10.000 Kilometer mit dem BMW Z4 sDrive35is – Vergnügen garantiert!

BMW Z4 | 4.11.2010 von 14

Dem ersten Eindruck stellte sich der Z4 in der Werkstatthalle einer BMW Niederlassung und mit dem Start des Motors wurde es ein gewaltiger Auftritt. Das …

Dem ersten Eindruck stellte sich der Z4 in der Werkstatthalle einer BMW Niederlassung und mit dem Start des Motors wurde es ein gewaltiger Auftritt. Das Sounddesign von BMW hat für das derzeitige Spitzenmodell „35is“ganze Arbeit geleistet!

Über die Linienführung lässt sich wie bei jedem Auto diskutieren, ich persönlich finde sie durchaus sehr gelungen. Die Mischung aus Noblesse und kraftvoller Sportlichkeit steht dem Roadster gut. In Sachen Ausstattung bleiben bei diesem Exemplar fast keine Wünsche offen. „Nun stehen sie an, die 10.000 km Freude am Fahren“.

Positiv fällt gleich zu Anfang auf, dass der Sound des Motors im Innenraum auch bei höheren Geschwindigkeiten und Drehzahlen erträglich bleibt, ohne vergessen zu lassen, welche Kraft jederzeit wartet, um abgerufen zu werden. Der Antritt des 35is ist eigentlich nur mit dem Wort „brachial“ zu beschreiben. Diese brachiale Kraft wird bemerkenswert gut durch das Doppelkupplungsgetriebe mit 7 Gängen umgesetzt.

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Aus meiner Sicht, auch im Vergleich zur Konkurrenz, ein fast perfektes Getriebe. Im Automatik Modus schaltet das Getriebe angenehm früh, was zu erstaunlichen Verbrauchswerten führt. 340 Turbo-PS in der Stadt mit nur knapp über 10 Litern zu bewegen verdient ein Extralob! Bewegt man den Roadster auf freier Strecke, dreht der Motor freudig hoch, das Getriebe schaltet fast ohne spürbare Zugunterbrechung die 7 Gänge durch, bis der Vortrieb bei knapp 270 km/h auf dem Tacho endet.

Ich habe auf den 10.000 km mit dem Top-Z4 keine Situation erlebt, in der ich mir noch etwas Extraleistung gewünscht hätte. Verbesserungswürdig ist aus meiner Sicht allerdings die Reaktionszeit bei einem Kick Down im Modus “Normal”, die halbe Gedenksekunde ist unnötig lang, bevor es zum Tritt ins Kreuz kommt. Und an dieser Stelle noch ein kleiner Tipp für Testfahrer, die das Leistungsniveau nicht gewohnt sind: “Erst den Blick nach hinten, dann den Blinker setzen und den Fahrstreifen wechseln und dann erst den Kick Down!” Sonst könnte es zu ungewollten Kaltverformungen der eigenen Frontstoßstange und der Heckstoßstange des Vordermanns kommen.

Im Alltagsbetrieb macht der Z4 eine gute Figur. Mit geschlossenem Dach ist der Kofferraum ausreichend groß. Ist man offen unterwegs, sollte man nicht in den Urlaub unterwegs sein! Das Be- und Entladen ist trotz der Komfortfunktion aufwändig und unbequem. Im Innenraum finden sich viele nützliche Ablagemöglichkeiten, nur die Getränkehalter in der Mittelkonsole sind total bescheiden. In einem derart „kompakten“ Innenraum ist eine Mittelarmlehne einfach unerlässlich. Möchte man die Getränkehalter nutzen, muss die Mittelarmlehme hochgeklappt werden und dann ist der Arm und Ellenbogen immer auf dem Snap-In für das Handy – Sehr unglücklich!

