Nachruf: BMW M6 & V10-Triebwerk S85 werden nicht mehr gebaut

BMW M6 | 3.08.2010 von 16

Als der BMW M6 im Jahr 2005 auf den Markt kam, waren die Erwartungen hoch: Er sollte der legitime Nachfolger des BMW M635CSi werden und …

Als der BMW M6 im Jahr 2005 auf den Markt kam, waren die Erwartungen hoch: Er sollte der legitime Nachfolger des BMW M635CSi werden und wurde mit dem Werbespruch “Jenseits aller Kompromisse” entsprechend euphorisch beworben. Vor allem in Sachen Längsdynamik ließ der M6 auch nie echte Zweifel aufkommen und demonstrierte seine Leistungsfähigkeit unter anderem im Supertest der sport auto: 4,2 Sekunden vergingen, bevor die Tachonadel in dreistellige Bereiche vorgedrungen war und bereits nach 12,8 Sekunden war die 200er-Marke passiert.

Während die Längsdynamik als Pflicht betrachtet werden kann, zeigte der M6 auch in der Kür seine Qualitäten. Querdynamisch bewegte er sich auf dem Hockenheimring mit einer Zeit von 1:14,4 auf dem Niveau eines Porsche 996 Turbo (1:14,6) und konnte seinen technisch eng verwandten Konzernbruder BMW M5 (1:16,5) deutlich distanzieren. Die Rücklichter zeigte er auch dem deutlich stärkeren Mercedes SL65 AMG (1:15,6), den er auch auf der Nordschleife um fünf Sekunden unterbieten konnte. Dennoch war die Rundenzeit von 8:09 Minuten in der Grünen Hölle weniger, als mancher Beobachter erwartet oder erhofft hatte.

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Auch im 36 Meter-Slalom musste sich der BMW M6 nicht verstecken und fuhr mit 130 km/h praktisch gleichauf mit dem damaligen Lamborghini Gallardo (131 km/h). Besonders auf engen Kursen wie dem Hockenheimring wurden dem M6 aber später von der Mittelmotor-Konkurrenz die Grenzen aufgezeigt – was allerdings nicht besonders überraschend kam, denn trotz aller sportlichen Qualitäten ist der BMW M6 vor allem ein souveräner Gran Turismo geblieben, mit dem sich auch lange Distanzen sehr schnell und mit hohem Komfort bewältigen ließen.

Mit der Produktion des M6 endet leider auch die Laufzeit des grandiosen V10-Hochdrehzahlmotors unter seiner Motorhaube, der auch im BMW M5 (E60) zum Einsatz kam. Zur Würdigung dieses Triebwerks wollen wir erneut die sport auto zu Wort kommen lassen, denn besser kann man die Qualitäten des V10 kaum auf den Punkt bringen:

Das Triebwerk ist schlicht eine Wucht. Und wer je erlebt hat, wie graziös, elegant und kraftvoll zugleich in diesem Umfeld die Keule geschwungen wird, der stellt den von der M GmbH entwickelten V10 umgehend auf den allerhöchsten Sockel.
Eingebunden in ein elegantes und funktionales Umfeld lässt dieser Motor keine Wünsche in puncto Leistung, Laufkultur und Drehfreude offen, sieht man einmal davon ab, dass sein erwartungsgemäß nicht gerade niedriger Verbrauch wenig mit der begrenzten Tankkapazität harmoniert.

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Auch die Juroren des International Engine of the Year Award konnte der intern S85 genannte Motor gleich mehrfach überzeugen: Im Jahr 2005 sicherte sich der Motor sowohl den Gesamtsieg als auch Klassensiege bei den Motoren über 4,0 Litern Hubraum und als bester Performance-Motor. Im Folgejahr holte der V10 erneut den Gesamtsieg und die beiden anderen Titel aus dem Vorjahr und kam somit bereits nach zwei Jahren auf sechs Titel bei den renommierten Motoren-Oscars. Im Jahr 2007 folgten zwei Klassensiege als bester Performance-Motor und bester Motor mit mehr als 4,0 Litern Hubraum. Den letzten und insgesamt neunten Award holte der Motor 2008 erneut in der Klasse über 4,0 Liter Hubraum.

Der Nachfolger des BMW M6 wird noch etwas auf sich warten lassen, denn selbst der ‘zivile’ 6er der neuen Generation F12 (Cabrio) beziehungsweise F13 (Coupé) wird erst in ein paar Monaten vorgestellt. Bis zur Premiere des neuen BMW M6 wird also mindestens noch ein Jahr vergehen. Unter der Haube des neuen Aushängeschilds der M GmbH wird dann eine Variante des doppelt aufgeladenen V8-Triebwerks S63 arbeiten, die es auf fast 600 PS bringen wird.

Als Abschluss gibt es noch einmal den Motorvision Tracktest zum BMW M6 E63, denn auch die nun leider ausgelaufene Variante des M6 kann nach rund fünf Jahren Bauzeit nach wie vor beeindrucken:

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