Sparsamer Schwabe: Die Mercedes C-Klasse im Modelljahr 2011

BMW 3er | 23.12.2010 von 41

Auch die Mercedes C-Klasse erhält vor dem Start ins Modelljahr 2011 ein Facelift, bei den Schwaben spricht man hier aber in der Regel von einer …

Auch die Mercedes C-Klasse erhält vor dem Start ins Modelljahr 2011 ein Facelift, bei den Schwaben spricht man hier aber in der Regel von einer Modellpflege. Ab Frühjahr 2011 stehen die überarbeiteten Modelle bei den Händlern und bieten dann neben einer leicht geänderten Optik inklusive LED-Tagfahrlichtern in der Frontschürze auch mehr Infotainment-Funktionen und vor allem weniger Verbrauch.

Vor allem bei der Effizienz legt die C-Klasse deutlich zu und kann stellenweise sogar am bisherigen Klassenprimus, dem BMW 3er der Generation E90, vorbeiziehen. Hierzu tragen neue Motoren sowie eine Überarbeitung des Automatikgetriebes 7G-Tronic bei, das nun auch über eine Start-Stopp-Funktion verfügt.

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Neben der für alle Modelle mit Automatikgetriebe (außer dem C 300 CDI 4Matic) serienmäßigen Auto-Start-Stopp-Funktion der 7G-Tronic Plus trägt auch eine geänderte Gesamtübersetzung des Antriebsstrangs zu niedrigen Normverbräuchen bei. Alle Benziner verfügen über Direkteinspritzung und verbrauchen künftig bis zu 31 Prozent weniger Kraftstoff.

Besonders erwähnenswert ist hierbei der C 350 BlueEfficiency, der einen Normverbrauch von nur 6,8 Litern bietet. Der ebenfalls 306 PS starke BMW 335i kann hier mit 8,4 Litern nicht annähernd mithalten. Beim Sprint auf 100 km/h hält sich der C 350 für seine Motorleistung allerdings auch zurück, der Wert von 6,0 Sekunden dürfte einen Tribut an die lange Gesamtübersetzung darstellen. Hier bietet der BMW 335i mit 5,6 Sekunden den besseren Wert, aber im Alltag spielt der Verbrauch sicherlich die größere Rolle als ein paar Zehntelsekunden bei der Beschleunigung.

In Sachen Fahrleistungen praktisch auf Augenhöhe befindet sich der “nur” 272 PS starke BMW 330i, der laut Werk 6,1 Sekunden bis 100 km/h benötigt. Auch der 330i verbraucht mit 7,4 Litern aber spürbar mehr als der Stuttgarter. Sparsamster Sechszylinder von BMW ist der 325i, der es auf 7,2 Liter bringt. Gegen ihn tritt bei Mercedes ein Vierzylinder an, denn bei den Benzinern ist der C 350 die einzige Variante mit sechs Brennräumen.

Der Mercedes C 250 verfügt über einen aufgeladenen Vierzylinder mit 1,8 Litern Hubraum, leistet 204 PS, beschleunigt in 7,2 Sekunden auf 100 km/h und bietet einen Normverbrauch von 6,4 bis 6,9 Litern. Der 218 PS starke BMW 325i beschleunigt eine halbe Sekunde schneller auf 100, kann aber beim Verbrauch nicht ganz mithalten. Sparsamster Benziner bei Mercedes ist der C 180 mit ebenfalls 6,4 bis 6,9 Liter und einer Leistung von 156 PS. Bei BMW beginnt das Angebot mit dem 143 PS starken BMW 318i (6,3 Liter) sowie dem 170 PS leistenden BMW 320i (6,4 Liter).

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Neben den Benzinern hat Mercedes auch die Dieselmotoren überarbeitet. Sparsamstes Modell bleibt der Mercedes C 220 CDI, der mit manuellem Getriebe einen Normverbrauch von 4,4 bis 5,1 Litern aufweist. Bei einer Motorleistung von 170 PS bietet sich ein Vergleich mit dem 177 PS starken BMW 320d an, der auf 4,7 Liter kommt.

Bei den Fahrleistungen zeigt sich aber auch hier die lange Übersetzung der überarbeiteten C-Klasse, denn mit 8,4 Sekunden benötigt die C-Klasse fast eine volle Sekunde länger auf 100 km/h als der 320d. Selbst das 163 PS starke Sparmodell BMW 320d EfficientDynamics Edition mit 163 PS beschleunigt mit 8,0 Sekunden schneller als der neue C 220 CDI, verbraucht dabei aber nur 4,1 Liter auf 100 Kilometer.

Die beiden Einstiegs-Diesel C 180 CDI und C 200 CDI mit 120 respektive 136 PS verbrauchen jeweils 4,8 bis 5,3 Liter. Hier liegen die 115 respektive 143 PS starken Modelle BMW 316d und BMW 318d mit jeweils 4,5 Litern knapp darunter. Das beste Verhältnis von Leistung zu Verbrauch bietet der neue C 250 CDI mit doppelt aufgeladenem Vierzylinder: Er leistet 204 PS und begnügt sich mit 4,8 bis 5,3 Litern Diesel auf 100 Kilometer.

Einziger Diesel mit sechs Zylindern ist der C 300 CDI, der zumindest zum Marktstart ausschließlich mit dem Allradantrieb 4Matic bestellbar ist. Er leistet 231 PS, beschleunigt in 6,4 Sekunden auf 100 km/h und benötigt 7,0 bis 7,2 Liter Diesel. Der vergleichbare BMW 330d xDrive mit 245 PS benötigt lediglich 6,5 Liter und beschleunigt in nur 5,9 Sekunden auf 100 km/h. Selbst der 286 PS starke BMW 335d liegt im Normverbrauch mit 6,6 Litern unterhalb der C-Klasse.

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Auch bei den Assistenzsystemen haben die Stuttgarter kräftig nachgelegt. Die C-Klasse bietet nun endlich ebenfalls einen uneingeschränkten Internetzugang, wie man ihn bei BMW schon seit Jahren bestellen kann. Auch das drahtlose Abspielen von Musik über Bluetooth sowie eine in der Mittelarmlehne untergebrachte USB-Schnittstelle debütieren in der überarbeiteten C-Klasse erst im Jahr 2011. Wie bei BMW lassen sich auch in Google Maps konfigurierte Routen ins Auto übertragen.

In Sachen Sicherheit lassen sich die Schwaben nicht lumpen und bieten zahlreiche Assistenzsysteme, die man teilweise nicht bei den Wettbewerbern erhält. Besonders interessant ist dabei ein Attention Assist genanntes System, das einen übermüdeten Fahrer erkennen und rechtzeitig warnen soll.

Unterm Strich handelt es sich aus technischer Sicht um eine definitiv gelungene Modellpflege, die den Entwicklern der neuen 3er-Reihe F30 die eine oder andere Hausaufgabe ins Lastenheft schreiben dürfte. Insbesondere bei den Benzinern muss der neue 3er, der im Frühjahr 2012 und damit ein Jahr nach der neuen C-Klasse zu den Händlern kommt, nachlegen, um sich wieder als effizientestes Modell der unteren Mittelklasse bezeichnen zu dürfen. Mit den neuen aufgeladenen Vierzylindern N13 und N20, die im Herbst 2011 im neuen 1er F20 debütieren werden, hat BMW allerdings auch mehrere Trümpfe in der Hinterhand.

(Bilder & Infos: Mercedes-Benz)

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