Das Fahrverhalten ist sehr gut, das adaptive M Fahrwerk bietet ausreichend Komfort für den Alltagsbetrieb und satte Reserven für das sportliche Fahren. Negativ ist die Serienbereifung auf der Teststrecke aufgefallen. Der Bremsweg auf nasser Bahn war definitiv zu lang. Hier zeigte sich auch, dass das Handling im Grenzbereich jederzeit beherrschbar bleibt, auch wenn im Vergleich zum „großen Bruder“ 6er Cabrio technische Unterstützung zum Beispiel in Form der Aktiv-Lenkung auch gegen Geld nicht zu bekommen ist. Hier muss der Fahrer einfach wissen was er tut und kann sich nicht auf die Elektronik verlassen.

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Apropos Fahrer – oder selbstverständlich auch Fahrerin – die Körpergröße muss zum Auto oder besser gesagt zu den Sportsitzen passen! Da die Kopfstützen integriert sind und somit nicht verstellt werden können, kann das im Falle eines Falles böse Folgen haben. Sonst bieten die Sitze einen hervorragenden Halt, gerade auch durch die verstellbaren Seitenwangen.

Was aus meiner Sicht noch fehlt, um aus einem wirklich guten Auto ein noch etwas Besseres zu machen sind folgende Punkte: Erstens eine bessere Lösung in Sachen Getränkehalter, vielleicht rechts auf Höhe des Gangwahlhebels ansteckbar, wie in anderen BMW Modellen auch. Zweitens die Erweiterung der Preisliste um das Head-Up-Display. Ich sehe es in aller erster Linie ganz klar als Sicherheitsplus, weil der Fahrer die wichtigsten Informationen immer vor sich sieht und der Blick nicht wandern muss! Drittens so schnell wie möglich das aktuelle Bedienkonzept auf dem Multifunktionslenkrad. Die Limit Taste ist extrem praktisch, die Bedienung des Tempomaten auf dem Lenkrad aus meiner Sicht viel einfacher und somit sicherer als über den zusätzlichen Bedienhebel am Lenkrad.

Unter dem Strich: Der Z4 sDrive35is macht viel Freude am Fahren und ist in heutigen Zeiten auch ökologisch vertretbarer geworden, denn über die 10.000 km lag der Durchschnittsverbrauch mit 9,8 Litern Super Benzin nur knapp über der Werksangabe von 9,0 Litern.

  • Hervorrangend zusammengefasst. Auch meiner hat gestern die 10.000er Marke geknackt und ich kann das meiste hier nur bestätigen.
    Hervorheben möchte ich die 1a Ergonomie im Innenraum und die sehr präzise und gut abgestimmte Lenkung. Die fehlende Aktivlenkung finde ich persönlich nicht tragisch, im Gegenteil. Ich finde die Aktivlenkung vermittelt NULL Rückmeldung der Straße.
    Die Getränkehalter, und da stimme ich zu, sind mehr als blöd plaziert. Mit offener Armlehne lässt sich nicht fahren. Nervt unheimlich.
    Auch mir fehlt das Head-Up, und frei konfigurierbare Tasten am Lenkrad.
    Besonders klasse ist der kernige Sound, auch im kleinen N52, der nochmal im Sport und Sport+ Modus kerniger wird.
    Das einzige, das mich an diesem Auto bislang wirklich stört ist die DSC-off Anziege, die sich nicht deaktivieren lässt und grell gelb im Kombi bleibt. Und das bereits im Sport+ Modus, bei dem das DSC NICHT deaktivert ist und munter regelt. Das war ich bisher von BMW nicht gewohnt.
    Und bitte: Wenn ich DSC aktiv/bewusst deaktivere, dann reicht mir die Einblendung einmalig. Ich brauche nicht ständig das Gefühl, das mir das Kombi vermittelt, etwas wäre defekt…

  • Wooden

    @ Roland: Vielen Dank für den Eindruck vom Z4 35is. Tankst Du wirklich nur Super (95 ROZ)?

