Dakar 2011, Tag 6: Schwarzer Tag für BMW auf zwei und vier Rädern

Motorsport | 7.01.2011 von 7

Oftmals folgen auf Höhenflüge tiefe Stürze und wer hoch fliegt, kann auch tief fallen. Nach dem gestrigen Erfolg auf ganzer Linie folgt nun heute die …

Oftmals folgen auf Höhenflüge tiefe Stürze und wer hoch fliegt, kann auch tief fallen. Nach dem gestrigen Erfolg auf ganzer Linie folgt nun heute die totale Enttäuschung. Beginnen wir mit dem Team speedbrain, das die Motorräder von BMW in Südamerika einsetzt: Der gestrige Tagessieger und aussichtsreich platzierte Portugiese Paulo Goncalves kämpft heute den ganzen Tag mit der Technik und verliert die Zeit gleich stundenweise, alle Hoffnungen auf eine gute Platzierung sind verflogen. Noch schlimmer erwischte es den Brasilianer Ze Helio, der sich nach rund 50 Kilometern bei einem Sturz das Schlüsselbein brach und die Rallye beenden musste. Bester BMW-Pilot wird am Ende der Niederländer Frans Verhoeven, der auf dem zehnten Rang landet.

Bei Team X-Raid sah es lange Zeit besser aus, denn wieder schien Stéphane Peterhansel einen guten Tag erwischt zu haben. Beim Blick auf die Zwischenzeiten schnupperte der Franzose zwischenzeitlich sogar an der Gesamtführung, denn er lag vor Nasser Al-Attiyah und hatte bereits mehr als eine Minute Vorsprung auf Carlos Sainz herausgefahren.

DAKAR RALLY ARGENTINA-CHILE

Nach rund zwei Dritteln der Strecke war es aber vorbei mit der Herrlichkeit, denn ein Reifenschaden kostete Zeit und die beiden VW Race Touareg zogen vorbei. Als ob das nicht ärgerlich genug wäre, entwickelten sich die letzten 100 Kilometer Etappe zu einer wahren Qual mit nicht weniger als vier Reifenschäden. Statt einem weiteren Tagessieg und der Aussicht auf die Gesamtführung gab es unterm Strich mehr als zwölf Minuten Rückstand und damit einen herben Rückschlag im Kampf um den Gesamtsieg.

Den Sieg sicherte sich am Ende Carlos Sainz, der seinen Vorsprung in der Gesamtwertung ausbauen konnte. Al-Attiyah, de Villiers und Miller komplettierten den Vierfachtriumph von Volkswagen, erst auf dem fünften Rang folgt Peterhansel im BMW. Auf den Plätzen sechs, sieben, acht und zehn folgen die restlichen X-Raid-Piloten mit Ausnahme von Stephan Schott, der das Ziel noch nicht erreicht hat. Positiv ist immerhin, dass Guerlain Chicherit im MINI ALL4 Racing durch seinen heutigen siebenten Platz wieder zurück in den Top 10 der Gesamtwertung ist.

Stéphane Peterhansel: “Wir waren sehr gut unterwegs, aber beim Überqueren der Dünen haben wir einen Wegpunkt verpasst und mussten umkehren, was uns vier oder fünf Minuten gekostet hat. Dann hatten wir eine Serie von Reifenpannen. Wir hatten nur drei Ersatzräder mit und mussten beim vierten Schaden den Reifen aufpumpen. So haben wir uns den Tag vor dem Ruhetag nicht vorgestellt.”

Sven Quandt (Teamchef): “Stéphane ist sehr gut gefahren, aber wenn man drei Ersatzräder mitführt und vier Plattfüße hat, ist das immer ein Problem. Er musste die Druckflasche im Auto verwenden, um den letzten Reifen wieder aufzupumpen, bevor er den Rest der Etappe fahren konnte. Er hat eine Menge Zeit verloren und liegt nun ein gutes Stück zurück. Es wird schwierig, nun noch um den Gesamtsieg mitzureden, aber wir tun unser bestes.
Guerlain ist sehr gut mit dem MINI gefahren. Er fuhr vorsichtig und ist nun wieder in den Top 10, was wirklich toll ist. Wir müssen nun die verbleibenden Etappen analysieren und sehen, wo wir eventuell etwas Zeit gutmachen können. Wir wissen aus dem letzten Jahr, dass das nicht leicht wird, aber es gibt ein paar Etappen, auf denen wir aufholen können.”

