25 Jahre BMW M5 – Grundstein einer Legende: der M5 E28

  • Abgelegt: 3.11.2009
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Anlässlich der Jubiläums-Veranstaltung zum runden Geburtstag des BMW M5 waren auch wir an den Nürburgring eingeladen und konnten dieses Angebot natürlich nicht ablehnen. Im Rahmen dieser Veranstaltung konnten wir alle vier Generationen des BMW M5 auf der Nordschleife antesten und wollen darüber selbstverständlich auch berichten.

Der erste Teil dieser Reihe soll naheliegenderweise vom M5 der Generation E28 handeln. Er war der erste BMW M5 überhaupt und damit gewissermaßen der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, die in rund zwei Jahren bereits ihre fünfte Auflage in Form des BMW M5 F10 erleben wird. An dieser Stelle wollen wir aber ausnahmsweise einmal nicht über die Zukunft sprechen, sondern unsere ganze Aufmerksamkeit längst vergangenen Zeiten widmen.

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Der Einstieg in den E28 ähnelt in der Tat einem Zeitsprung. Die im Innenraum verwendeten Materialien würden einige heute nicht einmal in der damals noch nicht existenten 1er-Reihe akzeptieren, das Lenkrad ist für einen Sportwagen unglaublich dünn, auch Armaturenbrett und Sitze machen einen irgendwie spartanischen Eindruck.

Spätestens die Regler der Klimaanlage und die acht Fächer für die Lieblings-Kassetten lassen keinen Zweifel mehr daran, dass der E28 ein Kind der 80er Jahre ist. Eines fällt aber schnell auf: Auch wenn manche Dinge sich nicht so anfühlen oder nicht so aussehen, wie man es von heutigen Fahrzeugen gewohnt ist – Die Ergonomie und Funktionalität stimmen, alles ist an seinem Platz, der M5 gibt seinem Fahrer auch in der Generation E28 keinerlei Rätsel auf.

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Unter der Haube des BMW M5 E28 arbeitet eine überarbeitete Variante des Reihensechszylinders aus dem legendären BMW M1, der eine für die damalige Zeit in Limousinen beinahe unvorstellbare Leistung von 286 PS auf die beiden Hinterräder schickt und den M5 zur ersten Power-Limousine gemacht hat.

Bei einem Leergewicht von 1430 Kilogramm reicht das laut Werk aus, um die Limousine in auch heute noch respektablen 6,5 Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen – gemessen wurde der schnelle 5er aber seinerzeit auch mit niedrigeren Werten um die 6,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit von offiziell 245 km/h kann sich heute ebenfalls noch sehen lassen, der Fortschritt der letzten Jahre ist aber grade hier nicht zu verbergen.

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Denn der subjektive Unterschied zwischen 200 km/h in einem hochgerüsteten Fahrzeug der 80er Jahre und einem modernen Auto ist durchaus gewaltig. Es ist zwar nicht so, dass man sich im E28 per se unsicher fühlen würde, aber das Fahrwerk vermittelt doch wesentlich weniger Ruhe, als man es von heutigen Fahrzeugen gewohnt ist.

Auch die Kurvenlage des Fahrzeugs befindet sich auf einem Niveau, dem man mit modernen Fahrzeugen recht mühelos folgen kann. Wenn man das Alter des Fahrzeugs bedenkt, beeindruckt die Straßenlage aber dennoch, denn in den 80er Jahren war der BMW M5 mit das Sportlichste, was man in Limousinen-Form bewegen konnte. Außerdem lässt sich Fahrspaß natürlich nicht in Sekunden messen, und wer die Arbeit am Volant zu schätzen weiß, der wird auch  den BMW M5 E28 mögen.

Das 5-Gang-Sportgetriebe lässt sich gut schalten und erfordert eigentlich keine Umstellung, auch wenn etwas mehr Nachdruck beim Wechseln der Gänge notwendig ist. Die größte Umstellung ist sicherlich beim Bremsen notwendig, denn der vom Fuß aufzubauende Bremsdruck ist um einiges höher als man es von moderneren Fahrzeugen gewohnt ist. Wenn man sich nach kurzer Umstellung an diesen Umstand gewöhnt hat, überzeugt die schon damals mit einem ABS ausgestattete Bremsanlage allerdings.

Seinerzeit wurde der BMW M5 nur auf Einzelbestellung gefertigt und war daher hochexklusiv. Dennoch konnten bis 1987 über 2.200 Einheiten des schnellsten Ablegers der 5er-Reihe verkauft werden – trotz eines Preises von 80.750 Mark, der ihn auf eine Stufe mit BMW M635CSi und BMW 745i hob. Dafür bekam man einen erstklassigen “Wolf im Schafspelz”, denn der M5 unterschied sich nur durch spezielle Felgen sowie die Logos an Front und Heck von seinen zivilen Brüdern und es ist davon auszugehen, dass schon damals nur die wenigsten wirklich wussten, was sie da grade überholt hatte.

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