Wird das BMW Megacity Vehicle nur vermietet und nicht verkauft?

BMW i | 24.01.2011 von 35

Schon seit Monaten ist bekannt, dass das kommende BMW Megacity Vehicle aus Sicht des Unternehmens nicht einfach zu verkaufen sein wird: Der Restwert lässt sich …

Schon seit Monaten ist bekannt, dass das kommende BMW Megacity Vehicle aus Sicht des Unternehmens nicht einfach zu verkaufen sein wird: Der Restwert lässt sich in Folge potentiell abbauender Batterie-Leistung kaum kalkulieren und der Kaufpreis dürfte dank der Carbon-Elemente relativ hoch sein, weshalb Privatkunden abgeschreckt werden könnten. BMW-Chef Reithofer hat bereits angedeutet, dass die erste Generation des MCV vermutlich nicht profitabel sein wird.

BMW denkt nun über verschiedene Möglichkeiten nach, wie man das Fahrzeug dennoch möglichst sinnvoll an den Mann oder die Frau bringt. Offenbar erwägt man dabei das Car-to-go-Konzept von Smart zu kopieren, bei dem Menschen sich das Fahrzeug kurzzeitig mieten können. Somit müssten sich die Kunden keine Sorgen um den Kaufpreis oder Restwert machen und können fest mit den Mietkosten rechnen. Außerdem müssen sie das Auto nur dann bezahlen, wenn sie es auch wirklich brauchen.

BMW-Megacity-Vehicle-Design-Skizze-01

Dieses Konzept soll allem Anschein nach noch in diesem Jahr mit dem BMW ActiveE auf Basis des 1er Coupés getestet werden, um Erfahrungen mit dem Praxiseinsatz von Car-to-go zu sammeln. Es erscheint vor diesem Hintergrund zumindest denkbar, dass BMW die Elektro-Stadtfahrzeuge nicht oder zumindest nicht nur verkaufen und verleasen wird.

Weitere detaillierte Informationen zum Megacity Vehicle wird es spätestens am 21. Februar geben, wenn BMW unter anderem den Namen des im Rahmen von Project i entwickelten Fahrzeugs bekanntgeben will. Das zunächst im Werk Leipzig gebaute Fahrzeug soll ab 2013 verfügbar sein und später auch an anderen Standorten gebaut werden. Die Fertigung einer an die regionalen Besonderheiten angepassten Variante in China ist bereits beschlossene Sache und auch eine Produktion an anderen Orten erscheint durchaus denkbar.

(Quelle: Automobilwoche)

  • John

    Wobei sich mir der wirtschaftliche Nutzen nicht so ganz erschließt. Für BMW würde in diesem Fall das Risiko einer schlechten Ausnutzung bleiben, was das Auto ebenfalls unrentabel machen würde. Das Risiko des Restwertes und Probleme mit den Batterien muss BMW dann ebenfalls tragen.

    Da kann man die Autos genau so gut zu entsprechenden Konditionen verleasen und den Restwert so kalkulieren, dass die Kunden das Auto bezahlen können/wollen. Wird der Restwert unterschritten, bleibt das Risiko ebenfalls bei BMW hängen. Dafür dürfte sich dieses Modell aber deutlich besser vermitteln lassen, denn wie viele BMW Fahrer würden ernsthaft auf das eigene Auto verzichten und sich nur noch eines mieten?

    • Benny

      Ich würde das im Moment eher so interpretieren, dass man diese Sache als Angebot machen wird, aber dass es das Fahrzeug auch zum Leasen oder kaufen gibt. Schauen wir mal, vielleicht bringt der 21.2. noch paar mehr News.

    • M-Fetischist

      “… denn wie viele BMW Fahrer würden ernsthaft auf das eigene Auto verzichten und sich nur noch eines mieten?…”

      Sehr viele.. Denn es gibt nur noch sehr wenige BMW Fahrer mit EIGENEM Auto und die findet man meist im Gebrauchtwagenbereich, also völlig uninteressant für BMW’s Neuwagenverkauf und gefühlt oftmals auch für BMW selbst. Letzteres ist allerdings eine andere, mehrere Abende füllende Geschichte… und zudem wohl auch ohne Happy End ;).

      Dann würde sich die Finanzierungskultur ebend vom Leasing weg, hin zur Miete entwickeln. Ob das Fahrzeug nun der Bank oder weiter BMW gehört, ist doch gefühlsmäßig egal.

