Stimmen & Bilder zum 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife 2010

Motorsport | 16.05.2010 von 7

Einige Zeit nach dem Rennen gibt es endlich die Stimmen von Fahrern und Verantwortlichen rund um das 24-Stunden-Rennen 2010. Wie die Leser dieser Seite schon …

Einige Zeit nach dem Rennen gibt es endlich die Stimmen von Fahrern und Verantwortlichen rund um das 24-Stunden-Rennen 2010. Wie die Leser dieser Seite schon mitbekommen haben, konnte BMW eine triumphale Rückkehr an den Nürburgring feiern und mit einem der beiden von Schnitzer Motorsport eingesetzten BMW M3 GT2 den Gesamtsieg einfahren. Obwohl es zum Ende des Rennens Probleme mit dem Getriebe gab, ließen sich Uwe Alzen, Augusto Farfus, Jörg Müller und Pedro Lamy den Sieg nicht mehr nehmen und fuhren nach 154 Runden und mit einer Gesamt-Durchschnittsgeschwindigkeit von 162,808 km/h über die Ziellinie. Der zweite M3 GT2 mit den Piloten Dirk Werner, Dirk Müller, Andy Priaulx und Dirk Adorf musste sich nach einem unverschuldeten Unfall zu Beginn des Rennens durch das gesamte Feld kämpfen und landete am Ende auf einem den Umständen entsprechend sehr guten siebten Gesamtrang.

Weitere Top-Platzierungen konnten der BMW Z4 GT3 von Schubert Motorsport mit Marko Hartung, Patrick Söderlund, Edward Sandström und Martin Öhlin auf Position vier sowie der BMW Z4 GT3 von Dörr Motorsport mit Stefan Aust, Rudi Adams, Jochen Übler und Markus Grossmann auf dem neunten Gesamtrang feiern. Neben diesen Top-Resultaten aus dem Gesamtklassement wollen wir aber auch die vielen Klassensiege nicht vergessen: Insgesamt gab es in 21 Fahrzeugklassen mindestens einen gewerteten Fahrer und von diesen 21 Klassen konnten Teams mit Fahrzeugen von BMW nicht weniger als 10 für sich entscheiden – Herzlichen Glückwunsch!

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Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor): “Das war für uns ein fantastisches Comeback beim 24-Stunden-Rennen hier auf der Nürburgring-Nordschleife. Dieser Sieg erinnert an den Triumph von Le Mans 1999. Eine derartige Nervenanspannung wie heute habe ich noch nicht erlebt. Denn nach dem Ausfall einiger direkter Konkurrenten hing auch bei uns der Sieg am seidenen Faden. Gegen 12 Uhr mittags bekamen wir ein Getriebeproblem an dem Siegerauto, ein Gang fiel aus. Kurz nach 13 Uhr verabschiedeten sich sukzessive weitere Gänge. Es war eine Meisterleistung, wie Jörg Müller und Uwe Alzen das Auto in dieser entscheidenden Phase als Erste ins Ziel gebracht haben. Die Anspannung war bei uns allen enorm hoch, um so größer war die Erlösung, als das Auto über die Ziellinie fuhr. Ein großes Dankeschön an jeden Einzelnen im Team. Alle haben perfekt harmoniert. Ein Dank gilt auch unseren treuen Fans, die uns nach fünf Jahren Pause hier so herzlich empfangen und unterstützt haben.”

Charly Lamm (Teammanager): “Tage wie dieser liefern mir den ultimativen Nachweis, warum ich meinen Beruf so liebe. Der Einsatz, den die ganze Mannschaft heute gezeigt hat, ist wirklich einzigartig. Wir mussten einige heikle Situationen meistern, haben aber immer an uns geglaubt. Die Vorbereitungszeit war hart, wir mussten binnen relativ kurzer Zeit das bestmögliche Paket auf die Beine stellen. Offensichtlich ist uns das gelungen. Natürlich tut es mir für die Konkurrenten leid, die vorzeitig ausgeschieden sind. Aber die Zuverlässigkeit ist in einem solchen Rennen nun einmal maßgeblich. Und in dieser Hinsicht waren wir heute offensichtlich die Nummer eins.”

