Ausblick auf Project i – Die NAIAS-Studie BMW ActiveE

  • Abgelegt: 17.12.2009
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Neben dem MINI Beachcomber wird die BMW Group auf der North American International Auto Show in Detroit noch ein weiteres Concept Car vorstellen, das technisch noch eine ganze Ecke interessanter ist. Es handelt sich um die Studie ActiveE und es ist offensichtlich, dass wir es hier mit einem weiteren Versuchsträger für die Technik des unter Project i entwickelten Elektrofahrzeugs zu tun haben.

Das BMW Concept ActiveE bietet eine Technik, die speziell für den Verkehr in den urbanen Ballungszentren unserer Zeit entwickelt wurde. Genau wie der MINI E soll auch der BMW ActiveE in den Händen von interessierten Kunden getestet werden. Wir blicken also auf eine Studie, die so weit entwickelt ist, dass sie in absehbarer Zeit in Kundenhand übergeben werden kann.

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Technisch basiert die Studie auf dem BMW 1er Coupé, allerdings arbeitet in der Studie ein Elektromotor, der den ActiveE völlig ohne lokalen Schadstoffausstoß fahren lässt. Damit soll demonstriert werden, dass sich die für BMW typische Freude am Fahren auch ohne Emissionen erleben lässt und hoher Fahrspaß keineswegs immer zu Lasten der Umwelt gehen muss.

Die Erkenntnisse aus der Flotte von BMW ActiveE und MINI E Fahrzeugen sollen dann in den Bau des unter einer Submarke, höchstwahrscheinlich handelt es sich dabei um Isetta, angekündigten MegaCity Vehicle (MCV) fließen und damit allen künftigen Fahrern von Elektroautos zu Gute kommen. Auf die Straße und zu den Händlern soll dieses Fahrzeug noch in der ersten Hälfte des kommenden Jahrzehnts kommen, also wohl 2014 oder 2015.

Im Vergleich mit dem MINI E, der in Folge der verbauten Technik zum Zweisitzer mit sehr überschaubarem Kofferaum geworden ist, profitiert der BMW ActiveE von seiner Größe. Trotz des komplett veränderten Antriebsstrangs bleibt der ActiveE ein Viersitzer und behält immerhin ein Kofferraumvolum von 200 Litern.

Der Elektromotor sitzt direkt an der Hinterachse und stellt neben einer Leistung von 170 PS auch ein maximales Drehmoment von 250 Newtonmetern bereit. Letzteres liegt bereits ab Leerlauf an und sorgt dafür, dass das 1er Coupé in unter neun Sekunden auf 100 km/h beschleunigen kann. Die vor allem für den Stadtverkehr wichtige Marke von 60 km/h fällt bereits nach 4,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 145 km/h limitiert.

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Besonders eindrucksvoll ist die Größe des Motors, denn dieser ist komplett in der Hinterachse untergebracht und sitzt dort, wo normalerweise das Differential verbaut ist. Dessen Arbeit übernimmt der Motor selbst und kann daher wirklich extrem platzsparend verbaut werden. Genau wie beim MINI E arbeitet der Motor auch hier sofort als Generator, wenn der Fahrer den Fuß vom Gaspedal nimmt. Dieses Fahrverhalten ist zunächst gewöhnungsbedürftig, schon nach wenigen Minuten stellt es aber kein Problem mehr dar. Die Bewegungsenergie wird im Generator-Betrieb in elektrische Energie umgewandelt und in den Batterien gespeichert, was die Reichweite um bis zu 20% erhöhen kann.

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Da in Folge des Generator-Betriebs eine Bremswirkung eintritt, die für 75% aller städtischen Verzögerungsvorgänge ausreichend ist, leuchten natürlich auch die Bremslichter auf, sobald der Fahrer vom Gas geht. Sollte einmal eine stärkere Bremsung nötig sein, kann der Fahrer natürlich jederzeit das Bremspedal treten und damit auch die Vorderachse bremsen, denn naturgemäß wirkt die vom Generator ausgelöste Bremswirkung nur an der angetriebenen Hinterachse.

Das Batteriepaket ist ein erstes Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen BMW und SB LiMotive und ermöglicht dem ActiveE eine Reichweite von immerhin rund 160 Kilometern im Alltagsgebrauch. Der Ladevorgang wird mit Hilfe spezieller Ladeboxen, die 50 Ampere und 230 oder 240 Volt bereitstellen, nach nur drei Stunden abgeschlossen sein. Im praxisfernen Fahrzyklus FTP72 aus den USA erreicht der ActiveE sogar eine Reichweite von 240 Kilometern, was BMW aber für unrealistisch hält.

Das zweigeteilte Batteriepaket sorgt auch für alle elektrischen Verbraucher des Fahrzeugs und verfügt über eine eigene Flüssigkeitskühlung. Die Reichweite und Dauerhaltbarkeit der Batterie bleiben dadurch so gut wie unabhängig von der Außentemperatur, die normalerweise zu Lasten der Batterieleistung geht. Untergebracht ist das Paket zum Einen unter der Haube, wo normalerweise der Verbrennungsmotor arbeitet und zum Anderen an der Stelle, wo normalerweise der Tank für die fossilen Brennstoffe sitzt.

All die Technik führt natürlich zu einem erhöhten Fahrzeuggewicht und im Fall des ActiveE sprechen wir hier von 1.800 Kilogramm. Damit bringt der ActiveE deutlich mehr Gewicht auf die Waage als ein normales 1er Coupé und zeigt damit einen der noch vorhandenen Nachteile von Elektroautos. Nicht ohne Grund werden die unter Project i entwickelten E-Fahrzeuge Kleinwagen sein, die dank massivem Einsatz von Carbon trotz ihrer E-Motoren und Batterien ein moderates Gewicht haben sollen.