      By the Way. Wie kalkuliert man den Restwert eines Fahrzeugs seriös, d.h. zumindestens zu Gunsten von BMW ;-), wenn es keine gesicherten Erkenntnisse über die Langzeitqualitäten der Akkus gibt? Und wie macht man eben jenes Kalkulationsergebnis dann für den Kunden schmackhaft? Nein nein, da steckt natürlich Politik und am Ende schlichte “Schadensbegrenzung” – für BMW – dahinter.

  • Simon

    Wieso, wenn BMW und vielleicht ein paar Autovermieter die MCV ausschließlich vermieten, dann legen die auch den Restwert fest. Bzw, ich glaube nicht, dass die die MCV, wenn sie mal 5 Jahre alt sind noch veräußern.

  • mitsu

    BMW geht mit dem MCV ein hohes unternehmerisches Risiko ein. Nicht zufällig hat Mercedes das (reine) Elektroauto-Konzept ad acta gelegt mit der Begründung, dass das (fianzielle) Risiko derzeit nicht kalkulierbar ist. BMW läuft Gefahr, sich mit dem MCV zu übernehmen und dann zumindest die Eigenständigkeit zu verlieren. Das sollte den Verantwortlichen schon bewusst sein. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Unternehmen aufgrund zu hoher Risikobereitschaft zugrunde gerichtet wurde. Heute bewerten fast alle das Projekt MCV positiv, aber bei einem Scheitern werden sicherlich viele auf den Plan gerufen, die “es schon immer gewusst haben”.
    MMn geht BMW einen richtigen Weg. Dennoch sehe ich hier wie gesagt auch ein hohes Risiko. Es gibt nicht wenige Stimmen, die dem Elektroauto eine sehr geringe Halbwertzeit prophezeien. Es gibt Fachleute die sagen, dass schon 2025 das Ende des Eletroauto da ist.

    Wir werden sehen, ob BMW auf’s richtige Pferd setzt.

    • John

      Sicherlich geht BMW mit dem MCV ein hohes Risiko ein und einige Firmen sind durch ähnliche Projekten in die Knie gegangen. Aber auf der anderen Seite bietet ein hohes Risiko auch große Chancen. In diesem Fall nicht weniger als von Anfang an Marktführer im Bereich der Premium E-Autos zu sein. Und das vermutlich auch für einige Zeit.

      Trotzdem wird es natürlich spannend werden, wie das MCV vom Markt angenommen wird. Da man aber fest damit rechnen kann, dass die Benzinpreise kontinuierlich weiter steigen werden, kann ich mir gut vorstellen, dass das MCV für viele eine echte Alternative bietet.

      Hinzu kommt noch ein politischer Druck pro E-Auto, den man bei solchen Entscheidungen nicht vergessen darf.

      Ob das E-Auto wirklich eine kurze Halbwertzeit haben wird, bleibt abzuwarten. Ich persönlich glaube es nicht, denn was soll denn dann kommen? Wasserstoff? Selbst wenn die Infrastruktur für solche Fahrzeuge geschaffen würde, hätten wir aller Wahrscheinlichkeit immer noch E-Autos, bloß dass dann die Batterie durch eine Brennstoffzelle ersetzt wird. Der Rest wird gleich bleiben und somit lohnt sich die Entwicklung jetzt in jedem Fall.

      • Sebastian

        Wasserstoff ist das Stichwort.
        Nachdem letzten 7er mit Wasserstoff ist es sehr ruhig um das Thema geworden.
        Läuft das die Entwicklung noch?

        • Benny

          Ja, die Entwicklung läuft noch, aber nicht mehr mit einer Testflotte. Also stationär wird durchaus weiter dran gearbeitet, aber so lange sich keine Infrastruktur zum Tanken andeutet, gibt es keine Notwendigkeit für weitere Testfahrzeuge. Prinzipiell funktioniert die Technik schon heute, nur mit der Kraftstoffversorgung und Speicheurng gibt es weiterhin Probleme – speziell das Speichern von flüssigem Wasserstoff erfordert eben enorme Wärmedämmung und es wird sich dennoch nicht vermeiden lassen, dass der Tank nach 2-3 Wochen leer ist, weil sich der Wasserstoff erhitzt, sich dabei ausdehnt und man den Überdruck aus dem Tank lassen muss.

          • Steve8178

            Bin auch der Meinung das Elektro nicht das ist, was sich die “Umwelt” wünscht. Alle schreien doch nach Elektro, aber die Batterien sind nicht ohne für die Umwelt und was passiert danach, wenn die Batterien ihr Leben beendet hat?!!
            Wie Benny schon schreibt, leider ist die Infra. noch nicht so ausgebaut wie man sich es wünscht, aber solange das Geschrei nach Elektro groß ist, hat Wasserstoff 0 Chance!

