Carbon: PSA möchte Partnerschaft mit BMW ausbauen

Gerüchte | 27.09.2010 von 3

Dank der grundsätzlich unterschiedlichen Architektur des MINI hat BMW bereits vor Jahren eine Partnerschaft mit dem französischen PSA-Konzern gestartet, um Motoren gemeinsam entwickeln und verwenden …

Dank der grundsätzlich unterschiedlichen Architektur des MINI hat BMW bereits vor Jahren eine Partnerschaft mit dem französischen PSA-Konzern gestartet, um Motoren gemeinsam entwickeln und verwenden zu können. So konnte BMW trotz der überschaubaren Stückzahlen bei MINI ordentliche Preise beim Einkauf der Einzelteile erzielen, denn zusammen mit den Fahrzeugen von Peugeot Citroen konnte man deutlich mehr Teile abnehmen. Von der Partnerschaft profitieren natürlich beide Seiten, denn neben den niedrigeren Einkaufspreisen, die für BMW das Hauptaugenmerk gewesen sein dürften, erhalten die Franzosen auch modernste Motorentechnologie für ihre Kleinwagen.

Auf dem Weg zum Megacity Vehicle ist BMW nun massiv damit beschäftigt, Carbon fit für den Einsatz in der Massenfertigung zu machen. Technisch ist man hier ein gutes Stück vor der Konkurrenz, denn man fühlt sich offenbar in der Lage, auch in Großserie zahlreiche Komponenten aus dem an sich teuren Werkstoff zu fertigen. Der hohe Preis resultiert allerdings zu einem großen Teil aus dem hohen Handarbeits-Anteil, den BMW deutlich reduzieren konnte. Folglich sind die Carbon-Komponenten, die BMW im Megacity Vehicle einsetzen wird, deutlich billiger als bisherige CFK-Teile.

BMW-PSA-Partnerschaft

Genau von dieser Expertise möchte nun auch PSA profitieren, denn es besteht kein Zweifel daran, dass ein niedrigeres Fahrzeuggewicht mit einer Reihe von Vorteilen verbunden ist. Mit derselben Leistung lassen sich bessere Fahrleistungen erzielen und natürlich sinkt auch der Verbrauch, weil der Motor weniger Masse beschleunigen muss. Dazu kommt der Faktor Sicherheit, denn mit einer Fahrgastzelle aus Carbon sind auch im Fall eines Unfalls eine ganze Reihe von Vorteilen verbunden, wie ihr in unserem Artikel zur Sicherheit im Megacity Vehicle nachlesen könnt.

Ob eine Partnerschaft zwischen BMW und PSA an dieser Stelle Sinn für BMW macht, ist allerdings eine eigene Frage. Momentan besitzt man offenbar einen Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern und könnte als erster Hersteller ein Elektrofahrzeug auf den Markt bringen, das trotz der schweren Batterien kein höheres Leergewicht hat als ein vergleichbares Auto mit Verbrennungsmotor.

Sollte man diesen exklusiven Vorteil, der sich natürlich auch auf die Reichweite auswirken wird, ohne Not mit anderen Anbietern teilen? Eigentlich hatte BMW vor einiger Zeit verkündet, die Kompetenz zwar teilen zu wollen, allerdings nicht mit Wettbewerbern in der Automobilbranche. Zwar ist PSA kein direkter Konkurrent der BMW Group, aber in einer preissensiblen Fahrzeugklasse wie der Kompaktklasse lassen sich schwer klare Grenzen ziehen, wenn die Technik eng beieinander liegt – auch wenn es manchem Konzern gelingt, identische Technik in ganz verschiedenen Preisklassen an den Mann zu bringen.

Laut Informationen des Handelsblatts befinden sich BMW und PSA jedenfalls in Gesprächen darüber, wie man künftig auch PSA von der Carbon-Kompetenz der BMW Group profitieren lassen könnte. Sollte es hier Neuigkeiten geben, werden wir natürlich darüber berichten.

(Quelle: Handelsblatt)

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  • TheRealDaniel

    Nett verpackte Spitze gegen VW. 🙂 Ich denke, BMW würde mit dieser Kooperation gut fahren.

  • Marc

    “auch wenn es manchem Konzern gelingt, identische Technik in ganz verschiedenen Preisklassen an den Mann zu bringen.” genial ;D

  • timbo

    Elektro-Joint-Venture verzögert sichBMW Peugeot Citroën Electrification, das Gemeinschaftsunternehmen zwischen dem PSA-Konzern und der BMW Group, startet später als geplant. Vorgesehen war, dass die Autobauer im zweiten Quartal ihre Arbeit im Bereich der Hybridtechnologie aufnehmen. Noch stehen aber einige kartellrechtliche Genehmigungen aus. Der Start verzögere sich ein wenig ins zweite Halbjahr, die Vorbereitungsarbeiten seien aber im Plan, teilte PSA mit. Die BMW Group wollte sich nicht dazu äußern.
    Financial Times Deutschland 13.07.2011

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