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Trotz des erhöhten Gewichts ist es immerhin gelungen, den Schwerpunkt nach unten zu verlagern und die beinahe perfekte Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse beizubehalten, sodass der ActiveE trotz seines hohen Gewichts durchaus das Potential für eine dynamische Fahrweise hat.

Zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer wird der Fahrer sofort über etwaige Fehlfunktionen informiert und im Notfall wird das Fahrzeug automatisch entladen und der Motor abgeschaltet.

Optisch unterscheidet sich der ActiveE durch einige Details vom normalen BMW 1er Coupé: Aerodynamisch optimierte Leichtmetallfelgen sowie die komplett fehlende weil unbenötigte Abgasanlage deuten auf die besondere Natur des Fahrzeugs hin. Auffällig ist außerdem die Farbe Liquid White Metallic sowie grafische Elemente, die sich in Blau von der weißen Grundfarbe abheben und an elektrische Schaltkreise erinnern sollen.

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Die auf dem Fahrzeug zu sehenden Schriftzüge ActiveE und EfficientDynamics überraschen nicht weiter, interessanter ist da schon der Schriftzug eDrive, der unsere Vermutung über die künftige Benennung elektrisch betriebener Fahrzeuge bei BMW bestätigt. Im Innenraum kommen spezielle Ledersitze mit blauen Nähten sowie einige schriftliche Hinweise auf die verbaute Technik zum Einsatz.

BMW strebt übrigens an, die mittlerweile 600 Fahrzeuge umfassende Testflotte des MINI E quantitativ zu übertreffen, der BMW ActiveE dürfte also durchaus gelegentlich zu sehen sein.

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  • Mike

    Nein wie geil, mit eigener iPhone app… :) So macht es richtig Spaß, haben wollen :))

  • jake828

    wie ist das eigentlich mit dem lastwechselverhalten in schnell gefahrenen kurven? is ja bei heckantrieb eh so ne sache, aber wenn der dann noch aktiv bremst? naja, werden die ingenieure wohl schon bedacht haben…

  • Clemens

    Und was bedeutet das: “[Der Motor] ist komplett in der Hinterachse untergebracht und sitzt dort, wo normalerweise das Differential verbaut ist. Dessen Arbeit übernimmt der Motor selbst und kann daher wirklich extrem platzsparend verbaut werden.”

    Wie kann ein Motor die Arbeit eines Differentials übernehmen? Da fallen mir eigentlich nur zwei Möglichkeiten ein:

    1. Es sind in Wirklichkeit zwei Motoren, von denen beispielsweise jeder für ein Rad zuständig sein mag. Im Text ist aber immer nur von einem Motor die Rede, und ein Getriebe ist auch nur auf einer Seite vorhanden.

    2. Es ist doch ein Differential vorhanden, der Text weist also einen Fehler auf.

    Zwei Motoren wären natürlich die beste Lösung, denn damit bräuchte man nie eine Differentialsperre, auch keine von den Bremsen simulierte, und könnte das Antriebsmoment zwischen beiden Rädern verteilen, wie es auch der X6 kann.

    @jake828: So ein Elektromotor läßt sich ganz feinfühlig regeln, und ESP ist sowieso an Bord, eine Motorschleppmomentregelung wäre nur eine Frage der Software. Ich würde mir keine Sorgen darum machen.

  • schorse

    ist doch schön da sieht man auch das “eDrive” ist doch gut das bmw sich bemüht

  • Ewtalburg

    2/3 Batterien aus und eine (gas)Turbine hinein.
    Niedriger Verbrauch in der Stadt, 500Km Reichweite.

  • Ray

    Sieht richtig gut aus und finde die Idee ziemlich interessant!

    Wo muss ich mich den anmelden um so einen mal Probefahren zu können ;-)

  • oliver_conrad

    Cool!! Wo kann man sich anmelden um in die Gilde der Testfahrer aufgenommen zu werden?

  • Benny

    @Clemens: Die PM spricht davon, dass die Funktion des Diffs in das Antriebssystem integriert ist. Mehr wird dazu nicht gesagt. Von zwei Motoren ist definitiv nicht die Rede.

    Bezüglich der Frage nach “Probefahrten” und dergleichen gibt es derzeit noch keine Infos, aber ich gehe davon aus, dass man sich ähnlich wie beim MINI E für ein Leasing bewerben kann. Sobald es da mehr Infos gibt oder eine Webseite zur Anmeldung oder dergleichen, werden wir natürlich darüber berichten.

  • Everlast

    Die Motor/Differential-Frage würde mich auch interessieren. So einfach, wie im Text beschrieben, kann es nicht funktionieren. ;-)
    Was hat der 1er denn eigentlich unter der Frontklappe (Mal abgesehen von der Vorderachse)?

    Und dass Project i unter einem “massiven” Einsatz von Carbon auf die Straße kommt, kann ich mir nicht vorstellen. Wer soll das bezahlen?

  • Benny

    Wie im Text zu lesen ist, befindet sich unter der Motorhaube ein Teil des Batteriepakets.
    Bei Project i wird auf jeden Fall mehr Carbon zum Einsatz kommen, als man das bisher von Kleinwagen kennt. Es geht also nicht darum, ein paar Zierleisten pro forma aus Carbon anzufertigen sondern um eine tatsächliche Gewichtsreduzierung. Wie man sich das finanziell vorstellt, kann ich nicht sagen, aber vermutlich wird das MCV auch nicht unbedingt billig…

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