            War es nicht auch Honda und Mercedes die ein Wasserstoff betriebenes Fahrzeug hatten???!!!

      • matt

        Was meiner Ansicht nach viel interessanter am MCV ist , ist das Chassis aus Kohlefaser: Elektroauto hin oder her, leichtere (und gleichzeitig sichere Autos) sind in jedem Falle die Zukunft, es wird ja auch oft behauptet Kohlefaser sei der Stahl der Zukunft!

    • Lennardt

      Also auf jeden Fall wird BMW mit dem Bau von Elektroautos ziemlich an Erfahrung sammeln können, selbst wenn das MCV floppt, was ich mir aber nicht vorstellen kann, eben weil die Ökoschiene von der Politik und der öffentlichen Einstellung eher zunehmen als abnehmen wird. Außerdem ist BMW in der Vergangenheit schon öfter Risiken eingegangen, besonders was erforschte Nischen angeht und damit gut gefahren. Ausschließend kann man das natürlich nicht, aber ich denke das MCV ist gut überlegt und auch bei denkbar schlechtem Verkauf nicht so fatal dass eine Übernahme dadurch drohte.

      • M-Fetischist

        Nicht die Politik kauft in der breite die Fahrzeuge, sondern der Bürger und die werden sich das ebenso wenig eintrichtern lassen, wenn es günstigere und attraktivere Alternativen gibt, wie es die Politik schafft, die Deutschen weg von der Spar- hin zur Konsumkultur zu bewegen.

        Hier gehts nicht um “Atomkraft – Nein Danke!?” und bloßes idealistisches bekennen, sondern um – viel – bares Geld auf beiden Seiten und das lassen sich die Menschen ungern ohne erkennbaren Mehrwert aus den Rippen leiern. Die sind doch auch nicht – alle – blöde und dazu zu bewegen für die Umwelt und unser aller Lebensraum große finanzielle Opfer zu bringen.

        Der Mensch ist des Menschen Wolf ;). Egoismus als Leitkultur, vor allem innerhalb der deutschen Ellenbogengesellschaft.

        Von Geiz ist Geil Mentalitäten fang ich mal gar nicht an… Dafür ist die BMW Klientel dann doch in der Breite die Falsche.

        • Lennardt

          Ich wollte keine Grundsatzdiskussion lostreten 😀
          Aber gerade um die Kosten der Autos gehts doch bei der Ökoschiene der Politik! Viel schluckende Autos werden bestraft, durch Ökosteuer auf den Sprit indirekt bzw. über CO2-Ausstoß direkt. Dazu kommen noch die Strafen die Hersteller mit zu hohem Ausstoß zahlen müssen. Und die Politik wird in nächster Zeit sicherlich nicht die Senkung der KFZ- bzw. Ökosteuer ins Auge fassen.
          Und z.T. ist das eben auch öffentliche Meinung. Ich werde von Freunden teilweise schief angeguckt einen 2,5 Liter-Motor, noch dazu BMW, zu fahren, deren Autos mit halb so viel Leistung und im Schnitt 10 Jahren weniger auf dem Buckel vielleicht einen Liter weniger schlucken.. Und von dieser Einstellung bzw. Engstirnigkeit besessene Menschen gibts leider zuhauf..

    • abc

      “Nicht zufällig hat Mercedes das (reine) Elektroauto-Konzept ad acta gelegt mit der Begründung, dass das (fianzielle) Risiko derzeit nicht kalkulierbar ist.”
      Was meinst du denn mit diesem Satz? Gleich nächstes Jahr bringt Mercedes doch ein Auto auf den Markt, das ausschließlich von Elektromotoren angetrieben wird.

      • abc

        Außerdem gibt es doch sogar schon den smart fortwo electric drive sowie den vito e cell und die a klasse e cell…

  • iQP

    Sie sagen doch schon selber, dass es nicht wirtschaftlich sein wird. Das MCV soll ein Elektroauto für die breite Masse greifbar machen und da erscheint mir ein Car-to-Go-Konzept gut geeignet. So kanns jeder mal ausprobieren. Und in ein paar Jahren ist es dann möglicherweise schon so weit, dass man ein derartiges Fahrzeug in großer Stückzahl verkaufen kann.

