Meine Erinnerung an den Tag, an dem der BMW M3 E30 kam

BMW M3 | 11.12.2010 von 16

Ich erinnere mich gut; zu meinem großen Glück übergab mir als Junge (m)ein Verkäufer den neuesten „M“ Prospekt. Er handelt von der Herstellung und den …

Ich erinnere mich gut; zu meinem großen Glück übergab mir als Junge (m)ein Verkäufer den neuesten „M“ Prospekt. Er handelt von der Herstellung und den Vorzügen der damaligen M-Modelle, also M5 E28 und M635CSi. Auf den letzten zwei Seiten aber sieht man – es schaut fast aus wie gemalt – eine Vorschau auf einen zweitürigen grauen 3er mit merkwürdiger Karosserie.

Es mutete damals etwas merkwürdig an, dass ein M nur einen 4 Zylinder haben soll, der zudem gerade 25 PS mehr aufweisen konnte als das Topmodell, der 325i mit 6 herrlich klingenden Töpfen.

Am Tage der Präsentation dann fanden sich doch einige Interessierte ein, die den verbreiterten und verspoilerten 3er – wenn auch z.T. mit Skepsis – betrachteten.

M330 Präsentation0002

Die Schaufenster der Niederlassung waren mit roten Streifen eingerahmt und mit dem großen, Chromfarbenen „M“ verziert. Für die Jüngeren muss ich wohl dazu sagen, dass es weder Informationen darüber im Internet, Twitter oder Blogs, Email oder gar Telefax gab. Man bekam damals einen Brief (wenn man Glück hatte, zum Verteiler zu gehören), in dem ein Event angekündigt wurde, nebst Rückantwort, ob man teilnehmen würde. Der wurde frankiert und zurückgesendet.
Oder man musste, so wie ich, Glück haben davon zu erfahren und die Leute so lange nerven, bis sie mal wieder ein paar Insider Infos rauslassen, um mich erstmal loszuwerden.

Die Verkäufer waren redlich bemüht, den Fahrern meist grösserer Modelle die Vorzüge schmackhaft zu machen. Von „Leichtere Karosserie mit Kunststoff“, „in Handarbeit hergestellt, nach ihrem persönlichen Wunsch“ und „exklusive und konkurrenzlos sportliche Mittelklasse“ war da die Rede.

Ausgestellt wurde ein schwarzer M3 mit schwarzer Lederausstattung. Bestückt mit den damals denkbar teuren Extras wie HiFi System und einem Becker Mexico Radio.
Eine Klimaanlage fehlte damals, wie noch oft üblich.

Der etwas später einsetzende Verkaufserfolg gab BMW Recht und liess Skeptiker schnell verstummen. Man hörte damals oft von leistungsverwöhnten Fahrern, dass sie die Leistung von unter 200 PS bei Probefahrten enttäuscht hätte. Dennoch brachte es der schnelle E30 in seiner Erstauflage mit Katalysator auf 9.254 Stück, dazu kamen noch 5.226 Stück ohne Kat.

Nicht unterschätzen darf man aber die Ausstrahlung des M3 auf die gesamte 3er-Reihe. Wie der Katalog damals formulierte „…darf sich der Fahrer eines 316 auf ungeahnte Leistungsreserven des Fahrwerks“  verlassen, wobei darauf angespielt wurde, dass sich die grundsätzliche Abstimmung und die verwendeten Teile vom größten zum kleinsten Modell nicht gravierend unterscheiden.

Im Laufe seiner Karriere entstanden einige Modifikationen und Sondermodelle:

M3 215 PS, M3 Evolution, M3 Evolution II, M3 Europameister, M3 Sport Evolution, M3 Cecotto, M3 Ravaglia

Den Rest der Geschichte kennt jeder: „Erfolgreichster Renntourenwagen der Welt“, Begründer der sportlichen Mittelklasse und bis heute Synonym für diese Klasse.

  • juergen

    Danke für den schönen Artikel!

  • CeKilleR

    Ein weiterer “Top”-Artikel!

    Danke und Grüße 😉

  • Bi///Mmer

    Danke für den mal wieder klassen Artikel und das du auch auf meinem Wunsch eingegangen bist 😉

  • Steve8178

    Wiedermal Nag Nag H/-\ut…..

  • BMW-Fan

    Netter Artikel. Nicht ganz so nostalgisch wie der letzte aber trotzdem gut.
    Etwas länger hätte er aber ruhig sein dürfen, detailierter bitte 🙂 ich (21) kenne doch die Tage von damals gar nicht =( 😉

    • Reinhard

      So viele nette Kommentare in so kurzer Zeit. Ihr seid prima, Danke Euch!

      Ich habe das beim Schreiben schon gespürt. Ich habe Benny auch davon unterrichtet.
      Es ist für mich einfach, Gefühle über diese Marke auszurücken. Eine Autopräsentation wie diese hier – die i.Ü. relativ emotionslos verlief – zu emotionalisieren, ist aber sehr sehr schwer. Alle Details sind mir auch nicht mehr präsent.
      Ich wäre dankbar für eine konkrete Anregung, dann ergänze ich den Artikel.

      Bei den Fotos bitte ich immer zu bedenken, dass man früher nicht einfach drauflso geknipst hat, wie das heute normal ist.

      Ich darf aber für den E34 viel, viel mehr versprechen. Das wird was für´s Herz 😀

  • Lobbes

    Würde sehr gerne mehr von solchen Artikeln lesen. Vielen Dank!

  • Maddy

    Ein toller, wenn auch kurzer 😉 , Artikel über eines der tollsten und faszinierensden Autos, das jemals die Strassen und Rennstrecken dieses Planeten befahren hat. Ums kurz zu sagen – Eine Legende mit vier Rädern und 4 Drosselklappen .

    Danke!

  • Philipp

    hab mal ne Frage. Wieso verbaut die M-GMBH seid den neuen Modelen immer 4 Auspuffrohre?
    Ehrlich gesagt gefallen mir 2 Große viel besser.
    http://www.motornews.at/cms/upload/berichte_auto/lumma_design/lumma_bmw_m5_09_3.jpg

    • Lennardt

      bitte keine Schubkarre.. zwei Rohre finde ich auch am besten, aber einseitig.

    • Benny

      Das hat vor allem optische Gründe. Der größere Teil der Kundschaft weiß die Lösung mit vier Endrohren offenbar zu schätzen, sondern würde man zwecks besserer Verkaufszahlen zwei dicke Endrohre wählen. Am Ende geht es nur darum, dass der Abgasgegendruck zur Abgasmenge passt, mit wievielen Endrohren man das realisiert, ist egal. Technisch spricht auch nichts gegen eine Lösung mit ein, zwei, drei oder fünf Endrohren, das ist letztlich eine ästhetische Frage.

    • Thomas1

      Naja, so neu sind die 4 Endrohre ja nun wirklich nicht.

  • Philipp

    naja zweiseitig wie beim 335i dürfen sie schon sein.

  • Chris35i

    2 dicke Rohre snd schon das Markenzeichen von den Audi RS Modellen. Daher finde ich 4 Stück schon okay.

  • TheRealDaniel

    Danke für den schönen Artikel, ich finde ihn sehr gelungen. Vor allem die Passage darüber, wie exklusiv damals so eine Ankündigung verlief.
    Bei der Präsentation des X3 vor wenigen Wochen im BMW Autohaus konnte man es auch wieder spüren, viele Männer schlichen recht gelangweilt durch den Raum. Aber in der Ecke mit einem weißen M3 E92, da wurden alle wieder zu Jungs. Tolle Sache!

  • Pingback: Der E34, Alan Parsons und ich()

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