    • Ronald

      Ja, ich habe immer Super (95 ROZ) getankt. Auch der Z4 35is verträgt eignetlich alles, von Normal (91 ROZ) bis V/Ultimate (100 ROZ). In der Betriebsanleitung steht: “Benzinqualität – Der Motor ist klopfgeregelt. Daher können unterschiedliche Benzinqualitäten getankt werden. Empfohlen wird die Verwendung von Superbenzin bleifrei mit 95 ROZ. Kraftstoffqualitäten bleifrei mit 91 ROZ und höher sind zulässig.” Rein subjektiv, in dieser Leistungsklasse merkt kein Mensch im Normalbetrieb, ob da Super oder V/Ultimate im Tank ist! Und der “Mehrverbrauch” und der “Leistungsverlust” ist minimal.

  • BMWfan

    aber die Spiegelkappen gehen einfach gar nicht!

    • Ronald

      … und ich wusste doch, dass ich noch was im Artikel vergessen hatte! Ja, ich stimme absolut zu, die gehören auch beim 35is standardmäßig in Wagenfarbe.

  • M-Fetischist

    @ Ronald:

    Du als Fahrer eines is =) .. Lässt der 35is überhaupt noch den Wunsch nach einem “echten” M-Roadster zu?

    • Ronald

      Eine gute Frage, denn es ist ja immer noch nicht ganz raus, ob es nun noch einen M geben wird oder nicht… Also gebe es den Z4 GT3 für die Staße, so würde der sicher das M verdienen. Ob man den dann wirklich “braucht” wäre für mich fraglich. Der 35is läßt eigentlich keine Wünsche offen, hat absolut ausreichend Leistung und dass bei wirklich vertretbaren Verbrauchswerten.

  • M-Fetischist

    Ja knapp 10l Super klingen sehr human, für 340 Pferdchen. Ich danke dir für deine Einschätzung. =)

  • Steve8178

    JOa, sehr interessant habe ich es gelesen, am interessantesten war aber die Tatsache das du auch SuperBenzin Tanken konntest oder gar NormalBenzin, da in vielen Tests auch hier Punkte bei BMW abgezogen werden die sich auf das “Teure Super+, oder das günstige SuperBenzin bezogen” Ich habe das nie verstanden warum, ein Grund wäre nur die Empfehlung des Herstellers Super+.

    Der Z4 ist eigendlich mein Traumwagen, nur Kinder werden in den nächsten Jahren nachkommen und da wird höchstwarscheinlich ein Touring der nächste sein.

    Trotz allem ein objektiver Beitrag von einem der ihn wirklich erlebt hat.

    Danke Ronald

  • TheRealDaniel

    EIn toller Bericht. Danke dafür. Allerdings möchte ich nochmal eine Frage aus einem anderen Beitrag aufgreifen, hier ist ja schließlich ein Roadster-Besitzer vor Ort: was hältst du von einem Diesel im Z4?

    • Ronald

      Ein Diesel im Z4!? Also gäbe es einen Z4 mit dem 35d Motor (N57D30TOP) in der Ausbaustufe mit 300PS (derzeit im F07/F10/F11) oder als 40d (“gleicher” Motor mit 306PS) (derzeit im F01/E70N/E71) in Kombination mit einem 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe (oder besser dann mit 8 Gängen), wäre ich SEHR interessiert! Ich denke nicht, dass sich Roadster und Diesel in irgendeiner Weise “ausschließen”. Das Problem wird das Drehmoment der Dieselmotoren sein. Das Getriebe kommt mit den 450+50 Nm des 35is noch zurecht, aber die 600 Nm der Dieselmotoren würde das Getriebe nicht lange überleben, fürchte ich. Und das 8-Gang Sport-Automatikgetriebe ist, zumindest für mich, keine Alternative. Das Sound-Design Team von BMW ist wirklich gut, dass habe sie mit dem 35is bewiesen und so wäre sicher auch ein Diesel mit passender Roadster-Geräuschkulisse möglich.

      • TheRealDaniel

        Danke. 🙂

  • godzilla

    mit meinem Z4M fahr ich kreise um dich…

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