  • HayesHDX

    Der Business Case wird auf jeden Fall negativ geplant. Und damit ist das Risiko absolut gering das BMW damit in die “Knie” geht. Der max. Verlust steht ja jetzt schon fest und ist damit kalkulierbar.
    Den Gewinn an know how, gerade was die Großserienfertigung von Carbon betrifft ist das Thema. Denn Gewicht wird in naher Zukunft wieder ein großes Thema, egal welches Antriebskonzept. Und da BMW mit der Mini -Familie und den geplanten 1er und 2er Modellen wachsen möchte wären Werkstoffe, die massiv das Gewicht der Fahrzeuge senken, sehr interressant. Gerade bei der Stahlproduktion aber vor allem bei der von Aluminium wird enorm viel Energie verbraucht. Und damit werden die “Grundzutaten” der Fahrzeuge auch immer teurer so das in wenigen Jahren ein mit dem MCV erkaufter know how Vorsprung nicht nur Renditeentscheidend sein wird… 😉

  • M-Fetischist

    Das Thema “riecht” genauso wie die Angelegenheit Ende der 1990er mit dem Elektroauto General Motors EV1 in Amerika. Die wurden auch nur vermietet / verliehen, um danach zurückgezogen und wieder eingestampft zu werden. Klar waren die politschen Rahmenverhältnisse damals andere, trotzdem scheinen gewisse parallelen zu offensichtlich.

    Der eigentliche Sinn darin besteht anscheinend lediglich darin, die Fahrzeuge als Beweis des aktuell technisch machbaren, medienwirksam durch die Gegend fahren zu lassen aber am Ende der Leihe problemlos wieder zurückbeordern zu können, da das Eigentum ja bei BMW verbleibt. – nächster Stichpunkt -> Elektro Mini –

    Das MCV am Ende nur ein mediales Strohfeuer, um Umweltlobby und CO² Verfechter etwas zu besänftigen? We will see…

    Es gab vor ein paar Wochen einen interessanten Artikel im Spiegel über die CFK Karosse des MCV, inklusive Senkung dessen Produktionskosten um den Faktor 10, damit nicht allein die Karosserien des MCV schon ~ 40.000 € kosten. Die Kosten für die Akkus blieben trotzdem.

    Vll. hat BMW auch die Unsinnigkeit des MCV eingesehen, weil es aktuell trotz CFK Karosse einfach nicht wirtschaftlich und markenphilosophisch profitabel produzierbar ist!? Nur ist das mediale Interesse zu weit geweckt worden, um einfach zu sagen: “sorry ist nicht”.

    Vor allem die Akkutechnik ist einfach noch zu schlecht / ineffizient / teuer / schwer / wenig langzeitfest, um an ein für beide Seiten wirtschaftlich interessantes Fahrzeug auf die Räder zu stellen.

    Ergo -> Wohl auch einfach kein Markt für solche Fahrzeuge im großen Stil vorhanden. Das MCV ist ein Kleinwagen aber wer stellt sich schon einen sündhaft teuren Kleinwagen, der am Ende noch spärlich ausgestattet ist, um ja nicht zu schwer zu sein, mit zu geringer Reichweite und zu langen Stromladezyklen vor die Haustür?

    – Ich würde es nicht tun. –

    So viel Prestige und “Premium” kann man so einem – m.M. nach seelenlosen Fahrzeug ohne eigenem Klang – marketingtechnisch kaum anerziehen, damit sich breite Käuferschichten für das Fahrzeug entscheiden.

    Ich finde die Konzeption des MCV genauso schlecht, wie die des VED.

    Nicht im Strom liegt die nahe und mittelfristige Zukunft ökonomisch verantwortbarer automobiler Fortbewegung, sondern im Wasserstoff. BMW hat diesbezüglich eine technische Vorreiterrolle. Lobbyisten gibt es auch bei BMW genug. Jene brauchen nur darauf zu drängen, dass die Wasserstofftankstellennetze weiter ausgebaut werden, um das Produkt für den Endverbraucher schmackhaft zu machen.

    Das technische “know-how” für den Rest hat BMW schon heute zweifelsfrei.

    Vielleicht verleiht BMW am Ende die Dinger aber auch nur, weil die CFK Karosse selbst mit ihrem neu entwickelten Fertigungssystem für eine Massenproduktion à la 1er und Co noch zu langsam zu produzieren wäre und es BMW seinen Kunden nicht zumuten will, Monate oder gar Jahre auf das von ihnen bestellte Fahrzeug zu warten.

    Es bleibt jedenfalls weiter spannend =) ;). Ich glaube für BMW wird das MCV das Groschengrab des neuen Jahrzehnts. Nunja.. Solang wir am Ende nicht wieder vor der “Rettung” durch Mercedes stehen ;).