Die Top 10 der sechsten Etappe:
1. Carlos Sainz (E)/Lucas Cruz Senra (E) – VW Race Touareg – 4h 53m 53s
2. Nasser Saleh Al-Attiyah (QA)/Timo Gottschalk (D) – VW Race Touareg – 4h 54m 02s
3. Giniel de Villiers (ZA)/Dirk von Zitzewitz (D) – VW Race Touareg – 5h 03m 42s
4. Mark Miller (USA)/Ralph Pitchford (ZA) – VW Race Touareg – 5h 03m 43s
5. Stéphane Peterhansel (F)/Jean-Paul Cottret (F) – BMW X3 CC – 5h 06m 18s
6. Kryzsztof Holowczyc (PL)/Jean-Marc Fortin (B) – BMW X3 CC – 5h 19m 19s
7. Guerlain Chicherit (F)/Michel Périn (F) – MINI ALL4 Racing – 5h 22m 27s
8. Orlando Terranova (RA)/Filipe Palmeiro (P) – BMW X3 CC – 5h 32m 48s

9. Guilherme Spinelli (BR)/Youssef Haddad (BR) – Mitsubishi Lancer – 5h 38m 15s
10. Ricardo Leal Dos Santos (P)/Paulo Fiùza (P) – BMW X3 CC – 5h 42m 42s

Die Top 11 der Gesamtwertung nach der sechsten Etappe:
1. Carlos Sainz (E)/Lucas Cruz Senra (E) – VW Race Touareg – 20h 39m 41s
2. Nasser Saleh Al-Attiyah (QA)/Timo Gottschalk (D) – VW Race Touareg – 20h 42m 23s
3. Stéphane Peterhansel (F)/Jean-Paul Cottret (F) – BMW X3 CC – 20h 54m 32s
4. Giniel de Villiers (ZA)/Dirk von Zitzewitz (D) – VW Race Touareg – 21h 10m 50s
5. Kryzsztof Holowczyc (PL)/Jean-Marc Fortin (B) – BMW X3 CC – 21h 53m 00s
6. Mark Miller (USA)/Ralph Pitchford (ZA) – VW Race Touareg – 22h 15m 34s
7. Orlando Terranova (RA)/Filipe Palmeiro (P) – BMW X3 CC – 22h 17m 35s
8. Guilherme Spinelli (BR)/Youssef Haddad (BR) – Mitsubishi Lancer – 22h 57m 37s
9. Guerlain Chicherit (F)/Michel Périn (F) – MINI ALL4 Racing – 23h 25m 06s
10. Christian Laveille (F)/Jean-Michel Polato (F) – Nissan Dessoude – 23h 47m 35s
11. Ricardo Leal Dos Santos (P)/Paulo Fiùza (P) BMW X3 CC 23h 50m 53s

(Bilder & Infos: speedbrain, X-Raid, dakar.com)

  • Andreas1984

    Tja…Sieg adé würde ich mal sagen. Leider!!

  • Michael MPower

    ne noch lange nicht!!
    es kann noch so viel passiern, sowohl bei VW, als auch bei BMW, aber geben wir mal die Hoffnung nicht auf. Der X3 is dieses Jahr das schnellste Auto und Peterhansel der beste Fahrer, doch schade, dass er so sehr vom Pech verfolgt wird!

    • Jan

      Wieso ist der X3 das schnellste Auto?

      • Halodrian

        Weil die Jungs von BMW ihr Handwerk beherrschen 🙂

  • mb81

    die VW AG ist einfach nur lucky!!! peinlich, dass sie nur durch solch unglaubliches Pech die Führung behaupten können!!

    • tobsen

      wieso peinlich? hätte der touareg warten sollen? siesta in der wüste?
      bin auch für das team BMW aber “pech” und “glück” gehören halt nunmal dazu… that’s life 🙂

  • Marge

    …that’s Rallye!

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