Handelsblatt sieht BMW Group für die Zukunft gut aufgestellt

News | 19.05.2010 von 5

In der gestrigen Ausgabe des Handelsblatts war BMW im Fokus der Serie ‘DAX-Konzerne ungeschminkt’. Die Redakteure des Handelsblatts stellen BMW dabei ein gutes Zeugnis aus …

In der gestrigen Ausgabe des Handelsblatts war BMW im Fokus der Serie ‘DAX-Konzerne ungeschminkt’. Die Redakteure des Handelsblatts stellen BMW dabei ein gutes Zeugnis aus und machen dafür eine ganze Reihe richtiger Entscheidungen verantwortlich. An erster Stelle steht dabei der Rückhalt durch die Familie Quandt, die 47,3 Prozent der Aktien hält und somit die Gefahr einer feindlichen Übernahme praktisch ausschließt. Obwohl der Aktienwert von knapp 24 Milliarden Euro für Großkonzerne wie Volkswagen oder Toyota eine überschaubare Hürde darstellen würde, besitzt eine versuchte Übernahme von BMW durch die Starke Position der Familie Quandt keine Aussicht auf Erfolg.

Als zweiten wichtigen Punkt hat das Handelsblatt die Eigenständigkeit und damit das eingeschränkte Interesse an Kooperationen mit Wettbewerbern ausgemacht. Aufgrund der relativ geringen Stückzahlen der BMW Group – der Umsatz von Volkswagen ist doppelt so hoch, Toyota erreicht das Dreifache – sehen einige Experten dunkle Wolken am Horizont, weil größere Stückzahlen in der Regel für mehr Rendite sorgen. Diese Position ist aber längst nicht mehr unumstritten und seit den ausgesprochen schlechten Erfahrungen im Zusammenhang mit Rover ist man in München deutlich vorsichtiger geworden. Kapitalverflechtungen sind unerwünscht, auch Kooperationen werden auf ein Minimum beschränkt.

Muenchen-BMW

Resultat dieser Eigenständigkeit ist ein hoher Markenwert, jüngst wurde BMW sogar der höchste Markenwert aller Automarken attestiert. Statt einem maximalen Quartalsgewinn stehen bei BMW immer wieder andere Dinge im Vordergrund, die man sich nur aufgrund des Rückhalts der Familie Quandt erlauben kann. Um den Größenvorteil der Konkurrenz ausgleichen zu können, muss die BMW Group aber auf jeden Fall ihre Gewinnmarge erhöhen.

Durch den hohen Anteil von Leasing-Fahrzeugen – eine Folge der zahlreichen Unternehmen, die ihre Flotten lieber leasen als kaufen – benötigt BMW mehr Geld als die Wettbewerber, denn der Kaufpreis des Fahrzeugs muss zunächst von der Bank getragen werden. Dieses Geschäftsmodell funktioniert so lange, wie die Gebrauchtwagenpreise richtig kalkuliert werden – als die Gebrauchtwagenpreise zu Beginn der Krise einbrachen, musste BMW hier Verluste in Kauf nehmen.

Um für die Zukunft noch besser aufgestellt zu sein, muss vor allem die Rendite im Automobilgeschäft gesteigert werden. Zu diesem Ziel sollen einerseits höhere Stückzahlen beitragen, andererseits aber auch die zunehmende Verflechtung der einzelnen Modellreihen. BMW 5er und BMW 7er besitzen mehr Gleichteile als jemals zuvor, ähnliches dürfte für die 2011 beziehungsweise 2012 erscheinenden neuen Generationen der 1er- und 3er-Reihe (F20 respektive F30) gelten. Auch die Plattform des kommenden MINI dürfte dank des Fronttrieblers von BMW deutlich höhere Stückzahlen erreichen, weil sie nicht mehr nur von MINI genutzt wird.

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