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Jörg Müller (Startnummer 25): “Während meines letzten Stints haben wir den vierten Gang verloren. Nach und nach wurde das Problem schlimmer. Es ging also vor allem darum, das Auto im Rennen zu halten und vorsichtig zu sein. Am Ende hat alles super geklappt. Das gesamte Team hat in den vergangenen Monaten extrem hart gearbeitet. Ihnen gehört dieser Sieg. Wir sind über die gesamte Distanz konstante Rundenzeiten gefahren. Wenn einem das gelingt, ist man in einem 24-Stunden-Rennen meistens vorn dabei. Für uns hat es heute sogar für die Spitze gereicht.”

Augusto Farfus (Startnummer 25): “Für mich ist es der erste Sieg bei einem 24-Stunden-Rennen. Auf der Nordschleife zu siegen, ist eine einmalige Erfahrung. Ich danke BMW und Charly Lamm für das Vertrauen, das sie in mich gesetzt haben. Ich konnte hier viel lernen, insbesondere von den alten Nordschleifen-Hasen in meinem Team. Wir wussten, dass wir zunächst einmal durchkommen müssen, bevor wir vom Sieg träumen dürfen. Unsere Zuverlässigkeit war heute unser größter Vorteil.”

Uwe Alzen (Startnummer 25): “Ein alles andere als einfaches Rennen mit so einem Ergebnis abzuschließen, ist sensationell. Erst ein Reifenschaden, dann der Kühlerschaden, und am Ende die Probleme mit dem Getriebe. Ich habe insbesondere beim Tausch des Kühlers noch nie eine Boxenmannschaft schneller und professioneller arbeiten sehen. Das ganze Rennen war unglaublich aufregend. Zum ersten Mal seit zehn Jahren stehe ich hier wieder ganz oben. Das ist ein tolles Gefühl. Für mich ist es eine große Ehre, mit BMW und Schnitzer zu arbeiten. Ich fühle mich in diesem Team pudelwohl. Heute bin ich einfach nur überglücklich.”

Pedro Lamy
(Startnummer 25): “Das ist ganz sicher mein schönster Sieg hier auf der Nordschleife. Jeder meiner nun fünf Gesamterfolge war auf seine Art toll. Diesmal war der Weg dorthin jedoch besonders schwierig. Einigen anderen Teams hat heute vielleicht auch das nötige Glück gefehlt. Aber da man sich Glück auch erarbeiten kann, gebührt der Sieg ganz sicher der ganzen Mannschaft. Ich freue mich für BMW, für jeden im Team und natürlich auch für mich selbst.”

Dirk Werner (Startnummer 26): “Das Rennen hat für uns mit dem schlimmsten Szenario begonnen: Wir sind in der ersten Runde fast bis auf den letzten Platz zurückgefallen. Ich habe mich schlecht gefühlt, denn ich war derjenige, der bei dem Unfall im Auto saß. Doch das Team hat unheimlich gut gearbeitet und mir wieder Selbstvertrauen gegeben. Ein Kompliment geht auch an meine Fahrerkollegen, die sich keinen Fehler erlaubt haben. Rang sieben ist nach diesem Start ein tolles Ergebnis.”

Dirk Müller (Startnummer 26): “Dies war mein viertes 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring für BMW – und zum dritten Mal haben wir gewonnen. Darauf können wir stolz sein. Ich sage bewusst wir, obwohl das Auto 25 als Sieger ins Ziel kam. Aber wir sind ein echtes Team. Natürlich sind wir auch etwas enttäuscht, dass wir mit Auto Nummer 26 nicht noch mehr erreicht haben. Dennoch haben wir eine unglaubliche Moral bewiesen. Der Unfall und das Auto sahen wirklich schlimm aus, aber das Team hat alles wieder perfekt hinbekommen. Die Plätze eins und sieben sind ein tolles Ergebnis.”