    • Benny

      Ich finde es etwas früh für eine Grabrede. Noch kennt niemand die genauen Eckdaten des MCV, die Du hier aber als Tatsachen hinstellst – schlecht ausgestattet, emotionslos etc. pp.
      Es handelt sich zudem nicht um einen Kleinwagen, sondern um ein Fahrzeug der Kompaktklasse, also etwa so groß wie ein VW Golf und ähnlich praktisch. Dazu hohe Fahrdynamik dank tiefem Schwerpunkt, Längsdynamik auf hohem Niveau (so in etwa wie ein Golf GTI) und keinerlei lokale Emissionen. Für mich klingt das durchaus gut und ich denke, ich bin da nicht völlig alleine. Natürlich wird der Preis höher sein als bei einem konventionell angetriebenen 1er oder Golf, aber BMW rechnet ja auch nicht mit derartigen Stückzahlen. Man rechnet mit fünfstelligen Zahlen weltweit und die sind durchaus realistisch. Ob sich die Sache rechnet oder nicht und ob das für BMW ein Schritt in die Zukunft oder der Anfang vom Ende wird, kann momentan niemand mit Sicherheit sagen. Ich denke, wir werden schon bald mehr Infos erhalten, aber bis man das Fahrzeug, seine Attraktivität und seine Marktchancen sinnvoll beurteilen kann, wird noch einige Zeit vergehen – das klappt ja schon bei vergleichsweise normalen Autos wie dem BMW X6 absolut nicht.

      Das Thema Wasserstoff wird sicherlich nicht von BMW blockiert, denn BMW würde gerne Fahrzeuge mit dieser Technik verkaufen. Es gibt aber in Deutschland (meines Wissens) aktuell eine (!) Tankstelle und so eine Infrastruktur baut man nicht von heute auf morgen auf. Dazu kommen die genannten Nachteile von Wasserstoff-Autos, weshalb da auch keine Begeisterungssprünge zu erwarten sind. Sollte sich da was tun, wäre BMW bereit. Man arbeitet ja weiterhin an den Motoren und ich glaube, BMW ist in Sachen Wasserstoffverbrennungsmotoren sehr gut aufgestellt. Auch mit der Brennstoffzelle gab und gibt es ja Versuche, die Situation ist aber vom Prinzip her ähnlich.

      • M-Fetischist

        Das was ich als Tatsachen hinstelle, sind schon als “Stand heute” gesicherte Erkenntnisse anzusehen. Der von mir durchaus als seriös angesehene SPIEGEL Nummer 51 des Jahrgangs 2010, sei dir hierfür wärmstens ans Herz gelegt.

        Meine persönlichen Einflüsse und Mutmaßungen, sind hingegen deutlich als eben solche gekennzeichnet. So auch das von dir gerügte “spartanische Innenleben” durch die Einkleidung in “am Ende…”, die es deutlich als Mutmaßung meinerseits herausstellen.

        Ob das spärlich verbreitete, auszubauende Wasserstofftankstellennetz als Argument zieht, soll jeder für sich selbst entscheiden. Wo ein Wille, da auch ein Weg.

        LPG Tankstellen schießen auch wie Pilze aus dem Boden, obgleich die Wasserstofftechnik sicher eine komplexere ist.

        Und ob die Käuferschicht der Kompaktwagenklasse pekuniär nun um so vieles besser dasteht, als die der Kleinwagen ( nicht jeder Kleinwagen ist ein Dacia ), lass ich auch mal offen. Wir reden hier sicher nicht von 5.000 €.

        • Ratze

          Aber auch der Spiegel hat das Fahrzeug weder gesehen, geschweige denn gefahren. Über exakte Leistungsfähigkeiten ist absolut nichts bekannt. Also mal mit der Grabrede noch etwas warten:-). Auch ist die Zielgruppe sicher nicht der normale Kleinwagenfahrer, sondern eher die gut verdienenden (pseudogrünen) Leute in bspw. den USA (meines Wissens wichtigster geplanter Absatzmarkt für das MCV). Und die haben die Kiste dann halt neben dem Gelaändewagen und dem 5er stehen. Kann mir schon vorstellen, dass das MCV einen ähnlichen Hype erleben kann wie ein Prius. Aber mal abwarten…
          Den E-Mini mit dem MCV zu vergleichen zeugt schon davon, dass du dich nicht wirklich mit dem Thema beschäftigt hast. Die E-Mini sind eine Flotte von Testwagen mit sehr kurzer Entwicklungszeit (m.W. etwa 1Jahr). Diese dient ausschließlich dazu Erfahrungen zu sammeln und ein Bewußtsein für Elektromobilität bei BMW zu schaffen. Die zu verkaufen, wäre unverantwortlich gewesen und hätte zu hoher Unzufriedenheit ein enormen Gewährleistungskosten geführt.
          Und an Wasserstoff gibt es mehrere Argumente die aktuell dagegen sprechen. Infrastruktur, Lagerbarkeit im Tank (verflüchtigt sich schneller als sich eine Batterie entlädt) und vor allem der extrem hohe Energieaufwand der aktuell für Herstellung und Transport notwendig ist.
          Sollte sich das ändern ist BMW sicher der erste der etwas auf den Markt bringt.

