Gibt es in künftigen M-Modellen nur noch Turbomotoren?

News | 28.11.2008 von 2

Die BMW M GmbH hat sich stets dadurch ausgezeichnet, aufwändige Hochdrehzahlmotoren mit relativ viel Nähe zum Motorsport in Kundenhand zu geben. Gegenüber den aufgeladenen Motoren …

Die BMW M GmbH hat sich stets dadurch ausgezeichnet, aufwändige Hochdrehzahlmotoren mit relativ viel Nähe zum Motorsport in Kundenhand zu geben. Gegenüber den aufgeladenen Motoren mit relativ niedriger Maximaldrehzahl der Mercedes AMG-Modelle sowie der früheren Audi S und RS-Modelle hatte man so stets eine Sonderstellung eingenommen. Konkurrent Audi hat im letzten RS4 der Generation B7 das Konzept übernommen und ebenfalls einen technisch anspruchsvolleren, aber eben auch reizvolleren Hochdrehzahlmotor entwickelt. Dennoch gelten die Hochdrehzahlsaugmotoren der BMW M GmbH nach wie vor als Maßstab, nicht zuletzt erkennbar an den zahlreichen Siegen bei den als Motoren-Oscars bekannten Engine of the Year Awards. Doch es gibt glaubhafte Aussagen, wonach alle künftigen BMW M Modelle von aufgeladenen Motoren angetrieben werden sollen. Ursache hierfür ist vor allem der etwas niedrigere Spritverbrauch, der in Zeiten einer von der EU diktierten CO2-Ausstoß-Obergrenze offenbar auch bei den Sportmodellen der Hersteller eine immer größere Rolle spielt. Wie jüngst bekannt wurde, hat der Trend zum Downsizing nun sogar Mercedes Benz dazu gebracht, sich vom prestigeträchtigen V12-Motorenbau zurückzuziehen und den aktuellen V12 auf absehbare Zeit den letzten sein zu lassen.

BMW ist mit dem 335i erst vor relativ kurzer Zeit wieder in den Markt der Turbobenziner eingestiegen, allerdings auf Anhieb mit großem Erfolg. Der Motor, der mittlerweile hierzulande auch im 135i (sowie in den USA im 535i) eingesetzt wird und jüngst eine kleine Leistungssteigerung erfuhr, die ihn im BMW 740i 326 PS leisten lässt, hat selbst schon zwei Gesamtsiege bei den Engine of the Year Awards eingefahren. Auch im kommenden BMW Z4 E89 wird der Motor als Spitzenmotorisierung (vorbehaltlich einer späteren M-Version) verbaut werden.

Der Motor wird von diversen US-Tunern bereits auf das Leistungsniveau des V8-Motors im aktuellen M3 gebracht und ist auch bei den europäischen BMW-Tunern sehr beliebt, hält sich der Aufwand für eine Leistungssteigerung auf 360 PS doch im überschaubaren Rahmen. So verbaut zum Beispiel Alpina eine leistungsgesteigerte Variante des 335i-Motors im Alpina B3 Biturbo.

Es ist also derzeit davon auszugehen, dass der V10-Motor aus BMW M5 und M6 sowie der V8-Motor aus dem aktuellen BMW M3 auf absehbare Zeit die letzten nicht aufgeladenen Motoren der BMW M GmbH sind. Der erste M, der nun mit einem aufgeladenen Motor ausgestattet werden wird, wird der BMW X6 M sein. Dieser erhält einen doppelt aufgeladenen V8-Motor mit etwa 500 PS, der auf dem Motor des normalen X6 xDrive50i basiert, der auch im BMW 750i verbaut ist. Auch dieser Umstand ist neu, denn bisher waren die Motoren der M GmbH stets nur entfernt mit Motoren aus Fahrzeugen der BMW AG verwandt. Gegenüber einem Hochdrehzahlmotor wird der neue Turbomotor keine Leistungsnachteile haben, ihn aber im Spritverbrauch mehr oder weniger deutlich unterbieten.

In der BMW-Community wird dieser Schritt mit Sicherheit kontroverse Diskussionen auslösen, denn die Hochdrehzahlsaugmotoren waren stets eines der herausragenden Merkmale von BMW M3 und M5. Der Schritt zum Turbomotor rückt diese Fahrzeuge näher an die “normalen” AG-Fahrzeuge heran und nimmt ihnen einen Teil ihrer Exklusivität. Wir dürfen gespannt sein, ob der Turbomotor im X6 M in Richtung einer hohen Maximaldrehzahl optimiert wurde, oder ob sich die M-Motoren in Zukunft wohlmöglich nur noch durch höhere Leistung, nicht aber durch höhere Drehzahlen von den AG-Modellen unterscheiden.

  • ich hab mal gehört, dass die M Motoren zukünftig auch keine kompletten Eigenentwicklungen mehr sein sollen, sondern “nurnoch” verfeinerte Serienmotoren sind. Dies spräche auch für Turbo, da man z.B. den 4,4l V8 in dieses Bild bringen könnte.
    Was genau draus wird ist aber wohl noch nicht raus.

  • opamithut

    Ist sicher eine sehr schwierige Marketing – Entscheidung. In den östlichen und asiatischen wachstumsmärkten, wollen die (sehr) reichen leute die technisch perfekte (deutsche) lösung. – also hochdrehzahl. In den sportlichen Massenmärkten (USA, D) ist sprit so teuer geworden, das (real)verbräuche von 20L auch bei sportwagen nicht mehr gut verkauft werden (siehe M3).

    die frage nach der ertragsmaximierung könnnen wohl nur eine handvoll leute bei BMW beantworten.

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