WTCC: Der lange Weg der BMW Länderteams nach Macau

Motorsport | 12.11.2009 von 0

Die 2009er Saison der Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC war wieder einmal vom Zweikampf zwischen BMW und Seat geprägt, der wie schon im Vorjahr auch eine Frage des …

Die 2009er Saison der Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC war wieder einmal vom Zweikampf zwischen BMW und Seat geprägt, der wie schon im Vorjahr auch eine Frage des Motorenkonzepts war.Während alle Hersteller außer Seat mit zwei Liter großen Saugbenzinern an den Start gehen, fahren die Spanier mit einem ebenfalls zwei Liter großen Turbodiesel.

Die Einstellung der Regelhüter von der FIA zu diesem Thema ist dabei durchaus kritisch zu hinterfragen, die Sport Auto stellte in ihrer Ausgabe 06/2009 sogar die scharfe Frage, bei welcher tolerierten Messungenauigkeit eigentlich “die Absicht beginnt”. Nun gibt es einen kurzen Rückblick auf die bisherigen Läufe der Saison aus der Sicht von BMW Motorsport, der an dieser Stelle nicht fehlen soll.

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Curitiba, Brasilien.
Das Jahr begann für die BMW Länderteams in Curitiba (BR) nicht nach Plan. Im ersten Lauf erreichte Lokalmatador Farfus Platz fünf und ließ im zweiten Rennen auf nasser Strecke den sechsten Platz folgen. Sein Teamkollege Jörg Müller (DE) war der Mann des zweiten Rennens und arbeitete sich im BMW 320si WTCC von der 21. auf die fünfte Position nach vorn. Auch Sergio Hernández (ES) vom BMW Team Italy-Spain und BMW Team UK Pilot Andy Priaulx (GB) sammelten Punkte. Mit zwei Vierfach-Erfolgen bestimmte jedoch die Konkurrenz von SEAT das Geschehen auf dem „Autódromo Internacional de Curitiba“.

Puebla, Mexiko.
Auf die Enttäuschung in Brasilien folgte ein überraschendes Erfolgserlebnis in Puebla (MX), das sich in den vergangenen Jahren stets als schwieriges Terrain für BMW erwiesen hatte. Diesmal errang Farfus jedoch die Poleposition und fuhr im dritten Saisonrennen auf Rang zwei. Priaulx stand als Dritter ebenfalls auf dem Podest. Der dreimalige Weltmeister verbesserte sich in Lauf zwei noch einmal um eine Position, während Farfus Vierter wurde. WM-Punkte gingen auch an Müller, Hernández sowie dessen Teamkollegen Alessandro Zanardi (IT). Erneut gingen beide Siege an SEAT.

Marrakesch, Marokko.
Lediglich die beiden Fahrer vom BMW Team Germany verließen die WM-Premiere von Marrakesch (MA) mit Punkten im Gepäck. Müller belegte die Plätze acht und vier, Farfus wurde im zweiten Lauf Sechster. BMW Privatfahrer Franz Engstler (DE) ließ im sechsten Saisonrennen mit Rang sieben aufhorchen. Nach dem Lauf legte das BMW Team Germany stellvertretend für die BMW Länderteams Protest gegen die vier in diesem Rennen gestarteten SEAT León TDI Fahrzeuge ein. Das Ziel war eine Klärung des technischen Reglements hinsichtlich des bei Turbodiesel-Motoren maximal erlaubten Ladedrucks. SEAT-Pilot Tiago Monteiro (PT) wurde daraufhin disqualifiziert.

Pau, Frankreich.
ZumAuftakt der Europa-Saison kehrten die BMW Länderteams in die Erfolgsspur zurück. Farfus überquerte in Pau (FR) in beiden Rennen als Zweiter die Ziellinie und rückte damit in der Fahrerwertung bis auf sechs Punkte an Muller heran. In Lauf eins sicherte sich Müller als Dritter ebenfalls einen Platz auf dem Podest. Priaulx kam beide Male auf Rang vier, Hernández und Zanardi sammelten jeweils vier WM-Zähler. Eine Schrecksekunde erlebte Engstler in Rennen zwei: In Führung liegend konnte der BMW Privatier dem Safety-Car nicht mehr ausweichen, das aus der Boxengasse direkt auf die Ideallinie gefahren war. Alle Beteiligten überstanden den Unfall glücklicherweise unbeschadet.

Valencia, Spanien.
Auf dem „Circuit de la Comunitat“ von Valencia (ES) feierte BMW den ersten Saisonerfolg: Farfus sah im zehnten Lauf des Jahres als Sieger die Zielflagge. Müller machte als Zweiter den ersten BMW Doppelsieg seit Brünn 2008 perfekt. Auch die weiteren BMW Piloten stockten im zweiten Lauf des Tages ihr Punktekonto auf: Priaulx wurde Vierter, Zanardi und Hernández folgten auf den Positionen fünf und sechs. Im ersten Lauf des Tages hatte sich Hernández als Achter die Poleposition für Rennen zwei gesichert. Farfus, Priaulx und Müller sahen beim Sieg von Muller auf den Plätzen vier bis sechs die Zielflagge.

