China schon ab 2011 wichtigster Einzelmarkt für Rolls Royce?

Rolls-Royce | 2.12.2010 von 5

In den letzten Jahrzehnten schienen die USA für zahlreiche Unternehmen ein unverzichtbarer Einzelmarkt und an dieser Stelle wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern. …

In den letzten Jahrzehnten schienen die USA für zahlreiche Unternehmen ein unverzichtbarer Einzelmarkt und an dieser Stelle wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern. Dennoch ist unübersehbar, dass die Stellung der USA als größter Abnehmer von Luxusgütern mehr und mehr ins Wanken gerät.

Dafür ist sowohl ein Rückgang der Nachfrage auf dem US-Markt als auch ein dramatischer Anstieg der Nachfrage in China verantwortlich. Innerhalb weniger Jahre ist das Reich der Mitte nicht nur zum wichtigsten Markt Asiens aufgestiegen, sondern auch zu einem der größten Märkte für Luxusgüter überhaupt. Auch Rolls Royce spürt diesen Trend und mit einem Absatzziel von 800 Fahrzeugen im Jahr 2011 könnte schon im kommenden Jahr ein Wechsel stattfinden, den sich viele Beobachter kaum oder zumindest nicht derart zeitnah vorstellen konnten: China wird die USA als größten Einzelmarkt der Luxusmarke ablösen.

Rolls-Royce-China

Laut einem Bericht der Wirtschaftsexperten von Bloomberg will Rolls Royce zu diesem Zweck schon bald vier neue Niederlassungen eröffnen, um der rasant steigenden Nachfrage zu begegnen. Im Gesamtjahr 2009 verkaufte Rolls Royce “nur” 100 Fahrzeuge in China, 2010 werden es bereits über 500 Fahrzeuge sein. Dafür ist zwar auch die Einführung des Einstiegsmodells Rolls Royce Ghost verantwortlich, aber auch die Nachfrage nach den Topmodellen der Phantom-Baureihe ist weiter gewachsen.

Nach aktuellen Studien leben heute nicht weniger als 875.000 Millionäre in China und die Tendenz ist auch hier weiter steigend. Somit sind auch die durch spezielle Import- und Luxussteuern extrem teuren Fahrzeuge von Rolls Royce für immer mehr Menschen ein erschwingliches Statussymbol.

In diesem Licht scheint es nur eine Frage der Zeit, bis auch die BMW M GmbH ihren Hauptmarkt nicht mehr in den USA, sondern in China findet. Für die Kernmarke BMW ist momentan Deutschland der größte Einzelmarkt, aber mit Blick auf die konstant hohen Wachstumsraten wird China auch hier in absehbarer Zeit wichtigster Markt werden.

5 responses to “China schon ab 2011 wichtigster Einzelmarkt für Rolls Royce?”

  1. Peter says:

    Warum ist der Anstieg in China “dramatisch”?

    • Benny says:

      Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass der Anstieg seit mehreren Jahren im hohen zweistelligen oder sogar dreistelligen Bereich liegt und sich somit in ganz anderen Regionen bewegt als üblich. Im Wortsinne “dramatisch” ist das natürlich nicht, aber eben doch sehr außergewöhnlich.

      • Steve8178 says:

        …ich bin auch der Meinung das es dramatisch “werden” könnte, da die Inflation in China in den nächsten Jahren auch Einzug halten wird, dann beginnt bei den großen Herstellen wieder das große geheule..

        • Benny says:

          Dass das Wachstum in China nicht ewig so wachsen wird, ist klar – aber nicht nur uns, sondern auch den Herstellern. Bei BMW wird schon seit einiger Zeit kommuniziert, dass man nicht mit einem anhaltend derart hohen Wachstum im China rechnet. Selbstverständlich wird das Wachstum der globalen Verkaufszahlen bei einem signifikanten Rückgang in China auch schrumpfen, aber darauf ist man eingestellt – der Automobilmarkt ist zyklisch, insofern wird es immer wieder Phasen mit Rückgängen oder sehr kleinem Wachstum geben.

        • John says:

          Das Wachstum in China kann man tatsächlich durchaus kritisch sehen und man hört auch immer wieder mal kritische Stimmen in der Wirtschaftspresse. Eine Inflation halte ich zwar eher für unwahrscheinlich, da der CNY künstlich tief gehalten wird und eher unterbewertet ist. Die Gefahr besteht beim Dollar…

          Ein Problem könnte aber die Divergenz zwischen Wirtschaftswachstum und dem Ausbau der Infrastruktur sein, die für ein nachhaltiges Wachstum notwendig ist. Eine Volkswirtschaft hat im Gegensatz zu einem Unternehmen ja das Problem, dass sie bei einem hohen Wachstum eine große Anzahl landesweiter Maßnahmen ergreifen muss, um dieses Wachstum zu unterstützen. So etwas ist weitaus komplexer, als die simple Erhöhung der Kapazität und braucht in der Regel Zeit. Ein Hafen, Flughafen oder eine Universität benötigen einfach einige Jahre, bis sie wirklich funktionieren. Und dann müssen sie zudem auch richtig geplant sein.
          Wenn solche Maßnahmen nicht im Zuge des Wachstums durchgeführt werden können, läuft sich die Konjunktur heiß und es kann zu einem abrupten Stop kommen. Bei einem großen Land wie China durchaus ein Problem.

          Hinzu kommen in China auch die zunehmenden sozialen Probleme durch eine ungleiche Verteilung des Wachstums. Man sollte zudem nicht vergessen, dass China keine Demokratie ist und viele Menschen dort immer noch unterdrückt werden. Auch da besteht zumindest Potential für politische Unruhen.

          Das muss alles nicht eintreffen, aber wie Benny schon angedeutet hat, tun Unternehmen gut daran es zumindest zu bedenken.

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