Edel und offen: Das BMW 8er Cabriolet E31

Concept Cars | 16.11.2010 von 8

Große Cabriolets haben bei BMW in der jüngeren Vergangenheit noch keine ausgeprägte Tradition. Obwohl vor etlichen Jahrzehnten die legendären Modelle 328 und 507 in der …

Große Cabriolets haben bei BMW in der jüngeren Vergangenheit noch keine ausgeprägte Tradition. Obwohl vor etlichen Jahrzehnten die legendären Modelle 328 und 507 in der Historie von BMW maßgebliche Akzente setzten, gab es in Serie weder in den 80er Jahren vom 6er E24 noch in den 90ern vom 8er E31 ein edles Oben-Ohne-Modell.

Auf der Techno Classica 2003 wurde zur Überraschung vieler Fans ein rot lackierter Prototyp vom Typ 850i Cabriolet ausgestellt. Die Bezeichnung wurde den neueren 8er Modellen ab 1993 entsprechend mit dem Zusatzkürzel Ci in 850Ci angepasst. Das Fahrzeug basiert technisch auf dem 1989 eingeführten 850i E31 mit Sechsgang-Handschaltgetriebe und wurde im Jahr 1990 gefertigt.

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Unter der Motorhaube powert ein 5.0 ltr V12-Saugmotor mit 300 PS und 450 Nm. Das elegant wirkende Cabrio wiegt leer etwa zwei Tonnen, sodass die 300 PS eher zum gediegenen Reisen als zum burschenhaften Rasen taugen.

Viele offizielle Informationen zum 8er Cabrio gibt es nicht, dafür umso mehr Gerüchte. Angeblich wurden nur drei Prototypen produziert, angeblich dauert der Sprint von 0 auf 100 km/h 7,2 s statt wie beim Coupé 6,8 s und angeblich hätte der Verkaufspreis bei über 200.000 DM gelegen. Das Fahrzeug wurde umfassend von BMW erprobt und trägt einige Details des zuvor gebauten 5er Cabriolets E34, das es ebenfalls nicht auf dem Markt schaffte.

Zu behäbig, zu wenig steif, zu teuer lauten die Gründe der Verzichtserklärung. BMW hat vom 8er E31 in zehn Jahren Bauzeit nur etwas mehr als 30.000 Einheiten verkauft. Da versprach bei den zwischenzeitlichen Produktionszahlen solch ein aufwendiges Nischenmodell in der Luxussparte wenig Erfolg zu haben.

Nachträglich aus einem stilvollen und großen Coupé wie dem 8er ein Cabriolet zu gestalten, bedeutet viele Versteifungsarbeiten an der Karosserie, die komplette Entwicklung einer Verdeckkonstruktion, die Neuabstimmung des Fahrwerks und große, durstige Motoren um adäquat reisen zu können. Die Kundschaft war nicht bereit sich mit diesen Kompromissen arrangieren zu müssen und so verging noch über ein weiteres Jahrzehnt bis wieder ein großes Cabriolet von BMW auf den Markt kam.

  • Thomas1

    Warum vom 8er nich mehr verkauft worden sind verstehe ich nicht. Ich persönlich, hätte mir damals – Kleingeld vorausgesetzt – sehr gerne ein solches Traumcoupè gekauft.

    • M-Fetischist

      Da sind wir doch schon beim Punkt, vielen fehlte es am nötigen Kleingeld.

      Wegweisend war er teilweise ja schon. Ich erinnere nur an die AHK ( nicht Anhängerkupplung, sondern Aktive Hinterachskinematik -> “mitlenkende” Hinterachse ), welche beim 850CSI Serie war.

    • John

      Ich habe zwar nie einen fahren können, aber man hört immer wieder, dass der V12 auf der Vorderachse einfach zu schwer war und die Fahreigenschaften deshalb nicht BMW typisch waren.

    • Bastie

      man konnte seinerzeit lesen, dass es auch maßgeblich am sounddesign im innenraum lag. so wurde die sportliche anmutung nicht durch einen kernigen motorsound unterstrichen …

  • TheRealDaniel

    Ich glaube auch, dass es mehrheitlich am Preis gescheitert ist. Fürs sportliche Fahren bot BMW im eigenen Haus zuviel Konkurrenz für weniger Geld. Und fürs “entspannte Cruisen”, wie Wooden es so schön nennt, war die Konkurrenz von anderen Marken zu groß, speziell im Zielmarkt Amerika.

    • M-Fetischist

      Konkurrenz hatte der 8er konzeptionell gesehen im eigenen Haus – m.M. nach – gar keine, da der 6er nicht mehr im Programm befindlich war.

      Vielmehr wurde der 8er von Anfang an falsch verstanden. -> Das erinnert mich irgendwie an die Diskussion die gerade – auch von uns – zum Thema Vision Efficient Dynamics geführt wird.

      Der 8er war nie – nichtmal als CSI – als waschechter Sportwagen zu verstehen.

      Hierfür fehlte, vor allem aufgrund der Masse ( AHK hin oder her ), einfach die nötige Querdynamik.

      Okay ein CSI ( der kleine M8, wie es auch im Fahrzeugschein steht ) konnte dank AHK eine Autobahnabfahrt mit einer Geschwindigkeit verlassen, bei der ein MB SL schon geradeaus durch die Botanik geritten wäre aber der SL war ja ebenso kein Sportwagen.

      Trotzdem vermuteten die Leutchens – vll. auch analog zum Ferrari TR – aufgrund der Formensprache einen Sportwagen vom Schlage eines Ferrari / Porsche… Der 8er jedoch, war und ist ein GT vom allerfeinsten, d.h. ein mehr als gediegenes Coupé für die gepflegte Langstrecke und ist wohl am ehesten mit einem Mercedes CL zu vergleichen.

      Trotz allem sollen diese Aussagen, den guten alten E31 – einer meiner absoluten Lieblinge -, nicht in ein schlechtes Licht rücken. Im Gegenteil. Längsdynamisch war der 8er schon eine Wucht, vor allem als letzte “Evolutionsstufe” in Form des Alpina B12 5,7.

      Den dann aber bitte mit serienmäßigen Getrag-6-Gang Handschalt-Getriebe, da die – zwar interessant konzipierte – Shift-Tronic den 5,7er im Vergleich zum “M8” locker eine Sekunde beim Spurt auf 100 km/h verlieren ließ.

      Und ganz ehrlich ein BMW Coupé mit einem V8 oder V12 muss doch schon einen ganz eigenen Charme haben.. Ein Charme, der uns vll. nie mehr in der BMW Produktpalette begegnen wird. Schade drum.

  • adasd

    naja 7,2 sek auf 100 ist für mich trotzdem kein “cruisen” mehr

  • Wonger

    Im Endeffekt geht es doch einfach darum, dass es ein wunderschönes Auto war, mit eigenem Charme und vor allem Charakter. Der fehlt bei den neuen BMW F-Modellen vollkommen (Meine Meinung). Da sieht der 3er wie ein kleiner 5er und der 7er wie ein großer aus… Hallo??

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