Brünn, Tschechische Republik.
Auch 2009 setzte das BMW Team Italy-Spain seine Siegesserie auf dem „Automotodrom Brno“ fort. Zanardi und Hernández triumphierten in den Läufen elf und zwölf. Bereits 2007 und 2008 hatte die Mannschaft von Teamchef Roberto Ravaglia (IT) in der Tschechischen Republik jeweils einen Sieg verbucht. Müller erreichte als Zweiter des ersten Rennens einen weiteren Podestplatz und erhöhte seine Punkteausbeute mit Rang sieben in Rennen zwei auf zehn Zähler. Priaulx musste sich mit Platz acht im zweiten Lauf zufrieden geben. Nach einer Kollision mit Priaulx blieb Farfus, der von der Poleposition ins erste Rennen gestartet war, ohne Punkte.

Porto, Portugal.
Bei der Rückkehr des „Circuito da Boavista“ in den Rennkalender feierte Farfus seinen zweiten Sieg in diesem Jahr. Im 100. Rennen der Tourenwagen-WM seit 2005 fuhr er nach Platz acht in Lauf eins von der Poleposition zum Sieg. Priaulx, der als einziger alle Rennen der Serie bestritten hat, und Müller sammelten auf den Plätzen sieben und acht ebenfalls Punkte. Hernández wurde beim Start des ersten Rennens von einem Konkurrenten in die Mauer gedrängt. Der Spanier kam mit einer Knöchelprellung davon.

Brands Hatch, Großbritannien.
Wie in Porto verwandelte Farfus seine Poleposition für Lauf zwei auch in Brands Hatch (GB) in einen Sieg, nachdem er im ersten Rennen als Achter ins Ziel gekommen war. Dank des zweiten Platzes von Müller feierte BMW den dritten Doppelsieg in dieser Saison. Priaulx sorgte als Dritter des ersten Rennens dafür, dass nach beiden Läufen BMW Piloten auf dem Podium vertreten waren.

Oschersleben, Deutschland.
Traditionell erwies sich BMW beim Heimspiel in Oschersleben (DE) in glänzender Form: Farfus übernahm mit dem Sieg im 18. Rennen, es war bereits sein vierter Triumph in diesem Jahr und der 13. seiner WM-Karriere, Platz zwei in der Fahrerwertung. Dahinter kam Priaulx als Zweiter ins Ziel, nachdem er im ersten Lauf seinen Premierensieg 2009 errungen hatte. Er gewann vom 14. Startplatz und war damit der erste Pilot in der Geschichte der Tourenwagen-WM seit 2005, der von einem Startplatz außerhalb der Top-Ten noch zum Sieg fahren konnte. Im zweiten Lauf freuten sich auch Müller, der als 23. gestartet war, und Hernández über weitere WM-Zähler. In der Fahrer-WM lag Farfus mit 90 Punkten nur noch einen Zähler hinter Tarquini.

Imola, Italien.
Auf dem traditionsreichen „Autodromo Enzo e Dino Ferrari“ in Imola (IT) erlebten die BMW Länderteams zum Ausklang der Europa-Saison zwei erwartet schwierige Rennen. Zanardi sorgte bei seinem Heimspiel mit zwei vierten Plätzen für die Lichtblicke. Farfus, der nach einer Kollision im ersten Lauf lediglich einen WM-Punkt sammelte, verlor im Kampf um die WM-Führung an Boden. Hernández gelang im ersten Rennen als Siebter ebenfalls eine Platzierung in den Top-Acht.

Okayama, Japan.
Die BMW Länderteams brauchten zwei starke Rennen in Okayama (JP), um den Titelkampf vor dem Finale in Macau weiter spannend zu halten – und dieses Ziel setzten sie eindrucksvoll in die Tat um. Priaulx und Farfus bescherten BMW in den Läufen 21 und 22 die Saisonsiege acht und neun. Priaulx siegte auf nasser Strecke im ersten Rennen, hinter ihm wurde Müller Zweiter. Auch im zweiten Rennen des Tages waren die BMW 320si WTCC bei Regen das Maß aller Dinge. Farfus münzte die Poleposition in seinen fünften Saisonsieg um, Priaulx kam als Zweiter ins Ziel. BMW feierte damit Doppelsieg Nummer sechs in dieser Saison. Nach diesen Resultaten war klar: In beiden WM-Wertungen wird erst auf dem „Guia Circuit“ die Entscheidung fallen.

(Bilder: BMW)

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