      • M-Fetischist

        Ich Schelm hab ja noch was vergessen:

        “Dazu hohe Fahrdynamik dank tiefem Schwerpunkt, Längsdynamik auf hohem Niveau (so in etwa wie ein Golf GTI) und keinerlei lokale Emissionen. ”

        Es geht nicht immer nur um Dynamik, geschweige denn um Dynamik die sich nur auf Rennenstrecken erleben lässt und für den produktstrategischen Zielbereich – MegaCITY Vehicle – kaum erfahrbaren Nutzen mit sich bringt. 😉

        Klar ein GTI mag schon ein fahraktives Fahrzeug sein aber dem geht auch nicht nach drei flott gefahrenen Landstraßenkurven der Strom aus.

        Es geht auch um die Seele und Charakter eines Fahrzeuges ( “Hubraum ist durch nichts zu ersetzen”, “Handschalter 4 ever”, “Reihensechser gehören für immer in das Portfolio von BMW”, Stichwörter: Klang / Drehzahlkurven / Schaltpunkte u.v.m. ). Und es gibt viele Verfechter jener Fahrzeugseelen. Denn für viele machen diese Seelen eben die “Freude am fahren” aus. Das Fahren ist das Ziel und nicht das ankommen.

        Auch bleiben die lokalen Emissionen, eben schlicht nur die lokalen Emissionen und nicht die Emissionen als Ganzes. 😉

        • John

          Na da mag sich einer nicht vom Verbrenner trennen.

          Man kann es drehen und wenden wie man will, früher oder später führt am E-Auto kein Weg vorbei, weil das Öl nunmal zur Neige geht. Da wir das Öl auch noch für andere Dinge brauchen, scheint es sinnvoll, es als erstes dort einzusparen, wo man es ersetzen kann und da bieten sich Autos an. Klar werden die ersten E-Autos noch nicht sagenhafte Leistungsdaten haben, aber irgendwann muss die Entwicklung mal in Gang kommen. Die Autoindustrie hat das bewusst über Jahrzehnte verschlafen und jetzt muss man halt was nachholen. Um so besser, dass BMW nun zu den Vorreitern dieser Technologie gehören will.

          Ich persönlich würde nicht schon ein Auto schlecht reden, das noch niemand gefahren hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass so ein Auto auch Emotionen weckt und ich könnte mir so ein Auto als Zweitwagen auch sehr gut vorstellen. Man muss halt bloß für Neuerungen aufgeschlossen sein.

          • wasdf

            Naja man kann auch andere Sachen als Erdöl verbrennen… Zum Beispiel Ethanol, Butanol, Wasserstoff oder Biodiesel.

          • KR1S

            Das größte Problem der Elektroautos sehe ich in der begrenzten Verfügbarkeit von elektrischer Energie. Stromerzeugung für E-Autos in kalorischen Kraftwerken ist klimatechnisch unsinnig, Kernenergie wird von der Bevölkerung immer stärker abgelehnt, und die erneuerbaren Energieträger werdens nicht richten können.

            Chris

          • John

            Die zur Zeit sehr beliebten Biokraftstoffe sind bekanntlich keine gute Alternative und sowohl ökologisch als auch ethisch sehr fragwürdig. Die Pflanzen für Biokraftstoffe müssen ja auch irgendwo angebaut werden. Das führt zu riesigen Monokulturen in Schwellenländern und zur Abholzung von Wäldern. Nicht schön 😉 Außerdem nutzen viele Bauern ihre Ackerflächen jetzt lieber zur Erzeugung von Kraftstoffen, als zum Nahrungsmittelanbau, was zu einer Erhöhung der Lebensmittelpreise in entsprechenden Ländern führt. Zudem gibt es noch immer viele Länder in denen die Menschen hungern.

