BMW M3 GTS – Erster Vergleichstest in der “Auto Bild”

BMW M3 | 10.08.2010 von 19

Nachdem es bislang allgemein hin weniger verbindliche Fahrberichte über die neue Sportskanone BMW M3 GTS gab, erschien in der aktuellen Auto Bild (Ausgabe 31/2010) der …

Nachdem es bislang allgemein hin weniger verbindliche Fahrberichte über die neue Sportskanone BMW M3 GTS gab, erschien in der aktuellen Auto Bild (Ausgabe 31/2010) der erste Vergleichstest. Der Test fand gegen den ärgsten deutschen Widersacher derselben Gilde statt: den Porsche 911 GT3 RS.

Bevor es allerdings zum Duell kam, gab es im Stand die erste Kontaktaufnahme der beiden Kontrahenten. Der GTS beeindruckte den Redakteur Jörg Maltzan nicht nur wegen seiner aggressiven Lackierung in Feuerorange, auch das locker über 8.000/min drehende Sporttriebwerk begeisterte den erfahrenen Tester.

GTS-RS-AB2

Einem waschechten Renntourenwagen kommt der M3 GTS ziemlich nah, und spätestens wenn der Startknopf gedrückt wird, dürften Porsche-Fahrer die Ohren spitzen. Was für ein Sound! Im Stand wummert, röhrt und dröhnt der Achtzylinder derart voluminös, dass er den Porsche übertönt.

Beim Porsche erwacht eine beeindruckende Stimme erst ab 4.000/min. Frontspoiler und einen großen, fest stehenden Heckflügel haben natürlich beide. Große 19 Zoll Felgen auf Semislicks ebenfalls. Die Rad-/Reifendimension an der Vorderachse ist in etwa identisch, allerdings an der Hinterachse wurden beim Porsche pro Seite gut 5 cm breitere Felgen und 4 cm breitere Reifen montiert. Ergo etwa 8 cm mehr Aufstandsfläche an der Hinterachse! Das aufwendige GTS-Fahrwerk und die steife Karosserie überzeugte den Redakteur:

Entschlossen stürmt der scharfgemachte M3 auf die Piste und liegt, wie ein Wettbewerbsauto liegen muss: satt, ruhig, neutral und mit präzisem Lenkverhalten. Auch ohne elektronische Unterstützung bleibt das Geschoss beherrschbar.

Der GT3 RS zieht die Fahrwerksregister neben der martialischen Bereifung noch gründlicher und hat so zum Beispiel serienmäßig eine dynamische Motorlagerung. Der Testwagen besaß auch die fast 9.000 EUR teure, unnachgiebig zupackende Keramikbremsanlage.

Kommen wir zur Betrachtung des Karosserielayouts: Während der GTS im Prinzip von einer viertürigen Limousine, die im Vergleich 20 cm länger und fast 11 cm höher ist, abstammt, greift der GT3 RS auf den 911 als waschechten Heckmotor-Sportwagen zurück. Auch wenn das Kofferraumvolumen bei den Boliden vermutlich das unwichtigste Kaufargument sein wird, machen 430 ltr zu 105 ltr deutlich, welchen Ursprung die Wagen jeweils haben.

Der GTS ist aber nicht nur erheblich größer, sondern auch schwerer. So bietet er 450 PS bei nachgewogenen 1.538 kg Leergewicht (Werksangabe 1.530 kg). Der Porsche kann ebenfalls mit 450 PS bei heutzutage bemerkenswert leichtgewichtigen 1.400 kg (Werksangabe 1.370 kg) in dieser Disziplin klar punkten. Das höhere Gewicht des BMW lässt sich nicht völlig kaschieren. Ein anderer Gesichtspunkt ist die fahrwerkliche Alltagstauglich- und Gutmütigkeit, die es erlaubt, dass sich auch Gentleman-Fahrer an den Grenzbereich herantasten können.

Allerdings könnten fortgeschrittene Lenkradartisten die mangelhafte Beweglichkeit des GTS kritisieren. Von einem hilfreichen Eindrehen in Kurven durch Lastwechsel keine Spur.

Auf dem ersten Blick erscheinen die Leistungsgewichte 3,11 kg/PS seitens des Porsche und 3,42 kg/PS beim BMW vielleicht ähnlich zu sein, auf engen Rennstrecke hingegen machen sich die 140 Minderkilos stark bemerkbarer. Egal ob beim Beschleunigen, Bremsen oder in Kurven macht es Auto Bild Redakteur Maltzan nach die höhere Gewichtsklasse des GTS deutlich.

