WTCC-Saisonstart in Curitiba: BMW spielt auf dem Podium keine Rolle

Motorsport | 7.03.2010 von 5

Völlig ohne Podiumsplatzierung und damit deutlich weniger erfolgreich als erhofft muss BMW Motorsport aus Brasilien abreisen. Ähnlich wie im Vorjahr spielte man auch zum Saisonstart …

Völlig ohne Podiumsplatzierung und damit deutlich weniger erfolgreich als erhofft muss BMW Motorsport aus Brasilien abreisen. Ähnlich wie im Vorjahr spielte man auch zum Saisonstart 2010 keine Rolle bei den vorderen Platzierungen und kam wie schon im Vorjahr bei beiden Läufen nicht über die fünfte Position hinaus.

Während der erste Lauf auf nassem Untergrund hinter dem Safety Car, übrigens einem BMW X6 M, gestartet wurde, war die Strecke rechtzeitig zum zweiten Lauf wieder abgetrocknet. In Lauf 1 profitierten die BMW-Piloten Farfus und Priaulx vom Ausrutscher des Seat-Piloten Gene in der zweiten Runde und konnten sich daher auf die Positionen fünf und sechs verbessern, die sie auch bis zum Schluss verteidigen konnten. An der Spitze fuhren die drei Chevrolet-Piloten Muller, Huff und Menu einen ungefährdeten Dreifach-Sieg ein, dank der umgekehrten Reihenfolge der Top-8 beim stehenden Start zu Lauf 2 hatten sich die BMW-Fahrer aber in eine gute Ausgangsposition gebracht.

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Während Farfus in Lauf 2 keinen guten Start erwischte, konnte Priaulx direkt auf eine Höhe mit einem der vor ihm gestarteten Seat-Piloten ziehen. Dieser zog dann allerdings ansatzlos heftig nach links und traf das rechte Vorderrad von Priaulx mit derartiger Wucht, dass die Radaufhängung brach und der mehrfache Weltmeister seinen BMW 320si nur noch zurück in die Box schleppen konnte. Wie schon in den Vorjahren zeigt sich also auch 2010, dass man bei Seat mit Vorliebe Lackaustausch mit BMW betreibt. Allein der heute herausgefahrene souveräne Doppelsieg – mehr als fünf Sekunden Vorsprung sind in der WTCC ein gigantischer Abstand – von Tarquini und Gene zeigt, dass das SR-Team mit seinen Leon TDI nur dem Namen nach ein Privatteam ist. Der einzige verbliebene BMW-Werksfahrer Augusto Farfus kam schließlich wie im ersten Lauf auf der sechsten Position ins Ziel.

Schon jetzt deutet sich an, dass der Sieg in der Konstrukteurswertung nur über Chevrolet gehen kann. Da der Cruze der Saison 2010 offensichtlich konkurrenzfähig ist und man drei starke Fahrer im Team hat, dürfte sich BMW mit nur zwei Fahrzeugen sehr schwer tun, wenn man hier am Ende der Saison mehr Punkte als Chevrolet gesammelt haben will. Keinesfalls unterschätzen sollte man außerdem das Pseudo-Privatteam SR Racing mit seinen Seat Leon TDI, denn dank der Dieselfahrzeuge werden auch die ehemaligen Seat-Werksfahrer zahlreiche Punkte sammeln können. Wenigstens in der Privatfahrerwertung, in der nur Fahrzeuge mit Benzinmotor zugelassen sind, gibt es dank Sergio Hernández und Franz Engstler eine Doppelführung für BMW. Es bleibt abzuwarten, wie das Kräfteverhältnis auf den kommenden Rennstrecken aussieht, ein gelungener Saisonstart für BMW Motorsport sieht aber definitiv anders aus.

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Augusto Farfus: “Das Auto hat sich klasse angefühlt, und unser Tempo in den Rennen war gut. Aber unsere Performance ist insgesamt offenbar noch nicht ausreichend, um es ganz bis nach vorne zu schaffen. Im ersten Lauf ging es darum, keine Fehler zu machen. Am Start von Rennen zwei wurde ich unsanft angeschoben und habe an Boden verloren.”

Andy Priaulx: “Insgesamt bin ich natürlich enttäuscht. Im zweiten Lauf hatte ich einen tollen Start, aber es kam zu einer leichten Berührung mit Tarquini. Sie war leider hart genug, um mich aus dem Rennen zu werfen. Wenigstens nehme ich aus Lauf eins ein paar Punkte mit. Aber es wäre heute mehr möglich gewesen.”

Bart Mampaey (Teamchef): “Wir hatten trotz der schwierigen Bedingungen ein recht gutes erstes Rennen. Andy hatte sich für ein geringfügig anderes Set-up als Augusto entschieden. Während Augusto zu Beginn schneller war, hatte Andy gegen Ende eine sehr gute Pace. Da die Strecke abtrocknete und wir im Trockenen an diesem Wochenende zuvor gut ausgesehen hatten, rechneten wir uns durchaus Chancen auf ein gutes Ergebnis aus. Am Start wurden jedoch beide Autos von Konkurrenten getroffen. Andy musste leider aufgeben, dafür konnte Augusto zeigen, dass unsere Pace gestimmt hat. Aber das Überholen ist hier nicht einfach, so dass mehr als Platz sechs nicht mehr möglich war. Das war ein schwieriger Start in die Saison.”

(Bilder: BMW Motorsport / FIA WTCC)

5 responses to “WTCC-Saisonstart in Curitiba: BMW spielt auf dem Podium keine Rolle”

  1. Andreas1984 says:

    Tja…meiner Meinung nach kommt’s für BMW drauf an sich diese Saison halbwegs achtbar aus der Affäre zu ziehen. Wenn nächstes Jahr die Diesel eh ausrangiert werden udn nur noch R4-Turbo-Benziner eingesetzt werden dürfen, sollten die Chancen für BMW IMO wieder steigen.

    • Lennardt says:

      hoffen wirs.. wundert mich sowieso, dass die Seats auch diese Saison wieder mit den TDIs und en vollen zwei Litern Hubraum an den Start dürfen.

  2. Andreas1984 says:

    Naja…bei der FIA scheint man wohl nicht zu kapieren oder kapieren zu wollen, dass man eben nur auf Geraden eine wirkliche Chance hat zu überholen. In Kurven ist’s doch auf den meisten Rennstrecken eher mühsam bis unmöglich seinen Vordermann zu überholen, ohne das jener einen Fehler begeht. Deshalb hilft BMW auch der höhere Kurvenspeed nix, wenn SEATs sich auf den Geraden dank Diesel-Nm’s wieder einiges an Vorsprung rausholen.
    Verstärkt kam aber noch die Höhenlage von Curitiba dazu. Die Strecke liegt ja auf knapp über 900m über dem Meer und da funktionieren aufgeladenen Motoren einfach besser als Sauger.

  3. XfrogX says:

    Die privaten seats werden noch viel abräumen udn den werksfahren das leben schwer machen. Schlau gemacht von seat, aber bmw hätte sich lieber abmelden sollen. Was bringt den die wtcc ihnen dieses jahr nichts, dann lieber ein jahr testen für 2011.

  4. […] Auftakt der Tourenwagen-WM WTCC bot sich den Zuschauern ein ähnliches Bild wie im Vorjahr: Den ersten Lauf des Jahres dominierten die blauen Autos von Chevrolet, in diesem Jahr ergänzt um […]

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