            Zum Wasserstoff ist schon genug gesagt worden. Dieser wird nach dem Stand der Technik auch aus elektrischer Energie gewonnen -> wenig effizient. Zudem ist Wasserstoff ein Energieträger und keine Antriebsquelle. Er ersetzt also nur die Batterie, das Ergebnis bleibt ein E-Auto. Der von BMW entwickelte Wasserstoffverbrennungsmotor ist wohl auch nur eine Übergangslösung, denn die Effizienz ist schlechter als bei der Kombination Brenstoffzelle-Elektromotor.

            An der umweltfreundlichen Bereitstellung elektrischer Energie wird ja nun fieberhaft gearbeitet. Auch hier bleibt langfristig einfach keine andere Wahl, als diese aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen.

          • wasdf

            Also Butanol zum Beispiel wird ja zum Beispiel aus Pflanzenabfällen erzeugt. Der Lebensmittelpreis bleibt davon also unberührt.
            Und zum Wasserstoffverbrennungsmotor: Der hät deutlich länger als eine Brennstoffzelle und ist auch deutlich günstiger. Wenn man jetzt schon wüsste was sich durchsetzt, würde bmw wohl kaum noch daran forschen.
            Und wenn man den Strom aus erneuerbaren energiequellen bezieht, stellen die Hohe benötigte Energie bei der Erzeugung und die niedrigere Energiedichte auch kein Problem mehr da.
            Mit meinem Kommentar wollte ich aber natürlich nur aufzeigen, dass es sehr wohl Alternativen zum Elektromotor gibt. Aber auch ich weiß selbstverständlich nicht was sich letztendlich durchsetzen wird.

        • manuelf

          heute ja mal ne richtig gute Diskussion hier ohne Beschimpfungen 🙂

          Zum Thema Seele und Charakter: Ich gebe Dir recht, dass das für die heutige Generation, die mit Verbrennern groß geworden sind ein Thema ist. Diese Generation wird sich teilweise bei der Umgewöhnung schwer tun bzw. es einfach ablehnen.
          Man muss aber ganz klar feststellen, dass wir hier über rein “erlerntes” Verhalten/Vorlieben geht. Hätte es NIE Verbrenner gegeben, sondern wäre individuelle Mobilität immer mit Elektrofahrzeugen verbunden gewesen, wäre es genau andersrum. Das was Du momentan mit Charakter und Seele bei den Verbrennern charakterisierst, wäre von einer Generation, die mit E-Mobilität groß geworden ist, ebenso vollkommen abgelehnt worden…. Von wegen Seele und Charakter: Die hätten Dir bei dem bekloppten Verbrennergeräusch und der unharmonischen Leistungskurve nen Vogel gezeigt und Dich mit deiner “Explosionsmaschine” nach Hause geschickt 😉
          Was ich damit sagen will: Für die nächsten Generationen (und um die geht es im Wesentlichen beim Thema E-Mobilität) ist Dein Charakter und Seele Argument kein Thema. Für die Übergangszeit ist es aber definitiv ein Effekt, den man berücksichtigen muss.

          • John

            Sehr schön auf den Punkt gebracht! 😉

          • M-Fetischist

            “heute ja mal ne richtig gute Diskussion hier ohne Beschimpfungen”

            So sollte es immer sein. In der Sache kann man freilich immer kräftig, prächtig streiten aber auf eine persönliche Ebene sollte es nicht abrutschen.

            Vll. finde ich die Tage nocheinmal Zeit in die “auch von mir” losgetretene Diskussion wieder mit einzusteigen. Für einige meiner Standpunkte hätte auch noch weitere Argumente im Köcher, in anderen Punkten wiederrum schließ ich mich gern neuen, von euch z.T. vorgebrachten Argumenten an =).

            Meine Meinung hat keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit ;).

            Ich bin niemand, der nicht für fundierte andere Meinungen zugänglich ist, auch wenn ich zugegeben sehr gern mit meinen Meinungen polarisiere – um zum denken anzuregen – und auch nichts gegen einige Daumen abwärts habe ;). Von Benny hab ich, auch wenn wir neuerdings gern mal andere Standpunkte vertreten, eh eine hohe Meinung.

            Vll. werd ich ja noch zu Mr. “Hot debate. What do you think?”..

            Spaß beiseite. Von mir hast du auch einen Daumen nach oben bekommen ;).

            Und das:

            “Die hätten Dir bei dem bekloppten Verbrennergeräusch und der unharmonischen Leistungskurve nen Vogel gezeigt und Dich mit deiner “Explosionsmaschine” nach Hause geschickt ”

            Fand ich sowohl geistreich, wie auch humoristisch ;). Toll 😀

            Auch wenn das irgendwie eher nach Huygens Schwarzpulvermotor klingt ;-).