Der Porsche beschleunigt aus dem Stand auf 100 km/h ganze 0,9 s und auf 200 km/h 2,0 s schneller. Während der BMW bei 305 km/h abgeregelt wird, lief der Porsche-Testwagen 330 km/h. Ganz offensichtlich hat Porsche den eigenen Pressewagen sehr gründlich für den Test vorbereitet, denn der Wagen beschleunigt trotz schwereren Gewichts als ab Werk angegeben erheblich schneller und fährt bei der Höchstgeschwindigkeit sagenhafte 20 km/h mehr. Der BMW liegt beim Standardsprint auf 100 km/h etwas langsamer als erwartet. In Zahlen liest sich das so:

BMW M3 GTS E92
Leergewicht Werk: 1.530 kg
Leergewicht Auto Bild: 1.538 kg
Beschleunigung 0-100 km/h Werk: 4,4 s
Beschleunigung 0-100 km/h Autobild: 4,6 s
Vmax Werk: 305 km/h
Vmax Auto Bild: 305 km/h

Porsche 911 GT3 RS
Leergewicht Werk: 1.370 kg
Leergewicht Auto Bild: 1.400 kg
Beschleunigung 0-100 km/h Werk: 4,0 s
Beschleunigung 0-100 km/h Autobild: 3,7 s
Vmax Werk: 310 km/h
Vmax Auto Bild: 330 km/h

GTS-RS-AB1

Mangelnde Kraft kann der Testberichtautor Maltzan dem GTS beileibe aber nicht vorwerfen, eher die etwas eingeschränkte Traktion.

Wirkt bereits der normale M3 stellenweise übermotorisiert, hat sich diese Tendenz weiter verstärkt. Beim Beschleunigen aus Kurven kriegt er seine Kraft nur mühsam auf den Boden. Schwänzelnd schießt er auf die Geraden und setzt seine 450 PS weniger effektiv in Vortrieb um, als das der Porsche kann.

Das Gewicht des Motors im Heck beim Porsche verbessert neben der voluminösen Heckbereifung die Traktion naturgemäß. Im direkten Vergleich soll der GTS auf der AUTO BILD-Handlingsstrecke ganze 2 s langsamer sein als der GT3 RS. Es wird allerdings weder geschrieben, wie lang der GTS nun gebraucht hat oder wie viele Meter die Streckenlänge betrug, noch wie viele Kurven oder welches Durchschnittstempo der Track aufweist. Diese 2-Sekunden-Angabe wirft einige Fragen auf, die im Test leider nicht beantwortet wurden.

Es ist für den interessieren Autofan auch ein wenig schade, dass die Auto Bild in dem fünfseitigen Test nicht auf die extrem guten, deutlich über den Werksangaben liegenden Fahrleistungen des 911 eingeht. Oder beleuchtet, dass es BMW wie schon seit jeher geschafft hat, mit einem Limousinen-Emporkömmling die Sportwagenelite aufzumischen. Der Porsche ist im direkten Vergleich als Rennwagenversion eines Sportwagens aber noch sportlicher aufgestellt: Der Motor hat eine Trockensumpfschmierung, das Gewicht ist geringer, der Einsatz von Dämmmaterial kaum vorhanden, die Traktion bei der Längs- und Querbeschleunigung durch die Hinterradwalzen, die Dynamische Motorlagerung und nicht zuletzt den Heckmotor noch besser als beim BMW. Das lässt sich Porsche auch bezahlen, denn der GT3 RS ist bei gleicher Ausstattung etwa 11% teuer, aber nicht ganz so exklusiv. Wir sind auf die nächsten Testberichte und -ergebnisse gespannt und werden natürlich wieder berichten und analysieren.

Den kompletten Vergleichstest der Auto Bild könnt ihr hier nachlesen.

  • Erik

    BMW in allen Ehren, aber der GT3 RS ist eine andere Liga.
    Hätte ich das Geld würde ich zum BMW greifen, weil er exklusiver ist und ich nicht auf der Rennstrecke fahre.
    Jemand der regelmäßig auf Trackdays fährt, muss einfach zum Porsche greifen.

    • Steve8178

      Richtig Erik, so sehe ich das auch….

  • Lennardt

    Das Ausgangsmaterial ist eben was Sportlichkeit angeht klar bei Porsche besser geeignet, so gesehen hätte ich eine dicke Klatsche für den GTS erwartet. So unter dem Strich hat er sich ja gut geschlagen.

  • Pingback: AutoBild Comparison: BMW M3 GTS vs. Porsche 911 GT3 RS

  • Chris

    Allein wenn man die beiden Autos ansieht, sieht man wer das renntauglichere Auto ist. Um die Auswüchse zu kaschieren müssten mehr PS her. Es wäre auch ein Schlag ins Gesicht gewesen für Porsche, wenn da ein übergewichtiger unförmiger ( für Porscheverhältnisse ) Dönerspieß mit gleicher PS Zahl um die Ecke kommt und dem Zuffenhausener davonfährt.
    BMW hat das maximale aus der Karosse rausgeholt, ein gutes Ergebnis von den Rennwerten her.

  • Steve8178

    Benny, du bist ja gar nicht auf die guten Elastizitätswerte eingegangen die der GTS hatte, wenn dann die kleineren Reifen gegriffen haben.

