht des betroffenen Bereichs an, die im Detail aufzeigt, welche Ampeln entlang der gewählten Route ausgefallen sind. Mit der Warnung stoppt außerdem der Film im Display des Beifahrers, so dass Sie nichts von der vor Ihnen liegenden Gefahrensituation ablenkt. Denn bei allen Warnszenarien von BMW ConnectedDrive gilt das Grundprinzip, Warnungen mit Priorität vor allen anderen Anzeigen zu behandeln. So können Sie die Situation bestmöglich erfassen, einschätzen und entsprechend reagieren.

Nach der Akutwarnung wandert das Warn-Icon zur Seite und erinnert Sie daran, mit erhöhter Aufmerksamkeit weiter zu fahren. Der Film läuft wieder weiter.

Kurz vor der ersten Kreuzung mit ausgefallenen Ampeln erscheint eine neue Warnung: Kollisionsgefahr! Noch bevor die Kreuzung in Sichtweite ist, hat sich Ihr Fahrzeug mit den anderen Verkehrsteilnehmern auf der vorausliegenden Route ausgetauscht und dabei ein Gefahrenpotential erfasst. Ein anderes Auto nähert sich ungebremst von links der Kreuzung, obwohl es nicht vorfahrtsberechtigt ist. Bei gleichbleibender Geschwindigkeit beider Fahrzeuge ist ein Zusammenstoß wahrscheinlich. Ihr Fahrzeug weist Sie deshalb über das Head-Up Display sofort auf die mögliche Kollision hin und stellt im Kombi das sich nähernde Fahrzeug auf der Karte dar. Wieder stoppt der Film im Beifahrerdisplay. Sobald das Auto in Sichtweite ist, wird es in Augmented Reality durch eine Umrandung hervorgehoben. So können sie rechtzeitig bremsen, das Fahrzeug passieren lassen und einen möglichen Unfall vermeiden.

Auf der Weiterfahrt parkt auf einmal unerwartet rechts vor Ihnen ein Fahrzeug aus. Auch das hat die Sensorik sofort erfasst, und blendet das ausparkende Fahrzeug als Gefahr im Head-Up Display ein. Ein automatisches Anbremsen verringert Ihre Geschwindigkeit, der kurze Ruck signalisiert Ihnen außerdem, selbst zu handeln und entweder weiter zu bremsen oder auszuweichen. Da der Umgebungsscan ergeben hat, dass ein gefahrloses Ausweichen möglich ist, legt das Fahrzeug zeitgleich in beiden Displays einen Ausweichvorschlag als Navigationspfeil über die Spuren der Straße. Die Darstellung der Handlungsoption in Augmented Reality ermöglicht ein schnelles Erfassen der Situation, so dass Sie intuitiv rechtzeitig und angemessen reagieren können.

Im dritten Szenario wurden die Vorzüge der Kommunikation des Fahrzeugs mit der Umgebung dargestellt. In Form von BMW Night Vision mit Personenerkennung sind erste Schritte auf dem Weg zur Realisierung dieses Szenarios bereits gegangen und auch im Bereich der Car2Car-Kommunikation wird seit Jahren intensiv geforscht.

Schon heute gibt es Assistenzsysteme, die Gefahrensituationen erkennen und den Fahrer zum Handeln auffordern. Reagiert er nicht, leitet das Fahrzeug selbst eine Notbremsung ein und vermeidet so eine Kollision oder reduziert zumindest die Unfallschwere.

Fortschritte auf dem Weg zu selbständigen Ausweichmanövern sind vor allem auf dem Gebiet der Umfelderfassung nötig, denn die heute erfassbaren Radien sind speziell bei hohen Geschwindigkeiten nicht ausreichend, um sichere Ausweichmanöver garantieren zu können. Das Head-Up Display ist bereits seit Jahren in den gehobenen Modellen von BMW erhältlich und wird ständig weiterentwickelt.

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