Charly Lamm im Interview vor den 24 Stunden von Spa-Francorchamps

Motorsport | 30.07.2010 von 1

Noch vor dem Qualifying hat sich Teamchef Charly Lamm im Interview von BMW Motorsport einigen Fragen gestellt und ist dabei auf die Besonderheit der Strecke …

Noch vor dem Qualifying hat sich Teamchef Charly Lamm im Interview von BMW Motorsport einigen Fragen gestellt und ist dabei auf die Besonderheit der Strecke im belgischen Spa-Francorchamps eingegangen. Dabei kehrt die mittlerweile äußerst erfahrene Einsatzmannschaft von Schnitzer Motorsport an den Ort ihres ersten Langstreckenrennens zurück – das man mit einem BMW 635 CSi auch gleich gewinnen konnte.

Nach dem Qualifying steht mittlerweile fest, dass die beiden BMW M3 GT2 zumindest auf eine Runde zu den schnellsten Fahrzeugen im Feld gehören. Ob die Startplätze 2 und 6 auch im Rennen für Erfolge gut sind, wird sich erst im Lauf des Wochenendes zeigen. Sicher ist, dass es bei 24 Stunden-Rennen wichtigere Dinge als gute Startpositionen gibt, denn am Ende hängt alles an der Konstanz und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge. Dass man selbst mit einer Vierfach-Pole noch nichts gewonnen hat, mussten zuletzt die Audi-Einsatzteams beim 24 Stunden-Rennen am Nürburgring erfahren.

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Herr Lamm, wie hat sich das Team BMW Motorsport seit dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans auf den Marathon in Spa vorbereitet?
Charly Lamm: “Nach dem Rennen in Le Mans haben wir unseren Fokus sofort auf die 24 Stunden von Spa-Francorchamps gelegt. Es ist in diesem Jahr unser dritter Einsatz bei einem Langstreckenklassiker. Im ersten Schritt muss man sich mit den besonderen Rahmenbedingungen dieses Rennens beschäftigen. In Spa schreibt die FIA zum Beispiel den Einsatz von ganz bestimmten Reifenmischungen vor, worauf wir uns gemeinsam mit unserem Partner Dunlop intensiv vorbereitet haben. Glücklicherweise hat es uns der Terminplan erlaubt, dass wir mit den beiden BMW M3 GT2 testen konnten. Besonders hilfreich war natürlich der offizielle FIA-Test in Spa-Francorchamps. Es ist immer gut, wenn man vor dem Rennen vor Ort noch einmal Daten sammeln kann.”

Im Rahmen der Le Mans Series ist das Team 2010 bereits in Spa gefahren. Lassen sich die Erkenntnisse auch für die Vorbereitung auf das 24-Stunden-Rennen nutzen?
Lamm: “Diese Daten kann man sicher nicht eins zu eins übernehmen, aber es hilft in jedem Fall, auf dieser Strecke schon gefahren zu sein. Unsere Historie in Spa-Francorchamps ist lang. Dennoch muss man sich jedes Mal aufs Neue auf die besonderen Anforderungen dieses fantastischen Kurses einstellen.”

Was verbinden Sie persönlich mit den 24 Stunden von Spa?
Lamm: “Zunächst einmal denke ich, dass die Strecke in Spa-Francorchamps für die gesamte Motorsport-Welt etwas Besonderes ist. Die Charakteristik der Strecke ist einzigartig. In Spa hat Schnitzer Motorsport sein erstes 24-Stunden-Rennen überhaupt bestritten – und das vor 25 Jahren. Mit dem BMW 635 CSi konnten wir auf Anhieb gewinnen. Es war schon immer eine großartige Veranstaltung mit einer tollen Atmosphäre. Und nach den vielen Erfolgen in der Vergangenheit kehren wir natürlich immer gerne dorthin zurück.”

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Welches war Ihr bisher schönster Sieg in Spa-Francorchamps?
Lamm: “Das ist sehr schwierig zu sagen. Der Sieg bei einem 24-Stunden-Rennen ist immer etwas ganz Spezielles, wenn man in Betracht zieht, was die ganze Mannschaft und die Fahrer geben und was dem Auto abverlangt wird. Natürlich war unser erster Triumph besonders schön, weil es zudem noch ein Doppelsieg war.”

Worauf kommt es auf dem “Circuit de Spa-Francorchamps” an?
Lamm: “Spa-Francorchamps ist ein schneller, flüssiger Kurs mit zahlreichen Steigungen und Senken. Dies macht es für die Fahrer körperlich sehr anstrengend. Sie können sich nie ausruhen und müssen permanent hoch konzentriert sein. Natürlich muss man auch die Wetterbedingungen immer im Blick haben. Wir haben in Spa schon richtige Hitzerennen erlebt, hatten es in der Vergangenheit aber auch schon mit heftigen Gewittern und Regengüssen zu tun. Gerade vor dem Hintergrund der eingeschränkten Reifenoptionen muss man die Entwicklung des Wetters sehr genau antizipieren und die richtigen Entscheidungen treffen. Falls es ein Hitzerennen wird, ist das natürlich für die Fahrer und das Material eine doppelte Belastung.”

Wer sind Ihre schärfsten Konkurrenten?
Lamm: “Die Konkurrenzsituation ist eine völlig andere als etwa in Le Mans oder am Nürburgring. In Spa setzt sich das Feld aus unterschiedlichen Fahrzeugen in den Klassen GTN, GT2, GT3 und GT4 zusammen. Einige der Teilnehmer aus der GT3 kennen wir vom Nürburgring, einige der GT2-Autos sind uns aus der Le Mans Series bekannt. Wo wir jedoch in punkto Konkurrenzfähigkeit wirklich stehen, werden wir erst im Verlauf des Wochenendes richtig einschätzen können. Es gibt viele Kandidaten, die das Potenzial haben, um den Sieg zu kämpfen. Ich hoffe, dass auch wir dazu gehören werden.”

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