    Elastizität BMW Porsche
    60–100 km/h 3,4/4,4 s (4./5. Gang) 4,0/5,3 s (4./5. Gang)
    80–120 km/h 4,3/5,0 s (5./6. Gang) 5,1/7,0 s (5./6. Gang)

    Find ich schon interessant.

    • Wooden

      Die Elastizitätswerte kann man leider nicht direkt miteinander vergleichen, da der BMW ein 7-Gang-und der Porsche eine 6-Gang-Getriebe verbaut hat. Beim GTS ist damit bspw. der IV-Gang deutlich kürzer übersetzt, als dies beim GT3 RS der Fall ist.

      Der Autor des Artikels an dieser Stelle heißt übrigens nicht Benny. ;-)

      • Steve8178

        Oh sorry, war die gewohnheit. Warum sollte man das nicht vergleichen. Hier vergleicht man ja auch 2 völlig verschiede Karosserievarianten miteinander mit 2 verscheidenen Gewichten. Warum sollte man ihn dann benachteiligen??!!

  • oslo

    Nun, trotz allem der GTS ist eine Enttäuschung und zeigt das Porsche in diesem Segment beinahe unschlagbar ist. Die Fahrleistungen des GTS sind nur unwesentlich (1 sec 0-200 km/h) besser als die des Standard M3…

  • http://--- John

    Dazu fällt mir nur ein:
    Schausteller: “Es ist keine Schande gegen den Besten zu verlieren.”
    Schausteller Sohn: “Homer Simpson sieht mir aber nicht wie der Beste aus?”
    Schausteller: “DER BESTE hat uns besiegt!!”

  • 20cm

    so, wer braucht noch einen GTS?

  • Chris

    Tja, was eine Klatsche. Bringt endlich euren Öko-Racer, wobei hier Porsche wieder besser sein wird: Porsche 918 Spyder – 718PS und 7:20 auf der NOS – tja – VW rulezz ;)

    • Lennardt

      Wird sich zeigen, ob und wie toll der Spyder wird..

  • SebastianW

    Ja das ist natürlich eine enorme Klatsche, gegen das für diese Zwecke wohl beste Auto auf unseren Straßen zu verlieren…

    Wie kann man nur soviel Schwachsinn von sich geben, echt peinlich.

  • Chris

    Schwachsinn ist dieses Auto! Der M3 E92 ist seit dem 135i für die Tonne. Geradeaus nicht bedeutend schneller und nicht das Geld wert. Jeder gemachte 135i mit N54 (380-400PS, LLK, OilK, Downpipes, AGA, KV3, Stabis, nRFT) versägt einen M3E92 – dabei kostet der Wagen mit den Mods bedeutend weniger.

    Warum hat wohl BMW auf den schlechteren N55 umgestellt – weil die selber wussten, dass der Motor genügend Potential besitzt um jeden M3E92 das Fürchten zu lehren.

    Das Ding ist für die Tonne – nix mehr. M3E46 (CSL) – das war noch ein Sportwagen. Peinlich ist nur das Rumposaune von BMW.

    Setzt die Markenbrille doch mal ab. Es muss nicht jeder BMW geil sein. ;)
    Den 5er z.B. finde ich toll – das 3er Coupé auch – als 335i, aber nicht auf der Rennstrecke – never ever! :P

    Mfg

    • Lennardt

      Naja.. die Preisdifferenz ist schon happig, auch für die Preisklasse an sich noch. Und wie gesagt: ich hätte einen deutlicheren Sieg erwartet, weil das Ausgangsmaterial beim Porsche einfach mal auch Fokus ganz klar auf Rennsport legt, während es beim 3er doch eher um sportlich-alltagstaugliche Gesichtspunkte geht.
      Und welches Rumposaune von BMW ist so peinlich? Hat BMW irgendwo rausposaunt, einen Porschekiller auf die Straße gebracht zu haben (klar, bei einer Auflage von 150 Fahrzeugen wäre es sehr überzeugend, da groß einen Medienkrieg anzuzetteln..)? Du könntest hin und wieder auch mal wieder als BMW-Fanboy schreiben, damit es bei deinen Post mal wieder was neues gibt als dieses kategorische Palavern. Ich wette zu Zeiten des E46 hast du geheult, weil der Wagen ein verfetteter E30 war..

  • SebastianW

    Ich zitiere: “Der M3 E92 ist seit dem 135i für die Tonne.”

    …was soll dazu noch sagen?

    • oslo

      SebastianW says:
      August 12, 2010 at 5:45 pm
      Ich zitiere: “Der M3 E92 ist seit dem 135i für die Tonne.”

      …was soll dazu noch sagen?

      Nichts, nur den Kopf schütteln…den Standard M3 ist ein tolles FZ…

  • Pingback: M3 GTS vs Porsche GT3RS in Autobl

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