Anzeichen für WTCC-Ausstieg von BMW verdichten sich

Motorsport | 23.08.2010 von 5

Das Engagement von BMW in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC sowie in der Vorgängerserie ETCC schien lange unstrittig, auch wenn es immer wieder Probleme mit dem Regelwerk …

Das Engagement von BMW in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC sowie in der Vorgängerserie ETCC schien lange unstrittig, auch wenn es immer wieder Probleme mit dem Regelwerk gab. Schon vor Jahren äußerten die BMW-Piloten, dank des Reglements praktisch mit auf dem Rücken verbundenen Armen kämpfen zu müssen, die Situation war aber offenbar nie dramatisch genug für einen Ausstieg. Auch die fragwürdige Einstufung der Seat Leon TDI in den letzten Jahren konnte BMW Motorsport nicht zu dem Schritt bringen, der nun offenbar doch angepeilt wird.

Glaubt man den Informationen der sport auto-Ausgaben 8 und 9 2010, so ist der Ausstieg zum Saisonende intern bereits beschlossen. Auch wenn Andy Priaulx dank einer hervorragenden fahrerischen Leistung nach wie vor im WM-Kampf vertreten ist und sogar ganz ordentliche Chancen auf den Titel hat, kann das doch nicht über die BMW-Problematik in der WTCC hinwegtäuschen. Der BMW 320si WTCC ist das älteste Fahrzeug im Feld und besitzt praktisch keine Reserven mehr, die formal privat eingesetzten Seat Leon TDI sind auf den Geraden auch 2010 eine Macht für sich und der neue Chevrolet Cruze ist zumindest im Qualifying ebenfalls schneller unterwegs als die BMW-Piloten vom Team RBM.

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BMW entwickelt derzeit einen neuen Motor mit 1,6 Litern Hubraum und Turboaufladung, wie er ab 2011 in mehreren FIA-Rennserien eingesetzt werden kann. Bisher ging man davon aus, dass der Motor vordergründig für die WTCC entwickelt wurde und das Engagement von MINI in der Rallye-Weltmeisterschaft eher ein Nebenprodukt der Tatsache ist, dass ein solcher Motor zur Saison 2011 vorhanden sein wird.

Nun scheint es aber eher so zu sein, dass der Motor ausschließlich in der Rallye-WM zum Einsatz kommen wird und es keine Variante des BMW 320si WTCC mit dem neuen Turbomotor geben wird. Das wäre vor allem für die Privatteams bitter, denn diese müssten sich in diesem Fall anderweitig nach Motoren umsehen oder der Marke BMW den Rücken kehren, um weiterhin in der WTCC an den Start gehen zu dürfen.

Hintergrund für den Stimmungsumschwung dürfte natürlich auch der für 2012 angekündigte Einstieg in die DTM sein. BMW möchte dort von Beginn an konkurrenzfähig sein und investiert daher viele Ressourcen in die Entwicklung des Rennwagens und des Motors. Ab Frühjahr 2011 soll das Fahrzeug getestet werden – und dafür benötigt man natürlich erfahrene Fahrer und ein eingespieltes Team.

Noch wurde hier keine Entscheidung kommuniziert und man kann nur spekulieren, aber es ist zumindest denkbar, dass das in der WTCC erfolgreiche RBM-Team von Bart Mampaey auch an der Entwicklung des DTM-Boliden beteiligt wird – genau wie die erfahrenen Tourenwagen-Piloten Augusto Farfus und Andy Priaulx. Beide haben unter anderem im BMW M3 GT2 bewiesen, dass sie auch mit deutlich stärkeren Fahrzeugen als den WTCC-Autos zurechtkommen und zu hervorragenden Rundenzeiten in der Lage sind.

Natürlich muss an dieser Stelle aber auch das Team Schnitzer Motorsport von Charly Lamm genannt werden, denn es wäre schon eine dicke Überraschung, wenn die Schnitzer-Truppe nicht am DTM-Projekt beteiligt sein sollte. Mit Blick auf die anderen Marken wäre es aber auch keine Überraschung, wenn sowohl Schnitzer als auch RBM in der DTM aktiv werden.

Sobald es weitere Neuigkeiten zur Zukunft von BMW in der WTCC oder zum künftigen DTM-Programm gibt, werden wir natürlich darüber berichten.

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