Zu Besuch bei AC Schnitzer auf der Essen Motor Show 2010

Sonstiges | 28.11.2010 von 27

Auf der diesjährigen Essen Motor Show statteten wir dem größten BMW-Tuner AC Schnitzer einen Besuch ab. Als Highlight steht dort auf einem Podest platziert der …

Auf der diesjährigen Essen Motor Show statteten wir dem größten BMW-Tuner AC Schnitzer einen Besuch ab. Als Highlight steht dort auf einem Podest platziert der komplett überarbeitete BMW Z4 sDrive35is. Der ACS4 Turbo S genannte und in Alpinweiß lackierte Roadster wurde in vielen Punkten der sportlichen Optik angepasst. Der Motor der N54-Generation wurde in erster Linie durch Modifikationen am Steuergerät und einem Ladedruck bis 1,1 bar von 340 PS auf 380 PS gepusht. Das Drehmoment wurde um kräftige 70 Nm auf 520 Nm erhöht.

Damit beschleunigt der grundsätzlich nur mit einem Doppelkupplungsgetriebe erhältliche Wagen in 4,6 s auf 100 km/h und in 17,5 s auf 200 km/h. Diese Werte wurden kürzlich von der Fachzeitschrift sport auto gemessen und in der aktuellen Ausgabe im Rahmen eines Testes veröffentlicht. Die Serienversion von BMW brauchte in einem zuvor ebenfalls von der sport auto durchgeführten Test bei nahezu gleichem Leergewicht 5,0 s bzw. 18,5 s. Auf dem kleinen Kurs vom Hockenheimring war der ASC4 Turbo S um exakt zwei Sekunden schneller als die Ausgangsbasis. Im engen 18 m Salom wedelte der Wagen durchschnittlich 4 km/h schneller um die Pylonen.

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Der Grund für die besseren Fahrleistungen ist natürlich nicht nur im leistungsfähigeren Motor zu suchen, sondern in einer besonderen AC Schnitzer Domäne. Das Augenmerk sollte man hierbei nämlich auf die Fahrwerkstechnik legen. Der Z4 bekam für 3.553 EUR ein höhenverstellbares Rennsportfahrwerk verpasst, das sich trotz der Tieferlegung einen angemessenen Restkomfort für den täglichen Gebrauch bewahrt.

Wie der kürzlich von der Autozeitung getestete ACS3 Sport auf Basis des M3 E92 kommt deshalb auch hier der brandneue Semislick ForceContact von Continental (235/35R19 vorn und 265/30R19 hinten) auf der neuen 19 Zoll Felge Typ VII zum Einsatz. Alle Fahrwerke werden übrigens von Schnitzers Fahrwerkspapst Manfred Wollgarten erprobt und auf der Nordschleife final abgestimmt. Eine Idee zur weiteren Steigerung der Kurvendynamik wäre hier vielleicht noch das spezielle AC Schnitzer Differential mit einer Sperrwirkung bis 75% zu adaptieren, das für den 1er und 3er bereits angeboten wird.

An der Vorderachse ist beim AC Schnitzer Power-Z4 eine kräftige Bremsanlage mit geschlitzten, 355 mm großen Bremsscheiben und Sechskolben-Festbremssätteln verbaut. Bei genauerer Betrachtung der Bremsscheiben kann man noch die Strapazen der Bremse aus dem Testbetrieb ablesen, denn die Schlitze sind teilweise mit dem Abrieb der Beläge zugesetzt. Sinngemäß erst Trainieren auf der Rennstrecke, dann Schaulaufen auf der Messe. Im sport auto-Test wurden bei warmer Bremse durchschnittliche Verzögerungswerte von knapp 11 m/s² ermittelt, in der engen Ameisenkurve auf dem Hockenheimring sogar 11,5 m/s².

Dem Auftrieb wirkt ein Frontspoiler aus Kohlefaser mit beeindruckend edlem Finish und ein zweiteiliger, in Wagenfarbe lackierte Heckspoiler auf dem Kofferraumdeckel entgegen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut AC Schnitzer bei 300 km/h. Im vergangenen Jahr bewies im italienischen Hochgeschwindigkeitsoval in Nardò bereits ein besonders präparierter, ebenfalls 380 PS starker Z4 von AC Schnitzer, dass man auch die 303-km/h-Marke knacken kann – wohlgemerkt bei für Turbolader unfreundlicher süditalienischer Hitze! Bis auf kleinere Retuschen blieb der mit Walnussfarbenem Leder ausstaffierte Innenraum des ACS4 Turbo S unberührt.

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Ein weiteres AC Schnitzer Fahrzeug auf dem Messestand war der vor wenigen Tagen schon bei uns angekündigte, getunte BMW 5er Touring. Der ACS5 3.5d auf Basis des 535d F11 leistet statt 300 PS nun 360 PS. Noch beeindruckender erscheint hier der Drehmomentzuwachs auf maximal 690 Nm. Überholmanöver auf der Landstraße oder Autobahn sollten so auf wenige Wimpernschläge zusammenschmelzen. Der Durchbeschleunigungswert 80 auf 180 km/h verbessert sich bei diesem Touring fast um zweieinhalb Sekunden, was hier einer etwa 20% besseren Beschleunigung entspricht.

Das M-Paket des 5ers wurde vorn um Flaps und hinten um einem Diffusor aus Kohlefaser ergänzt. Die großen Endrohre des Doppelendschalldämpfers sind passgenau in den Heckabschluss eingefasst. Die Optik der “Sports Trim”-Endrohre erinnert ein wenig an das beliebte Design der AC Schalldämpfer aus den 90er Jahren. Das Fahrzeug liegt um 25 mm tiefer als das Serienmodell von BMW und wurde natürlich auch auf der schnellsten und Kurvenreichsten Einbahnstraße der Welt, der Nordschleife des Nürburgrings, entwickelt.

Auf der linken Fahrzeugseite trägt das Ausstellungsstück die Felge Typ V und rechts die mehrteilige Typ VIII. Der Innenraum des 5ers bekam hochwertig verarbeitete Leisten aus Kohlefaser im groben Geflechtmuster. Eine nette Idee, das Thema “Carbon” im Innenraum neu zu interpretieren! Die typische AC Schnitzer Pedalerie aus silbernem Aluminium und Fussmatten mit Schriftzug sind ebenfalls mit an Bord.

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Ganz frisch aus den BMW-Produktionshallen im amerikanischen Spartanburg hat AC Schnitzer den neuen BMW X3 F25 empfangen. Die Zeit bis zum Messebeginn war knapp, sodass die Entwicklung einiger Teile noch nicht abgeschlossen ist. Das Messefahrzeug ACS3 2.0d mit getunten 210 PS trägt dennoch schon das Firmeneigene Schuhwerk und eine Auspuffendblende. Ob es wie beim X3-Vorgänger auch ein Optikpaket geben wird, entscheint sich nach der Messe.

Der Reifenhersteller Continental ist seit einigen Jahren ein wichtiger Entwicklungspartner von AC Schnitzer, sodass die drei Boliden auf der Essen Motor Show auf dem Gemeinschaftstand 206 in Halle 3 versammelt sind.

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