Formel 1: BMW steigt nach der Saison aus!

Motorsport | 29.07.2009 von 16

Das kommt davon, wenn man einmal im Jahr ausschläft: Man verpasst beinahe die wichtigsten Motorsport-News des Jahres! Das BMW Sauber F1 Team wird es in …

Das kommt davon, wenn man einmal im Jahr ausschläft: Man verpasst beinahe die wichtigsten Motorsport-News des Jahres!

Das BMW Sauber F1 Team wird es in der Saison 2010 nicht mehr geben, denn wie heute bei einer Pressekonferenz verkündet wurde, beendet BMW sein Formel 1-Engagement nach dieser Saison!

Nach der Rückkehr in die Formel 1 im Jahr 2000 hat man sich nun offenbar dazu entschieden, das Engagement nach der Saison zu beenden. Die Ursachen dafür sind mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht nur die aktuelle Erfolglosigkeit, sondern auch die mit dem Projekt zusammenhängenden Kosten.

Nach Honda steigt damit der zweite große Automobilhersteller innerhalb eines Jahres aus der Königsklasse des Motorsports aus. Auch bei Mercedes und Renault gab es diesbezüglich immer wieder Gerüchte.

Es stellt sich nun unter anderem die Frage, was mit der für viele Millionen auf den neuesten Stand der Technik gebrachten Fabrik im schweizerischen Hinwil werden soll. Es sollte möglich sein, hier einen Käufer zu finden, da die dort vorhandene Technik nach wie vor zum Besten auf dem Markt gehört.

Eine Nutzung für die BMW Group außerhalb des Motorsports erscheint unwahrscheinlich, da man für diese Zwecke erst vor kurzem das Aerodynamische Versuchszentrum AVZ eingeweiht hat.

Während man im letzten Jahr wie erhofft in der Spitzengruppe mitfahren konnte, ist man in dieser Saison hoffnungslos hinterhergefahren – obwohl man sich vor der Saison, auch dank des Energie-Rückgewinnungssystems KERS, ernsthafte Hoffnungen auf den WM-Titel gemacht hat.

Die Entscheidung kam offenbar auch für Dr. Mario Theissen überraschend, anderenfalls hätte man kaum mit Nico Rosberg über einen Vertrag für das kommende Jahr verhandelt. Die Zukunft der beiden BMW-Piloten Nick Heidfeld und Robert Kubica ist derzeit noch völlig offen. Es ist aber davon auszugehen, dass zumindest einer von beiden eine Zukunft bei einem anderen Team vor sich hat.

Das Engagement in anderen Motorsport-Serien wie der Tourenwagen-WM WTCC sowie der amerikanischen ALMS ist von der Entscheidung nicht betroffen. Die dortige Teilnahme ist mit erheblich niedrigeren Kosten verbunden, generiert aber auch deutlich weniger Aufmerksamkeit.

Einen guten Rückblick auf die Geschichte von BMW in der Formel 1 findet ihr bei Motorsport-total.com.

Die Börse reagiert unterdessen positiv auf die Entscheidung des Vorstandes, die BMW-Aktien gehören aktuell zu den Gewinnern des Tages.

Hier geht es zur offiziellen Pressemitteilung von BMW.

  • chri1

    Absolut richtig! Man kann nicht nur Stellen abbauen und bei den Mitarbeitern sparen und nebenbei 500 Mio. Euro pro Jahr für die Formel 1 ausgeben. Das mit dem Werbeeffekte rechnet sich doch nicht..schon gar nicht wenn man hinten mitfährt!

  • BMWfan

    Einen Ausstieg kann ich als überzeugter und großer BMW nur begrüßen!

    Ich fordere schon länger diesen F1 Zirkus zu verlassen und sich den traditionellen BMW Serien im Tourenwagen- und Langstreckensport zu widmen!!
    Diese Schauplätze hat min bisher kampflos Audi überlassen…

  • peter

    Mögliche Gründe:
    – Kosten bei ausbleibendem Erfolg, auch ohne das aktuelle Desaster ist ein richtiger Durchbruch nie gelungen
    – man wollte sich nicht für weitere 3 Jahre verpflichten, was demnächst angestanden wäre.

