Die März-Preiserhöhungen aller Baureihen im Detail

News | 19.01.2009 von 2

In zahlreichen Foren wird derzeit die aktuelle Preisrunde bei BMW diskutiert. Es ist für Außenstehende schwierig nachzuvollziehen, warum BMW ausgerechnet in der derzeitigen Krise die …

In zahlreichen Foren wird derzeit die aktuelle Preisrunde bei BMW diskutiert. Es ist für Außenstehende schwierig nachzuvollziehen, warum BMW ausgerechnet in der derzeitigen Krise die Preise erhöht. Bei den meisten Baureihen beträgt die Erhöhung zwischen 400€ und 450€ im Grundpreis, beim 7er beträgt sie sogar glatte 1000€. Dazu kommt noch, dass die bisher serienmäßige Runflat-Bereifung sowie die Servotronic ab 1. März in einigen Modellen nur noch gegen Aufpreis zu bekommen sind. Eine detaillierte Aufschlüsselung findet sich hier:

Zunächst ein kurzer Überblick über die Erhöhung der Grundpreise:

BMW 1er 5-Türer (E87)

  • Der 116i wird als einziges Fahrzeug “nur” um 350€ teurer
  • Die restlichen Vierzylinder-Benziner sowie die einfach aufgeladenen Diesel (118i, 120i, 118d, 120d) werden jeweils 400€ teurer
  • Die beiden Top-Motorisierungen der 1er-Reihe, bei den Benzinern der 130i mit Reihensechszylinder und bei den Dieseln der Biturbo-Vierzylinder 123d kosten nun jeweils 450€ mehr

BMW 3er Limousine (E90)

  • Sämtliche Vierzylinder (318i, 320i, 318d, 320d) werden um 400€ teurer
  • Sämtliche Sechszylinder (325i, 330i, 335i, 325d, 330d, 335d) werden um 450€ teurer

BMW 5er Limousine (E60)

  • Die drei schwächsten Benziner (520i, 523i, 525i) sowie die beiden schwächsten Diesel (520d, 525d) werden um jeweils 500€ teurer
  • Die beliebten Modelle 530i und 530d werden jeweils 600€ teurer
  • Die beiden V8-Benziner (540i, 550i) werden um jeweils 800€ teurer
  • Der Top-Diesel im 535d verteuert sich um 700€

BMW 6er Coupé (E63)

  • Die Einstiegsmotorisierung 630i wird 900€ teurer
  • Die Top-Motorisierung 650i wird 1100€ teurer
  • Die Diesel-Alternative 635d wird wie die 7er-Modelle um 1000€ teurer

BMW 7er (F01)

  • Alle Modelle (740i, 750i, 730d) werden um 1000€ teurer

Es ist relativ deutlich erkennbar, dass die Preise bei teureren Modellen stärker erhöht wurden als bei den Einstiegsmodellen. Dennoch ist die Erhöhung des Grundpreises in der 1er-Reihe mit durchschnittlich 1,49% am Größten, während sie in den anderen Baureihen zwischen 1,21% (3er) und 1,36% (6er) liegt. Die geringste Erhöhung hat der 335d erfahren, der nur um 1% teurer wurde, während der 118i mit 1,66% den prozentual größten Preissprung verkraften muss.

Der zweite Diskussionspunkt im Zusammenhang mit den neuen Preislisten, ist die Tatsache, dass sich auch bei den Sonderausstattungen verschiedene Preise verändert haben. Das entspricht natürlich einer weiteren “versteckten” Preiser- höhung für all jene, die auf diese Ausstattungen nicht verzichten wollen. Am Beispiel des 116i 5-Türers stellen sich die Veränderungen am Preis der Sonderausstattung wie folgt dar:

  • Reifen mit Notlaufeigenschaften (Runflat) waren bisher bei allen Modellen serienmäßig verbaut. Ab März werden die 16″-Räder nicht mehr mit Runflat-Reifen verkauft, stattdessen wird ein “BMW Mobility Set” beigelegt. Gegen einen Aufpreis von 260€ bekommt man auch für die 16″-Räder weiterhin Runflat-Reifen.
  • Die Servotronic, eine geschwindigkeitsabhängige Regelung der von der Servolenkung zur Verfügung gestellten Kraft, kostet ab März einen Aufpreis von 250€ und war bisher serienmäßig verbaut.
  • Das Comfort-Paket ist bei selbem Umfang 50€ teurer geworden
  • Das Dynamic-Paket ist bei selbem Umfang 30€ teurer geworden
  • Die Interieurleisten sind zwischen 20€ (Edelholz Nussbaum hell, Edelholz Pappel grau, Aluminium Akzentschliff) und 50€ (Schwarz hochglänzend) teurer geworden
  • Die klappbaren Fondkopfstützen (+10€), die Sonnenschutzverglasung (+20€), die Geschwindigkeitsregelung (+10€) sowie das Xenon-Licht (+20€) sind gerinfügig teurer geworden

Allerdings gibt es tatsächlich auch Dinge, die billiger geworden sind. Neben dem Advantage Paket, das bei gleichem Umfang 260€ weniger kostet, wurde auch das Leder Boston im 1er um 330€ billiger. Personen, die also sowohl das Advantage-Paket als auch das Leder Boston bestellen wollten und keinen Wert auf Runflat-Reifen und Servotronic legen, können den 116i also sogar günstiger als bisher erwerben. Das ist freilich eine absolute Ausnahme und soll hier keineswegs die Teuerungen relativieren.

Denn insgesamt ist die Tendenz zu höheren Preisen unverkennbar. Sicherlich kann man argumentieren, dass bei den derzeit erreichbaren Rabatten Preiserhöhungen um 1,5% nicht wirklich relevant sind, allerdings kann ich einer solchen Argumentation wenig abgewinnen. Meiner Meinung nach sollte man BMW andererseits auch nicht aufgrund dieser prozentual relativ geringen Erhöhungen verteufeln.

Aus Sicht der Verbraucher ist es natürlich immer negativ, wenn Preise angehoben werden. Aber man muss an dieser Stelle eben auch die Position des Unternehmens verstehen, das bei gesunkener Nachfrage und anhaltender Kaufzurückhaltung weiterhin Gewinne erwirtschaften will und muss.

Offenbar geht BMW davon aus, dass sich diejenigen, die trotz Finanzkrise noch einen Neuwagen kaufen wollen, nicht von einer Preiserhöhung im niedrigen einstelligen Prozentbereich abschrecken lassen.

  • Tom

    Ich finde die Preiserhöhung von BMW absolut nicht zeitgemäß. In Zeiten von sinkenden Absatzzahlen die Preise nach oben zu schrauen ist nunmal der falsche Schritt. Die Regierung versucht mit Konjunkturpaketen die Wirtschaft am Laufen zu halten, da ist es doch wie ein Schlag ins Gesicht, wenn hier BMW meint, die Preise erhöhen zu müssen. Bin darüber ziemlich verärgert. Anstatt Anreize für die Kunden zu schaffen, in auch für BMW schwerer werdenden Zeiten, nimmt BMW seinen Kunden Kaufanzeize. Kopfschüttel.

  • SunShine

    Eine Preiserhöhung in diesen Zeiten ist für jeden Privatkunden ein Schlag ins Gesicht.
    Auf der einen Seite haben BMW, Audi und Co. sich die letzten Jahre die Taschen vollgestopft und gierig zugegriffen.
    Und nun, nicht mal ein knappes Jahr in der Krise schreien all diese Hersteller nach Staatsgarantien, schicken die Belegschaft wegen Kurzarbeit nach Hause, lassen jede Menge Zulieferer am langen Arm verhungern UND….. erhöhen dann die Preise…..eine Frechheit.
    Auf der anderen Seite zeigt das mal wieder die Borniertheit dieser
    Nobelmarken…., es ist vielleicht mal an der Zeit für ein bereinigendes Gewitter.
    Jeder Privatmensch spart in guten Zeiten und bildet eine Rücklage, die
    Autohersteller anscheinend nicht, dafür macht man lieber ein paar Lustreisen und lässt sich auf Messen feiern. So NICHT.

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