Andy Priaulx (Startnummer 26): “Ich bin mehr als zufrieden. Unser Team hat den Sieg errungen, und das ist fantastisch für BMW. Auf der anderen Seite hätten wir uns für unser Auto sicher mehr ausgerechnet. Aber immerhin sind wir ins Ziel gekommen – und das nach einer großartigen Aufholjagd. Die Leistung meiner Teamkollegen kann man gar nicht hoch genug bewerten. Niemand in unserer Mannschaft hat aufgegeben. Diesen Kampfgeist nehmen wir aus dieser Woche am Nürburgring mit.”

Dirk Adorf (Startnummer 26): “Nach dem Training hatte uns eigentlich kaum jemand auf der Rechnung. Dass wir es dann geschafft haben, das Blatt in dieser Art und Weise zu wenden, beeindruckt mich sehr. Charly Lamm und seine Mannschaft haben Großes geleistet und immer an den Sieg geglaubt. Diese Moral ist beeindruckend. Wir haben im Rennverlauf drei Runden aufgeholt. Ich mag gar nicht daran denken, was ohne das Pech zu Beginn möglich gewesen wäre.”

  • @Benny, kannst du vieleicht nochmal die Klassen erklären.. ich blick das noch nicht so.. GT2, GT3, etc… vieleicht hast du ja auch einfach einen link wo das erklärt wird. Danke

    • Benny

      Ganz simpel gesagt: Die Fahrzeuge sind nach verschiedenen Kriterien in Klassen eingeteilt, beispielsweise nach Hubraum, Turbo oder Sauger, Diesel und so weiter. Die absoluten Spitzenfahrzeuge sind ebenfalls nach den Kriterien ihrer Klassen zu bauen und werden dann durch die sogenannten Balance of Performance auf ein ähnliches Niveau gebracht. Während ein BMW 318is natürlich keine Chance auf den Gesamtsieg hat, kann er trotzdem ein spannendes Rennen mit anderen Fahrzeugen seiner Klasse austragen und dort einen Klassensieg erringen.
      Hier siehst Du die Fahrzeuge im Jahr 2010 und ihre jeweilige Klasse in der rechten Spalte: http://adac.24h-rennen.de/Teamdatenbank.4147.0.html?&no_cache=1
      Wo man die genauen Kritierien der jeweiligen Klassen findet, muss mal jemand anders heraussuchen, habe im Moment leider wenig Zeit.

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  • SUPERSIEG für BMW Motorsport Team Schnitzer mit Vorsprung durch bessere Technik !!!!!! Herzlichen Glückwunsch und weiter so, z. B. bei den 24h du Mans! ## Klasseneinstufungen?! Vielleicht wird da geholfen http://www.vln.de/teilnehmerinfos.de.php

  • XfrogX

    Also man muss echt gratulieren den bmw hat im gegensatz zum besten manthey und den audi nicht im vorfeld getrickst für die balance of performance. Den mit langsamen rennen im vorfeld kann an sich da schon was rausholen aber bmw war einfach nicht schneller. Dennoch wird es schwer mit dem wagen wenn die anderen durchhalten.

  • Andreas1984

    @ Martin:
    Die GT2- und GT3-Fahrzeuge werden prinzipiell erstmal von der FIA bzw. dem französischen ACO eingestuft (Gewicht, Luftmengenbegrenzer, etc.). Für die Rennen am Nürburgring werden dann zusätzlich dazu nach dem “balance of performance”-Prinzip weitere Einstufungen vorgenommen, die dann auch z. B. das Tankvolumen oder das Gewicht betreffen.
    Theoretisch sind die GT2 in der Rundenzeit schneller als die GT3, da sie auch mehr Freiheiten im Reglement haben. Dies hängt z. B. mit der Aerodynamik zusammen. So ist’s zumindest bei Porsche. Der dieses Jahr von Manthey eingesetzte GT3 R hat bedingt durch die kleinere Stirnfläche des Fahrzeugs einen höheren Topspeed, was auf der Nordschleife gegenüber einem GT3 RSR. wie er z. B. in Le Mans eingesetzt wird, von Vorteil ist.
    Praktisch soll es jedoch so sein, dass man versucht durch das “balance of performance”-Prinzip die unterschiedlichen Spitzenfahrzeuge auf ein gleiches Level zu bringen.
    Grüße,

    Andreas

    P.S.: Glückwunsch natürlich an BMW, Schnitzer und die Fahrer!

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