    Die offiziellen Gründe “Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit” lassen, falls sie nicht vorgeschoben sind, erahnen, daß möglicherweise in Zukunft die gesamte Marke weniger sportlich ausgerichtet sein wird.

    Bleibt zu hoffen, daß BMW in anderen (günstigeren) Motorsportbereichen verstärkt aktiv wird.

  • peter

    Ein großes Problem gibt es aber: Man hat Sauber gekauft – was aus dem Laden wohl wird?

  • quickjohn

    Gründe gibts wohl viele – die wirtschaftliche Situation, die ausbleibenden Erfolge etc. – echte und vorgeschobene. Ich meine aber – wenn man den Ausstieg mit der geänderten strategischen Ausrichtung des Unternehmens begründet, dann sollte man die Dinge exakt beim Namen nennen.
    Für mich am ehesten nachvollziehbar wäre ein Ausstieg auf Grund der Vereinheitlichung der F1, die eine Demonstration des techn. know-hows weitgehend unmöglich macht.
    Allerdings – da ist BMW in Sachen KERS gerade aktuell ein gebranntes Kind und der Sieg des KERS-McLaren-Mercedes war eine Ohrfeige.

  • Benny

    @BMWfan: Im klassischen Tourenwagen-Sport ist Audi derzeit nicht vertreten. Außer in nationalen Ablegern nach S2000-Reglement nimmt man an seriennahen Tourenwagen-Veranstaltungen nicht Teil. In der WTCC ist der VW-Konzern durch Seat vertreten, aber nicht durch Audi.
    Ich wünsche mir sehr, dass BMW nicht in die DTM zurückkehrt. Die dort derzeit fahrenden Plastik-Autos sind zwar spektakulär anzusehen, sind aber genauso weit weg von Serienautos wie die F1-Boliden. Die WTCC und mit Abstrichen die ALMS sind mir da deutlich lieber.

    Bei den Langstreckenrennen sieht es ein wenig anders aus. Le Mans ist ohne Frage in Audi-Hand, aber es wird seine Gründe haben, warum außer Peugeot kein Hersteller – keiner! – aktuell in der LMP1 antritt. Am Nürburgring wollte Audi dieses Jahr mit aller Macht den Sieg, ist aber an Manthey gescheitert. Wenn man sieht, wie viel Einfluss Audi auf das Reglement nehmen konnte, ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis die vier Ringe dort auch mal gewinnen. Die Frage ist, ob man sich an dieser Art Motorsport beteiligen will bzw. sollte? Da wo Audi antritt, hat man stets großen Einfluss auf das Reglement genommen. Ob nun in Le Mans, wo man die Diesel zum alleinig siegfähigen Konzept hin-reglementiert hat oder an der Nordschleife, wo man die Porsche so weit eingebremst und ihrer Vorteile beraubt hat, bis auch der R8 siegfähig war. Das selbe Spiel sehen wir in der WTCC, wo Seat mit seiner Diesel-Einstufung trotz deutlich niedrigerer Kurvengeschwindigkeiten künstlich an die Spitze gestellt wurde, weil man ständig mit Ausstieg gedroht hat. Auch bei der Rallye Dakar gibt es ein ähnliches Bild. Der Ausstieg von Mitsubishi hängt direkt mit dem Druck von Volkswagen bezüglich des nächstjährigen Reglements zusammen.

    Die Motorsport-Strategie des VW-Konzerns mag erfolgreich sein, weil man nur an Serien teilnimmt, deren Reglement man zum eigenen Vorteil verändern kann, weil sie grade auf neue Hersteller angewiesen sind (Le Mans vor Jahren) oder sich einen Ausstieg großer Hersteller nicht leisten können (DTM, WTCC, Dakar). Besonders sympathisch finde ich persönlich dieses Vorgehen nicht, aber die große Masse informiert sich ja höchstens bei Sport1.de über Motorsport – und dort gibt es keine kritischen Töne in der Richtung, wie allgemein in der Medienlandschaft.

