Kurzvorstellung: Bernd Limmer, Fahrwerkschef der BMW M GmbH

BMW M | 18.11.2010 von 4

Vor einiger Zeit trafen wir am Nürburgring Bernd Limmer, Fahrwerkschef von BMW M, Projektchef des aktuellen BMW M3, Instruktor des BMW Fahrertrainings und an wenigen …

Vor einiger Zeit trafen wir am Nürburgring Bernd Limmer, Fahrwerkschef von BMW M, Projektchef des aktuellen BMW M3, Instruktor des BMW Fahrertrainings und an wenigen Tagen im Jahr auch Taxi-Fahrer im M5 Ringtaxi auf der Nordschleife des Nürburgrings.

Einen Großteil des Jahres verbringt er im Testcenter am Nürburgring und auf der Strecke, um die kommenden M-Modelle abzustimmen. Die restlichen Wochen arbeitet er bei BMW M in München in der Entwicklung.

Der breiteren Masse ist Bernd Limmer durch eine DVD der Auto Bild bekannt geworden, die zum Jubiläum von BMW M aufgelegt wurde. Hier konnte er Einblick in seine Arbeit und aktuellen Projekte geben und auf neue aber im Besonderen auch schon legendäre M Fahrzeuge zurückblicken. Für Fans der M GmbH ein klarer Kauftipp, über Ebay lässt sich hier gelegentlich noch ein Exemplar finden.

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Bernd Limmer hatte die Arbeiten am X5M und X6M damals längst abgeschlossen und war vom Ergebnis der Abstimmung begeistert. Er berichtete sicher nicht ohne Stolz, dass – und hier widersprach er selbstbewusst allen kritischen Stimmen – die beiden neuen M Modelle exzellente Fahreigenschaften aufweisen.

Auf einiges Nachfragen bestätigte er, dass die neuen X M-Modelle auf der legendären Nordschleife die Rundenzeit des M346 erreichen, was mittlerweile von der sport auto bestätigt wurde. In einem Video mit Fahraufnahmen kann er das Potential der Fahrzeuge eindrucksvoll belegen, Marc Surer (Rennfahrer & Ex BMW–Rennleiter) kann die gute Fahrbarkeit der X M Modelle aus eigener Erfahrung ebenfalls bestätigen.

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Auf die Zukunft angesprochen, freute er sich schon auf das nächste M-Projekt, das in eine ganz andere Richtung gehen sollte. Nähere Details konnte er damals nicht verraten, aber heute wissen wir, dass es sich um das BMW 1er M Coupé handelte, das von vielen auch in seiner zivilen Variante als legitimer Nachfolger des BMW M3 E30 gesehen wird.

Natürlich kam das Gespräch auch auf den damals noch aktuellen, inzwischen aber ausgelaufenen BMW M5 E60 mit seinem famosen V10 Motor. Dieser fährt schon einige Jahre als Ring Taxi täglich seine Runden um die materialmordende Rundstrecke und hat die Taxi-Fahrer den Vorgänger schnell vergessen lassen.

Und wenn man schon die Gelegenheit hat, einen der etwa 7 Tage, die Bernd Taxi fährt, zu erwischen, dann nutzt man diese auch zu einer schnellen Runde im M5.
Nach der Schranke und der Ausfahrt beschleunigt Limmer den M5 sofort voll und lässt alle vor ihm fahrenden Fahrzeuge schnell hinter sich. Sofort liegen über 200 KM/H an. Während der M5 mit 180 KM/H durch die erste Kurve hinter Tiergarten rast, hat Bernd Limmer Zeit, die Strecke zu erläutern, während er das Lenkrad entspannt hält.

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Das Fahrzeug entspricht dem Serienstand, wie er erklärt. Lediglich die Bremsanlage wurde den Anforderungen an die Strecke und die Tatsache, dass das Taxi regelmäßig mit 4 Personen voll besetzt ist, angepasst.

Deren Wirkung bekommt man schnell zu spüren und zu schätzen. Man hört sie arbeiten, aber wenn man eine ruppige Rennbremse erwartet, liegt man falsch: Diese Bremse könnte auch in einem Serien-5er gefallen. Sie packt fest – dabei aber sogar komfortabel – zu. Ebenso ist ihre Haltbarkeit und Hitzebeständigkeit höher als die der Serienanlage.

Selbst eine technisch unbedarfte, mitfahrende Dame erkannte und lobte deren Auslegung, da sie in jeder Situation Sicherheit verspüren lässt. Für den täglichen Einsatz wäre sie aber überdimensioniert, außerdem liegen ihr hohe Temperaturen wie auf der Nordschleife mehr als das Bummel-Tempo des Alltags.

Die Fahrzeuge werden etwa 2 Jahre gefahren und regelmäßig revidiert. Eine Wartung nach jedem Einsatztag versteht sich von selbst. So halten die Reifen etwa 10 Runden, was knapp 210 KM entspricht. Wenn man aber miterlebt, in welchem Tempo das schwere Fahrzeug Kehren umeilt, wundert einen das nicht. Der Bordrechner zeigt bei einem kurzen Blick um die 39 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer an.

Wie eine entspannte Runde mit Bernd Limmer von der Rückbank aus aussieht, zeigt das folgende Video einer ganz normalen Taxifahrt:

Nach etwas mehr als 8 Minuten endet unsere Fahrt dann auch schon. Bernd zwängt den M5 noch locker irgendwie zwischen ein paar Autos in die Zufahrt. Bald wird der V10 Motor verstummen und das Downsizing wird in Form des M5 F10 mit aufgeladenem V8 Einzug halten. Das wird Bernd Limmer aber nicht abhalten, mindestens genausoschnell den Ring zu umfahren.

Mit Wehmut hören wir dem V10 hinterher, als er die nächsten Gäste auf die Reise der 73 Kurven schickt.

  • Wooden

    Vielen Dank für das kleine Portrait.

    Was wurde im Detail an der Bremse vom Ring-Taxi geändert? Die Scheiben müssten IHMO baugleich mit der Serie sein.

    • Lola-Inge

      “Das Fahrzeug entspricht dem Serienstand … Lediglich die Bremsanlage wurde den Anforderungen an die Strecke und die Tatsache, dass das Taxi regelmäßig mit 4 Personen voll besetzt ist, angepasst”, die selbe Aussage hat mir gegenüber, die von allen geliebte ;-), Sabine Schmitz getätigt, sie erklärte damals, dass lediglich härtere Beläge und Scheiben eingesetzt werden, weil die die höheren Temperaturen deutlich besser verkraften und somit nicht ganz so schnell “in Rauch aufgehen”/verschleissen. “Für den täglichen Einsatz wäre sie aber überdimensioniert”, dass in dem Ring-Taxi eine größer dimensionierte Bremsanlage eingebaut ist, ist mir neu, weiß da jemand mehr?

  • M-Fetischist

    Bernd Limmer ist nicht der Fahrwerkschef von M… Er ist der Fahrwerkspapst.

    Einer der fähigsten Leute, die sich noch im Konzern tummeln. Wie Herr Limmer Autos fühlt, ist der helle Wahnsinn.

    Wenn der mal zur Konkurrenz abwandert, können wir zumachen.

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