Jeremy Clarkson sucht Kritikpunkte am BMW 535i F10 – vergeblich

BMW 5er | 18.05.2010 von 8

Eine ganze Reihe von Motorjournalisten konnte die neue BMW 5er Limousine mit der internen Bezeichnung F10 mittlerweile selbst fahren und auf Herz und Nieren prüfen …

Eine ganze Reihe von Motorjournalisten konnte die neue BMW 5er Limousine mit der internen Bezeichnung F10 mittlerweile selbst fahren und auf Herz und Nieren prüfen und allgemein hat man den Eindruck, dass die negativen Aspekte in den Berichten etwas zu kurz kommen. Auch wir hatten seinerzeit lange überlegt, was wir am BMW 5er F10 kritisieren könnten und konnten bis auf Kleinigkeiten wenig entdecken.

Diverse Medien haben sich daran versucht, die mangelnde Sportlichkeit des F10 zu kritisieren – und dabei bewusst oder unbewusst übersehen, dass der neue F10 sportlicher als sein Vorgänger mit der internen Bezeichnung E60 unterwegs ist. Wer häufiger Vergleichstests ließt, dürfte mit der Tatsache vertraut sein, dass der E60 auch zum Ende seines Lebenszyklus noch als sportlichste Wahl der oberen Mittelklasse galt und bei diesem Aspekt keine Federn ließ. Der Nachfolger ist erneut etwas sportlicher, wird aber gelegentlich für mangelnde Sportlichkeit kritisiert – unserer Meinung nach macht das nur sehr bedingt Sinn.

BMW-535i-F10-Portugal-11

Einer der Hauptkritikpunkte am BMW 5er E60 war der Komfort, der nicht auf dem Niveau der Mercedes E-Klasse lag, weil das Fahrzeug die sportlichen Aspekte stärker als die Modelle der Wettbewerber betonte. Mit Hilfe des adaptiven Fahrwerks ist es BMW nun gelungen, den Komfort signifikant zu steigern und dennoch die gewohnte Fahrdynamik bieten zu können, weil die aktuellen Systeme eine weitaus größere Spreizung als ältere adaptive Fahrwerke zulassen. Details zur komplexen Fahrwerkstechnik könnt ihr auch unserem Interview mit Fahrwerksentwickler Jos van As entnehmen.

Ein weiterer Kritikpunkt war die Qualität des Innenraums und auch hier hat BMW signifikant nachgelegt. Im Wesentlichen fühlt sich der 5er wie ein etwas kleinerer 7er an, Haptik und Optik sind auf absolut höchstem Niveau. Auch die Sitze bieten eine gesunde Mischung aus Seitenhalt und Komfort und haben uns auch nach hunderten Kilometern am Stück völlig entspannt aussteigen lassen – was allerdings auch die Vorgänger-Generationen bestens beherrschten. Insofern bleibt das neue Fahrwerk mit aktiver Hinterachskinematik sicherlich das Highlight des Fahrzeugs.

Der für seine kritischen Töne gegenüber BMW bekannte Jeremy Clarkson überschlägt sich dann auch fast mit seinem Lob für die Fahrwerkstechnik:

“Frankly, it’s hard to see how on earth it could be better [...]“

Auf der Suce nach Schwachstellen räumt Clarkson unumwunden ein, dass man hierfür schon ziemlich pingelig sein muss. Als Beispiele fallen ihm ein, dass man bei bestimmten Extremeinstellungen des Lenkrads die unterste Zeile des Tachos nicht lesen kann oder dass man sich an den elektronischen Gangwahlhebel der Achtgang-Automatik erst gewöhnen muss – was ungefähr drei Sekunden dauert. Den kompletten Bericht von Clarkson, wie immer in äußerst lesenswertem und amüsantem Englisch geschrieben, findet ihr bei der Online-Ausgabe der Times.

Zur Illustration gibt es an dieser Stelle noch einmal ein paar unserer Bilder vom Januar, als wir den BMW 535i F10 in Portugal antesten konnten:

  • RE

    Als glücklicher Neffe eines BMW F10 Fahrers will ich nun auch gern mal meine Einschätzung äußern. Seit knapp 1 Monate hat mein Onkel nun den neuen F10 530d in silber. Zudem Navi Prof und so einige Schnick-Schnacks.

    Ich muss sagen, ich bin absolut begeistert von dem Wagen!!!
    Er fährt sich wirklich klasse, liegt steif auf dem Asphalt und geht auch gut in den Kurven. Der Motor läuft erste Sahne und was mich ja so begeistert ist diese ewig lange Motorhaube, die man auch Prima vom Fahrersitz betrachten kann! Selbst in meinem E92 habe ich nicht solch ein Coupe-feeling, ehrlich!

    Mein Onkel hatte vorher den E60 ebenfalls 530d und dazwischen liegen schon echte Welten. Aber nicht groß vom Fahrverhalten wie ich finde, sondern einfach viel mehr von den Materialien und der Verarbeitung. Also den E60 (Vorfacelift) fand ich sehr simpel und sorry etwas billig innen. Der F10 ist da nun das extreme Gegenteil! Bereits ab dem 7er F01 oder schon X6 war ja vorherzusehen, dass BMW sich unglaublich ins Zeug legte den Innenraum qualitativ aufzuwerten!
    Beispiel beim E60 die absolut billigen Getränkehalterungen im Beifahrercockpit, wo schon nach 6 Monaten der linke der beiden nicht mehr richtig funktionierte, weil der Knopf sich ständig verklemmte. Zudem waren sie nie absolut bündig mit dem Cockpit und leicht verschoben. Dann die Bedienelemente (er hatte nur eine 1-Zonen Klima) die Knöpfe wirkten absolut standard, echt auf Japanniveau. Ich will hier den E60 nicht schlecht reden, er hat nach 6 Jahren und 250.000km nur ganz kleine Mängel gehabt und fuhr sich 1A, aber der F10 ist nun auch innen ein absoluter Spitzenreiter! Und sogar den A5 und die “neue” E-Klasse finde ich nun minderwertiger. Großes Lob von mir für BMW….

  • Thomas1

    Mir ist aufgefallen, dass im F10 verschiedene Lüftungsinnenteile verwendet werden.
    Weiß jemand aus welchem Grund? Normal sind doch senkrechte “Stäbe” verbaut.
    Hier allerdings nicht:
    http://img26.imageshack.us/img26/8468/bmwce.jpg

    @RE
    Der A5 ist minderwertiger. Viel zuviel Hartplastik. Ist aber auch ne Klasse unterm 5er ;-)

    • Thomas1

      @Benny

      Auch keine Idee?

      • Benny

        Nein, sonst hätte ich schon etwas geschrieben. Merkwürdig ist es schon irgendwie…
        Bist Du sicher, dass das von Dir gezeigte Bild einen F10 zeigt?

        • Thomas1

          Ja, ich habe das Bild selbst gemacht. Es ist von einem 535iA mit 4-Zonen-Klimaautomatik.

  • Südstaatler

    Überragender Artikel von Clarkson – für mich ohnehin der King in Sachen Auto-Reviews!

    • Lennardt

      stimmt!

  • Pingback: BMW 535i - Jeremy Clarks Testbericht : BMW 5er F10 & F11

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