  • Thomas

    Ecclestone: “Ich habe kürzlich mit Rennleiter Mario Theissen gesprochen. Er sagte mir, dass sie drei Jahre Zeit haben würden, um den Titel einzufahren”, meinte Ecclestone in einem Interview mit der ‘BBC’.

    Mir kann auch niemand erzählen das Bmw aus Kostengründen aufhört, BMW hat mitunter am lautesten geschrieen als es darum ging die Budget Obergrenze zu kippen.
    Hinzu kommt, dass man mit Millionen von Euros das KERS gepusht hat und was ist nun drauf geworden?

    BMW hat sich lächerlich gemacht, der einzige Grund für den Ausstieg ist der Fünfjahresplan, den man durch die Erfolgslosigkeit nicht mehr einhalten kann.

    Ich war wirklich traurig zu hören das BMW aussteigt, aber als ich Ecclestones Aussage gelesen habe schwenkte die Trauer in Wut um!

    BMW und Motorsport, dass ich nicht lache, wenn es mal nicht läuft haut man einfach ab.

    Heut ist schönes Wetter und ich wollte meinen 5er waschen, mir ist aber irgend wie die Lust vergangen, behinderter Vorstand!

  • timbo

    Serus, auf der Presse Homepage hat Dr. Klaus Draeger noch folgendes gesagt: “You will see a product of sustainable development at the IAA in Frankfurt in a few weeks in the form of a concept car. The BMW EfficientDynamics Vision will demonstrate how efficient a sports car can be. It will also prove that sustainability does not apply to the drive train alone, but to design and materials as well.” Was für einen Wagen kann er damit meinen? Design und Materialien? Meint er GINA? Oder eine Elektrovariante eines Z2???

  • Daniel

    Meines wissens nach ein ganz neues Elektro Supersportauto. GINA wurde schon vorgestellt, und für den Z2 wärs noch zu früh.

  • andreas krieger

    ich denke es wird das Z2 concept car vorgestellt. ich glaube dass es ist keineswegs zu früh ist, 3-4 jahre vor dem marktstart ein concept car zu präsentieren. vllt wird bei dem Z2 concept car nicht das design, sondern eher die (elektro)technik im vordergrund stehen.

    also ich bin echt gespannt!!! bis dahin…kaffee trinken und däumchen drehen.

    aber wenn es dann am 17.september so weit ist, werde ich bimmertoday auf jedenfall mit haufen bildern versorgen, denn die ludwig-erhard-anlage 1 (IAA messegelände) ist gerade einen block von mir entfernt…praktisch um die ecke.

  • Benny

    Das ist schön Andreas, zur IAA werde ich auch in Frankfurt sein 🙂
    Es geht mit hoher Wahrscheinlichkeit um das Z Vision Concept, also so eine Art grünen Supersportler. Mit Elektro/Hybrid-Technik, sehr niedrigem Gewicht und folglich sehr guten Fahrleistungen. Im Grunde ein neuer Ansatz zum Thema Supersportler. Ich habe da auch schon mal drüber geschrieben:
    http://www.bimmertoday.de/2009/03/14/plant-bmw-einen-grunen-supersportler-bmw-z10/

  • andreas krieger

    vllt, sieht man sich dort …

  • Benny

    Wenn wir beide das anstreben, sollte das möglich sein 😉

  • Domi

    Yeah auf die IAA freu ich mich auch schon extrem! Bzgl. Formel 1: Endlich is BMW raus aus dem Zirkus! Kann das Engagement da keinewegs nachvollziehen – imho hat das 0 Imagegewinn wenn man in der Formel 1 fährt!

  • steve8178

    Das ist einfach nur traurig. Erst das kaufen von Sauber und dann schon nach 4 Jahren alles liegen lassen. Sehr peinlich!!!!

  • Pingback: BMW bringt MegaCity Vehicle nun doch als Isetta!()

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