            Sooo alles andere später :D… I’ll be back 🙂

    • Lennardt

      @M-Fetischist: Ich bin mir absolut sicher das Wasserstoff in den nächsten 20 Jahren keine nennenswerte Rolle bei den Treibstoffen haben wird. Was danach an Speichertechnologien existiert ist noch nicht zuverlässig vorhersagbar, aber dass es überhaupt flächendeckend eingesetzt wird halte ich ebenfalls für unwahrscheinlich. Fast keine Infrastruktur ist vorhanden. Dann ist da noch das Problem der Diffusion und geringen Energiedichte. Unterm Strich bleiben da auch wieder die Nachteile der Elektroautos von geringer Reichweite und den schweren Tanks (anstelle der Akkus). Die Tanks müssen dickwandig und sehr druckresistent sein, was aufs Gewicht und Platzangebot schlägt. Wenn man da jedoch keine Kompromisse macht leidet eben die Reichweite. Und der Wirkungsgrad von Brennstoffzellen sowie die Verbrennung von Wasserstoff zu Wasser klingt an sich toll. Wasserstoff muss aber von den Raffinerien gewonnen auch noch in die Autos gelangen und da ist bei den momentanen Möglichkeiten (und auch was in absehbarer Zeit möglich sein wird) der Wirkungsgrad auch wieder im Keller, wenns über LKWs (Pipelinesystem mit dem Druck und Sicherheitsrisiko kaum rentabel..) zur Tankstelle und dann in die Autos kommt.
      Schade um die ganzen Wasserstoff-7er. Ich bin was Emotionen angeht ganz deiner Meinung, an einen Verbrenner kommt nichts ran, aber vermutlich werden wir in ~40 Jahren schief angeguckt wenn wir von Hochdrehzahlkonzept bei diesen lärmenden, stinkenden und vibrierenden Verbrennern schwärmt 😉

      • M-Fetischist

        Ich glaube auch nicht, dass der E Antrieb so schnell Massenfortbewegungsmittel wird. Deswegen ist die Diskussion um das Thema natürlich neben Argumenten auch von Hypothesen und Mutmaßungen geprägt. Die “ollen” Verbrenner bleiben uns sicher noch einige Jährchen, vll. gar Dekaden erhalten. Sonst bin ich mit dir auf einer Linie.

        “Ich bin was Emotionen angeht ganz deiner Meinung, an einen Verbrenner kommt nichts ran, aber vermutlich werden wir in ~40 Jahren schief angeguckt wenn wir von Hochdrehzahlkonzept bei diesen lärmenden, stinkenden und vibrierenden Verbrennern schwärmt ”

        Ach deswegen meinen die alten Leutchens immer: “früher war alles besser” :-D. Da werden die Enkel aber doof schauen, wenn Oppa den alten BMW Sauger mit H Kennzeichen aus der Garage holt. 😉

        Hach.. Tempi Passati… *schnief*

        • John

          “Da werden die Enkel aber doof schauen, wenn Oppa den alten BMW Sauger mit H Kennzeichen aus der Garage holt.”

          So werde ich es auch machen 😉 Am Wochenende wird dann ein schöner alter E46 M3 aus der Garage geholt und die Nachbarschaft ein wenig aufgemischt. Da gibts dann sicher viele böse Blicke von wegen ökologisch verantwortungslos 😉

          Ansonsten denke ich auch, dass man die Zeit abwarten muss, um zu sehen, wie es sich entwickelt. Vermute auch, dass uns die Verbrenner schon noch einige Jahre erhalten bleiben, aber wahrscheinlich in anderer Form als heute. Das Downsizing hat ja schon begonnen und für den nächsten Schritt stehen die Plug In Hybriden in den Startlöchern. Würde mich wundern, wenn der nächste 7er nicht auch als Plug In Hybrider kommt.

          Mal schauen, was diese neuen Fahrzeuge dann an Emotionen wecken können. Erinnert mich ein wenig an die Entwicklung bei der Eisenbahn. Früher gabs da auch viele Fans von großen Dampflocks und jedes Kind wollte Lokführer werden. Mein Vater war ein großer Fan der Baureihe 01. Heute hingegen haut ein ICE 3 keinen mehr vom Hocker.

          Trotzdem bin ich optimistisch, dass die BMWs der Zukunft auch viel Spaß bringen werden 😉

  • Bin mir sicher, BMW wird zusammen mit SIXT war machen.

    • Ratze

      Ich denke auch. Zwar nicht ausschließlich aber auf jeden Fall wird das eine Option sein.

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