Reithofer bestätigt Fronttriebler von BMW in der Kleinwagenklasse

Sonstiges | 9.03.2010 von 68

Schon vor ein paar Tagen haben wir darüber berichtet, dass es auch von BMW zukünftig ein Auto mit Frontantrieb geben könnte. Bevor es zu Verwirrung …

Schon vor ein paar Tagen haben wir darüber berichtet, dass es auch von BMW zukünftig ein Auto mit Frontantrieb geben könnte. Bevor es zu Verwirrung kommt, wollen wir gleich vorwegnehmen, dass es sich dabei nicht um die 1er- und 3er-Reihe handelt – zumindest nicht bei der nächsten Generation F20 beziehungsweise F30. Am Rande des Genfer Automobilsalons hat der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer gegenüber der britischen AutoCar nun quasi offiziell bestätigt, dass es auch unter der Marke BMW einen Kleinwagen in der Kategorie des MINI geben wird.

Genau wie alle anderen Fahrzeuge in dieser Klasse soll auch dieser BMW, der auf den Namen City hören könnte, über Frontantrieb verfügen. Die Konstruktion eines Hecktrieblers macht bei der gegebenen Fahrzeuggröße keinen Sinn, weil Längseinbau des Motors und Kardanwelle zu viel Platz benötigen würden. Ähnlich wie der MINI wird also auch dieser BMW unterhalb der 1er-Reihe über einen quer eingebauten Motor und keine angetriebenen Hinterräder verfügen.

bmw-front-wheel-drive

Während BMW die Konstruktion eines Fronttrieblers bisher aus fahrdynamischen Gründen abgelehnt hat, gibt es in dieser Fahrzeugklasse keine Alternative. Ob der BMW City auch als Antwort auf den Audi A1 zu verstehen ist, der seinerseits eine Reaktion auf die erfolgreiche Marke MINI darstellt, kann man wohl zumindest spekulieren. Denn während der MINI mit seinem freundlichen Design vordergründig die weibliche Kundschaft anspricht, könnte Audi mit dem A1 und seinem aggressiveren Design zahlreiche männliche Kunden gewinnen. Die Rechnung von BMW könnte nun so aussehen, dass man mit dem MINI auch weiterhin einen freundlichen Kleinwagen anbietet, diese Designrichtung aber durch einen dynamischer gestalteten BMW mit ähnlicher Technik ergänzt.

Eine solche Lösung bietet zudem Vorteile in Bezug auf die Gleichteilpolitik, denn wenn die Technik von MINI und BMW City weitgehend identisch ist, ergeben sich hier natürlich größere Stückzahlen und ein entsprechend niedrigerer Einkaufspreis. Der Schritt in die Kleinwagenklasse ist natürlich auch eine Reaktion auf die aktuellen Klimaschutzdebatten, denn mit einem weiteren Kleinwagen mit entsprechend niedrigem CO2-Ausstoß lässt sich der Flottenverbrauch weiter reduzieren. Das unter Project i entwickelte Megacity Vehicle, das ab 2013 in Leipzig gebaut werden wird, dürfte aufgrund des zu erwartenden Einstiegspreises eher niedrige Stückzahlen haben und somit nur beschränkten Einfluss auf Flottenverbrauch und CO2-Ausstoß der BMW Group haben.

Die neue Plattform für BMW und MINI hat laut Reithofer nichts mit dem MCV zu tun und soll zumindest optional auch für Allradantrieb geeignet sein. Da die nächste Generation des MINI im Jahr 2013 oder 2014 erscheinen wird, ist irgendwann zu dieser Zeit auch die Vorstellung eines BMW City mit weitgehend ähnlicher Technik, aber grundlegend anderer Optik in Exterieur und Interieur denkbar. Mögliche Konkurrenten für die beiden neuen Premium-Kleinwagen der BMW Group stehen schon jetzt in den Startlöchern: Neben dem Audi A1 steht auch eine neue Generation des Smart ForFour von Mercedes vor der Tür und beansprucht ebenfalls einen Teil vom Premium-Kleinwagen-Kuchen.

Während man in der Vergangenheit noch offensiv Werbung gegen Frontantrieb gemacht hat, dürfte es sich mit derartigen Sticheleien gegen die Konkurrenz aus Ingolstadt demnächst erledigt haben. Andererseits besteht natürlich auch ein Unterschied zwischen Frontantrieb bei Kleinwagen und in der Oberklasse, wo Audi selbst einen A8 mit der vor allem bei Kleinwagen eingesetzten und für die Oberklasse völlig untypischen Technik anbietet.

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